Deflationskollaps droht: Preisrückgang in der Euro-Zone geht weiter

Trotz aller EZB-Aktionen rutscht die Eurozone immer weiter in die Deflation ab. Wie einer Mitteilung des EU-Statistikamtes Eurostat zu entnehmen war, hat es erstmals seit der Finanzkrise 2009 mit -0,2 Prozent im Dezember 2014 wieder eine negative Preisentwicklung in der Eurozone gegeben.

Daran sehen Sie, wie recht ich hatte, als ich Ihnen schon in der Finanzkrise 2008 – entgegen der damaligen Inflationspropaganda – als einer der ganz wenigen Experten schrieb, dass nicht Inflation, sondern Deflation das eigentliche Problem für das Finanzsystem ist und die Entwicklung auf jeden Fall in diese Richtung gehen wird.

Diese Inflationsangst von damals resultierte aus einem völlig falschen Geldverständnis. Gerade in Krisenzeiten wird weniger investiert und der Konsum ist rückläufig. Inflationäre Tendenzen sind demgegenüber nur in wirtschaftlichen Wachstumsphasen zu erwarten.

Diese Entwicklung wird so weitergehen, denn egal was die EZB unternimmt, sinken die Preise weiter. Bei einem stagnierenden Geldumlauf kann keine Notenbank etwas gegen verfallende Preise tun.

EZB hofft auf psychologische Effekte des Anleihenkaufs

Das einzige worauf die EZB mit ihren Maßnahmen setzt, ist der psychologische Effekt. Doch das ist ein wirklich dünnes Eis auf dem sich die Notenbanken da bewegen. Im Grunde reicht es doch aus, genau in die Länder zu schauen, die schon seit Jahren so massive Stützungskäufe der dortigen Notenbanken gehabt haben.

Als Beispiele bieten sich hier die USA und auch Japan an. In beiden Ländern haben diese Maßnahmen keinen neuen Schwung für die Konjunktur gebracht. Das gleiche erwarte ich auch für die Euro-Zone.

In der Theorie hört sich das immer sehr einfach an: Die Notenbanken kaufen Anleihen und fluten den Finanzmarkt mit frischer Liquidität. Doch es bleibt bei dem alten Problem: Wenn dieses Kapital eben nicht in Form von Krediten in den Wirtschaftskreislauf kommt, verpuffen die geldpolitischen Maßnahmen der Notenbanken.

Es bleibt eben nur die psychologische Ebene: Durch diese Maßnahmen soll die Stimmung der Verbraucher steigen und diese zu mehr Konsum angetrieben werden. Ob das aber funktioniert, wage ich auch zu bezweifeln.

Deshalb ist es für Sie wichtig, sich auch weiterhin aktiv gegen eine Deflation abzusichern. Das tun Sie, indem Sie sich u.a. auch einen Bargeldvorrat anlegen, um damit drei Monate Ihres derzeitigen Lebensstandards finanzieren zu können.

27. Januar 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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