Delivery Hero: Aktie des Lieferdienstes im Vorwärtsgang – neue Prognose sorgt für Hoffnungsschimmer

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Delivery Hero-Aktie: Papiere des Spezialisten für Essenslieferungen schnellt nach wiederholter Prognoseanhebung in die Höhe. Berliner planen mit 200 Millionen Euro mehr Umsatz. (Foto: Mano Kors / shutterstock.com)

Geärgert haben dürften sich diejenigen Anleger, die bei der Delivery Hero-Aktie nach der schwachen Performance im zweiten Halbjahr 2018 die Reißleine gezogen haben. Wer nach der Kurshalbierung von Juli bis Dezember 2018 ausgestiegen ist musste jetzt mit zusehen, wie die Aktie eine rasante Kurserholung aufs Parkett gelegt hat. Seit Mitte Dezember zogen die Papiere kräftig um beinahe 50% an.

Dabei wurde die Kursrally auch von operativen Nachrichten befeuert. Denn zuletzt haben die Berliner zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit ihre Prognose nach oben geschraubt. Die Anleger quittierten die Meldungen direkt mit einem satten Kursplus von rund 10%.

Delivery Hero im Portrait

Die Delivery Hero ist ein weltweit führender Anbieter von online Essensbestelldiensten und betreibt eigene Lieferservices. Das Unternehmen ist mit seinen Diensten in über 40 Ländern auf sechs Kontinenten vertreten. Neben den online Bestellplattformen betreibt das Unternehmen seine eigenen Lieferservices in Großstädten rund um den Globus. Auf den Internetplattformen hat der Kunde die Möglichkeit aus einer Vielzahl von Lieferdiensten aus der Region zu wählen und über die Webseite oder per App zu bestellen. Die Bezahlung kann bar oder bargeldlos erfolgen.

Für Gastronomiebetriebe bietet Delivery Hero ein Liefer- und Point of Sale-System an, um eingegangene Bestellungen sofort bearbeiten zu können. Darüber hinaus werden Essensverpackung und Werbe– und Druckdienstleistungen angeboten. Zu den bekannten Internetplattformen zählen foodora, Foodpanda und weitere Marken, über die auch die Auslieferung erfolgen kann.

Zur Koordination der Liefer-Flotte entwickelte das Unternehmen eine eigene Dispatch Software. Das Unternehmen hatte Ende vergangenen Jahres sein gesamtes Deutschlandgeschäft für rund 930 Millionen Euro an den niederländischen Konkurrenten Takeaway.com verkauft und dafür im Gegenzug auch Anteile an Takeaway erhalten. Damit gingen die Marken pizza.de, Lieferheld und Foodora hierzulande in Lieferando über.

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Beeindruckende Wachstumsgeschichte

Bevor ich auf die aktuelle Prognose eingehe, möchte ich mit Ihnen einen kurzen Blick in die Vergangenheit werfen. Denn die Geschäftsentwicklung des Onlineunternehmens ist durchaus sehenswert. Alleine von 2013 bis 2018 kletterten die Umsätze von 41,7 auf 665,1 Millionen Euro.

Allerdings verharrt die Berliner Firma weiterhin in der Verlustzone. Im zurückliegenden Geschäftsjahr schrieb Delivery Hero mit einem Verlust von 38,2 Millionen Euro weiterhin rote Zahlen, auch wenn der Verlust deutlich unter dem Vorjahresniveau lag (-345,1 Millionen Euro).

Kundengewinnung über Erwartungen – Prognose erhöht

Zuletzt hat sich die hohe Wachstumsdynamik nochmals beschleunigt. Gemäß der neuen Planung erwartet Firmenboss und Gründer Niklas Östberg jetzt einen Jahresumsatz von 1,3 bis 1,4 Milliarden Euro. Das sind immerhin 200 Millionen Euro mehr als ursprünglich angenommen und würde einer satten Wachstumsrate von 100% zum Vorjahr gleichkommen. Laut Östberg hat vor allem die rasante Expansion in noch jungen Märkten, vor allem in Asien, für spürbaren Rückenwind gesorgt.

Keine Gewinne ich Sicht

Allerdings fordert die forcierte Expansion ihren Tribut. Denn mit einem schnellen Erreichen der Gewinnschwelle sollte Anleger bei dem Spezialisten für Essenslieferungen besser nicht rechnen. Zwar soll in der zweiten Jahreshälfte das Geschäft in Europa schwarze Zahlen schreiben, doch beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) rechnet der Konzern mit einem Minus zwischen 270 und 320 Millionen Euro.

Der Fokus liegt vor allem in Asien, Südamerika und dem Nahen Osten erst einmal auf der Neukundengewinnung, um einen möglichst hohen Marktanteil zu erreichen. Dazu sollen im Gesamtjahr rund 410 Millionen Euro investieren. Das sind 100 Millionen Euro mehr als zuvor geplant.


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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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