Dem Aktienmarkt geht die Puste aus….

Am 23. Januar 2018 markierte der deutsche Leitindex bei knapp 13.600 Zähler ein neues Rekordhoch. Seither geht es steil bergab. (Foto: Tobias Steinert / shutterstock.com)

Plötzlich ging es rasend schnell. Noch am 23.1.2018 notierte das deutsche Leitbarometer bei fast 13.600. Am 2.2.2018 standen nachbörslich nur noch 12.695 Zähler auf der Tafel. Rumms. Binnen weniger Handelstage verlor der Index gut 900 Zähler bzw. fast sieben Prozent an Wert. Das ist schon ein Wort. Die schönen Januar-Gewinne haben sich damit in Luft aufgelöst. So schnell kann es gehen.

Dauermalaise der Versorger im Fokus

Und einmal mehr waren es die Versorger, die auf der Verliererliste ganz oben standen. Schon seit Jahren bescheren diese Aktien ihren Anteilseignern ja nur eines: herbe Verluste nämlich. So brach die RWE-Stammaktie am 2.2.2018 auf nur noch gut 15,5 Euro ein. Noch im Herbst 2017, genauer gesagt am 9.11.2017, notierte die Aktie des Energiekonzerns bei knapp 23,3 Euro. In wenigen Wochen stellte sich somit ein bitterer Verlust von mehr als einem Drittel ein.

Einst galten ja die deutschen Versorgeraktien als sog. „Witwen- und Waisenpapiere“, quasi als solide langfristige Kapitalanlage mit fast Anleihencharakter. Diese schönen Zeiten sind seit der Finanzkrise 2007/08 vorbei. Damals erreichte der Aktienkurs von RWE das historische Allzeithoch bei gut 100 Euro. Spätestens seit dem Jahr 2011, seit der Katastrophe von Fukushima und der deutschen Energiewende, ist es aber endgültig vorbei mit dem Status als „sicherer Hafen“. In der Spitze verlor die RWE-Aktie vom Hoch aus betrachtet gut 90 Prozent.

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Bankaktien haben sich nie erholt

Ja, liebe Leser, von den Dauer-Optimisten wird die Aktienanlage ja immer noch als alternativlose Langfristanlage beworben. Allen voran die Banken treiben die Sparer ja derzeit in Aktieninvestments. Dividenden gelten ja mittlerweile als Zinsersatz.

All jene Optimisten sollten zunächst aber einmal auf die langfristige Kursentwicklung der beiden deutschen Großbanken, Commerzbank und Deutsche Bank, schauen, ehe sie arglose Sparer ins Risiko treiben. Die Finanzkrise 2007/08 ist ja nun schon seit zehn Jahren Geschichte. Eigentlich, ja eigentlich hätten sich auch die Aktienkurse der beiden Großbanken längst erholen müsssen. Dem ist aber nicht so, ganz im Gegenteil.

Autobauer vor dem Absturz?

Die Aktie der Deutschen Bank notierte 2007 bei über 90 Euro. Nach elf verlustreichen Jahren ist das Papier nicht einmal mehr 14 Euro wert. Noch schlimmer verlief der Zusammenbruch für die Aktionäre der Commerzbank. Das Papier kostete vor gut zehn Jahren umgerechnet fast 200 Euro. Von diesem Ausgangswert sind mittlerweile nur noch gut sieben Prozent übrig. Wir reden hier also über einen Kursverlust von 93 Prozent – und das bei einer deutschen Großbank.


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Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.