Deflationsgefahr bleibt weiter hoch

Wie die Europäische Zentralbank (EZB) ankündigte, will sie ihr Aufkaufprogramm für Anleihen ausweiten. Dazu soll das Volumen von 60 Milliarden Euro im Monat voll ausgeschöpft werden. Außerdem ist beabsichtigt, den aufzukaufenden Anteil vom Gesamtbestand einer Anleihe von 25 auf 33 Prozent zu erhöhen. Diese Maßnahme betrifft hauptsächlich Staatsanleihen von Euro Pleitestaaten.

Hintergrund sind neue Gefahren für das Wachstum und die Befürchtung, dass die Inflationsrate ins Minus geraten könnte. Dies zeigt sich daran, dass die EZB ihre Inflationsprognose für dieses Jahr von 0,3 auf nur noch 0,1 Prozent gesenkt hat.

Daran sehen Sie, dass diese ganzen EZB-Aktionen schon bisher real gar nichts bringen. Trotz Anleihenaufkäufen auf Rekordniveau sinkt die Inflationsrate weiter. Das bestätigt meine Erwartung, dass die EZB gegen eine aufkommende Deflation machtlos ist. Sie kann zwar dem Finanzmarkt und den Banken Geld zur Verfügung stellen, hat aber keinerlei Kontrolle darüber, ob dieses Geld auch beim Verbraucher und der realen Wirtschaft ankommt.

Insofern erleben wir aktuell auch eine trügerische Ruhe an den Finanzmärkten. Das Thema Euro-Krise taucht in den Massenmedien kaum noch auf. Dabei sind die Gefahren weiterhin groß. Im Endeffekt ist die Wahrscheinlichkeit für eine starke wirtschaftliche Korrektur sogar deutlich gestiegen.

Von der Deflation geht die große Gefahr aus – nicht von einer Inflation

Wenn es jetzt tatsächlich zu einem Crash kommt, dann wird die Wirtschaft durch den Konsumeinbruch deutlich in die Deflation abrutschen. Dann ist es eben auch egal, was die EZB dann macht. So wie heute auch wird das Aufkaufprogramm der EZB dann mehr oder weniger wirkungslos verpuffen – und das trotz der Milliardensummen die dort investiert werden.

Als einer der wenigen Experten für Deflation habe ich die Leser meines Börsendienstes schon frühzeitig auf die Gefahren einer Deflation hingewiesen. Diese Gefahr erkennen nur wenige Investoren – doch die Folgen sind deutlich heftiger als bei einer Inflation.

Zunächst ist es für Sie als Investor wichtig, hier Ihr Vermögen flexibel zu halten. So können Sie schnell umschichten, wenn es nötig ist. Zudem ist es wichtig sich einen Vorrat an Bargeld zuzulegen, um mindestens zwei Monate Ihres Lebensstandards damit finanzieren zu können.

15. September 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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