Delivery Hero: Aktie des Lieferdienstes im Vorwärtsgang

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Neue Prognose bei Delivery Hero sorgt für Hoffnungsschimmer - so könnte es für die Aktie weitergehen. (Foto: Mano Kors / shutterstock.com)

Zuletzt gingen die Papiere des Online-Bestelldienstes Delivery Hero regelrecht durch die Decke. Allein am Freitag kletterte die Aktie nach Bekanntgabe einer milliardenschweren Übernahme um 23% nach oben. Konnten Sie zum Jahreswechsel noch eine Aktie für unter 30 Euro einsammeln, müssen Sie inzwischen für einen Anteilschein 61 Euro auf den Tisch legen.

Delivery Hero im Portrait

Die Delivery Hero ist ein weltweit führender Anbieter von online Essensbestelldiensten und betreibt eigene Lieferservices. Das Unternehmen ist mit seinen Diensten in über 40 Ländern auf sechs Kontinenten vertreten. Neben den online Bestellplattformen betreibt das Unternehmen seine eigenen Lieferservices in Großstädten rund um den Globus. Auf den Internetplattformen hat der Kunde die Möglichkeit aus einer Vielzahl von Lieferdiensten aus der Region zu wählen und über die Webseite oder per App zu bestellen. Die Bezahlung kann bar oder bargeldlos erfolgen.

Für Gastronomiebetriebe bietet Delivery Hero ein Liefer- und Point of Sale-System an, um eingegangene Bestellungen sofort bearbeiten zu können. Darüber hinaus werden Essensverpackung und Werbe– und Druckdienstleistungen angeboten. Zu den bekannten Internetplattformen zählen foodora, Foodpanda und weitere Marken, über die auch die Auslieferung erfolgen kann.

Zur Koordination der Liefer-Flotte entwickelte das Unternehmen eine eigene Dispatch Software. Das Unternehmen hatte Ende vergangenen Jahres sein gesamtes Deutschlandgeschäft für rund 930 Millionen Euro an den niederländischen Konkurrenten Takeaway.com verkauft und dafür im Gegenzug auch Anteile an Takeaway erhalten. Damit gingen die Marken pizza.de, Lieferheld und Foodora hierzulande in Lieferando über.

Beeindruckende Wachstumsgeschichte

Bevor ich auf die aktuelle Übernahme eingehe, möchte ich mit Ihnen einen kurzen Blick in die Geschäftsentwicklung geben. Denn die ist durchaus beeindruckend: Alleine von 2013 bis 2018 kletterten die Umsätze von 41,7 auf 665,1 Millionen Euro. Allerdings verharrt die Berliner Firma weiterhin in der Verlustzone. Im zurückliegenden Geschäftsjahr schrieb Delivery Hero mit einem Verlust von 38,2 Millionen Euro weiterhin rote Zahlen, auch wenn der Verlust deutlich unter dem Vorjahresniveau lag (-345,1 Millionen Euro).

Management ist zuversichtlich und schraubt Prognose nach oben

Zuletzt hat sich die hohe Wachstumsdynamik nochmals beschleunigt. Gemäß der neuen Planung erwartet Firmenboss und Gründer Niklas Östberg einen Jahresumsatz von 1,44 bis 1,48 Milliarden Euro. Das wäre eine Zuwachsrate von mehr als 100% zum Vorjahr. Beim bereinigten Jahresverlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) rechnet der Konzern mit dem unteren Ende der zuvor festgelegten Spanne von 370 Millionen Euro bis 420 Millionen Euro.

Laut Östberg sorgt vor allem die rasante Expansion in noch jungen Märkten, vor allem in Asien, für spürbaren Rückenwind.

Delivery Hero tätigt milliardenschwerer Zukauf in Südkorea….

Um das Momentum in Asien voll mitzunehmen, will Delivery Hero sein dortiges Geschäft mit einer milliardenschweren Übernahme ankurbeln und hat sich eine Mehrheitsbeteiligung am südkoreanischen Unternehmen Woowa gesichert.

Zunächst erwirbt Delivery Hero 82% der Woowa-Anteile. Weitere Woowa-Eigner können ihre Anteile noch zu gleichen Bedingungen einreichen und die Beteiligung von Delivery Hero sogar auf 88% erhöhen. Die verbliebenen 12% werden weiterhin vom Management gehalten und sollen über einen Zeitraum von vier Jahren in Aktien von Delivery Hero umgetauscht werden. Im Rahmen der Transaktionen wird Woowa mit 4 Milliarden Dollar bewertet. Delivery Hero will bis zu 1,7 Milliarden Euro in bar und bis zu rund 1,9 Milliarden Euro in neuen Delivery-Hero-Aktien auf den Tisch legen.

……und holt sich den Marktführer ins Haus

Mit dem Zukauf setzen die Berliner auf den größten Online-Essenslieferanten in Südkorea. Bei Woowa gingen in den ersten neun Monaten Umsätze von 301 Millionen Euro durch die Bücher, was einem Wachstum von 84% entspricht. Zudem ist Woowa auch in Vietnam aktiv.

Die Anleger goutieren den Deal nachdem sie zuerst auf Grund der Verwässerung im Rahmen der Kapitalerhöhung noch Skepsis gezeigt hatten. Im Markt für Essenslieferdienste kommt es vor allem auf Größe an. Daher dürfte die Transaktion noch lange nicht der letzte Deal gewesen sein.

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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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