Deflationsgefahr: McKinsey warnt vor Schuldenfalle

Weltweit steigen die Schulden schneller als die Wirtschaftsleistung. Das verschärft den deflationären Druck. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Die weltweite Schuldenlast nimmt immer weiter zu. Das ist die harte Realität im Jahr 2015. Die Unternehmensberatung McKinsey hat in einer neuen Studie davor gewarnt, dass genau diese zunehmende Schuldenlast weltweit in eine Deflationsspirale führt.

Das Grundproblem sieht McKinsey dabei darin, dass die Schulden weltweit nach wie vor deutlich schneller steigen als die Wirtschaftsleistung. Diese schnell zunehmenden Schulden von Unternehmen, Privathaushalten und Staaten führen zu einem immer stärkeren deflationären Druck. Neben Europa haben jetzt auch die USA ein fallendes Preisniveau.

Dabei bewirken neue Schulden immer weniger zusätzliches Wirtschaftswachstum. Hatte ein US-Dollar neue Schulden in den 1960er Jahren noch rund 80 Cent mehr Bruttoinlandsprodukt generiert, so sank der Wert in den 1990er Jahren auf 30 Cent und auf rund 10 Cent seit dem Jahr 2000.

Schulden sind heute also nicht mehr durch eine wachsende Wirtschaft gedeckt, sondern belasten die Wirtschaft durch Zinszahlungen und ersticken zunehmend den Konsum, was zu einer Deflation führt.

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Der Versuch, die Schulden zu senken, bewirkt dabei nach McKinsey nur, dass auch die Massenkaufkraft als Quelle des Wirtschaftswachstums beeinträchtigt wird. Sparen allein löst also keinesfalls das Schuldenproblem, sondern schafft neue deflationäre Probleme, wie Griechenland derzeit eindrucksvoll zeigt.

Schuldendienst erstickt den Konsum und verschärft die Krise

Die Ergebnisse der Analyse decken sich mit meinen Erkenntnissen. Grundproblem ist, dass heute die Schulden weitaus schneller steigen als die Wirtschaftsleistung. Das führt dazu, dass immer mehr erwirtschaftetes Geld in den Schuldendienst gesteckt werden muss, das dann für den Konsum und für Investitionen fehlt. Das führt automatisch zu einer Deflationsspirale, die keine Notenbank aufhalten kann.

Die McKinsey-Studie ist ein weiteres Indiz dafür, wie ernst die Deflationsgefahr ist. Sie zeigt aber auch, dass zunehmend mehr bekannte Institutionen diese Gefahr erkennen. Gegen eine Deflation sichern Sie sich durch eine breite Streuung des Depots ab. Außerdem empfehle ich Ihnen noch einen Bargeldvorrat, um für mindestens zwei Monate Ihren Lebensstandard finanzieren zu können.

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Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.