Dem Bitcoin winkt das Technologieaktien-Schicksal

Was Sie aus historischen Kursmustern für den Bitcoin lernen können. (Foto: Wit Olszewski / shutterstock.com)

In den vergangenen Wochen ist es deutlich ruhiger um die Kryptowährungen geworden:

Der -70%-Crash vom 18. Dezember 2017 bis zum 6. Februar 2018 – also in nur 7 Wochen – war für die Bitcoin-Anleger ein heftiger Schlag ins Gesicht.

Zuvor war ein unglaublicher Hype um die Kryptowährungen entstanden: Allein im Börsenjahr 2018 kletterte der Bitcoin um irrwitzige +1.891%!

Das stellt sogar noch den Internet-Hype zur Jahrtausendwende in den Schatten: In den 12 Monaten vor dem Rekordhoch des Jahres 2000 hatten die Technologieaktien des Nasdaq Composite +116% zugelegt.

Für den US-Index damals eine exorbitante Steigerung – doch gegen den Bitcoin-Anstieg verblasst selbst das.

Als die Internet-Blase im Laufe des Jahres 2000 zu platzen begann, bildete der Nasdaq Composite ein Kursmuster aus, das sich derzeit auch im Bitcoin findet…

Ich hatte Sie mehrfach gewarnt

Hier in Chartanalyse-Trends habe ich in den zurückliegenden 5 Monaten mehrfach vor Spekulationen in der Kryptowährung Bitcoin gewarnt. Zuletzt meldete ich mich dazu am 26. Februar dieses Jahres bei Ihnen.

Hier noch einmal meine Einschätzung von vor 3 Wochen:

„Wie Sie inzwischen aus meiner Relative Stärke Index-Analyse wissen, war das erst der Startschuss zu noch weit größeren Kursverlusten.

Wie Sie dem Tages-Chart entnehmen können, hat sich der Bitcoin in der letzten Woche bis an den seit Mitte Dezember 2017 gültigen Abwärtstrend heran ‚gearbeitet‘. Das heißt:

Genau jetzt bietet Ihnen der Bitcoin die letzte und bestmögliche Ausstiegchance!“

Schauen wir uns zunächst einmal an, was sich seither in der Kryptowährung getan hat:

Die Talfahrt geht weiter

Bitcoin: Abwärtsbewegung setzt sich fort

Den Zeitpunkt meiner letzten Analyse habe ich im Chart mit der roten Vertikale kenntlich gemacht. Sie sehen:

Der Bitcoin hat im Anschluss noch einmal einen Schlenker nach oben gemacht und ist dann letztlich doch noch an die Abwärtstrendlinie gestoßen (gelber Kreis). Aber dann war auch Schluss!

Inzwischen notiert der Bitcoin schon wieder -17% niedriger. Das 50-Tage-Momentum, der Indikator für Schwung und Dynamik einer Kursbewegung, hat am vergangenen Freitag ein neues Tief im Rahmen seiner Abwärtsbewegung ausgebildet:

Das signalisiert Ihnen, dass die Talfahrt noch nicht beendet sein dürfte. Und hier kommt das Kursmuster des Nasdaq Composite ins Spiel:

Bitcoin-Kursmuster erinnert an das Jahr 2000

Zur besseren Vergleichbarkeit wurde der Nasdaq-Verlauf von 1999 bis 2000 der Bitcoin-Entwicklung von 2017 bis gestern gegenübergestellt:

Bitcoin zeigt ein ähnliches Kursmuster wie der Nasdaq Composite im Jahr 2000

Sie sehen es selbst: Die Entwicklung beider Märkte nach der Top-Bildung weisen frappierende Ähnlichkeiten auf!

Nasdaq Composite und Bitcoin crashten zunächst einmal in kurzer Zeit: Der Technologieindex benötigte nur 3 Wochen mehr für einen Absturz um -41%.

Die anschließende Erholung gaukelte vielen Anlegern vor, dass damit genügend Luft aus der Blase abgelassen worden sei. Doch der Index schaffte es Anfang September 2000 hauchdünn nicht, das Juli-Hoch zu überbieten (gelb eingekreist).

Der Bitcoin hat in den zurückliegenden Wochen ein sehr ähnliches Kursmuster generiert (blauer Pfeilpfad): Auch hier konnte das Zwischenhoch bei 11.790 vom 20. Februar 2018  (11.704) nicht überboten werden (gelb eingekreist).

Schauen wir nun zum Abschluss darauf, wie sich der Nasdaq Composite danach weiter entwickelt hat:

Nasdaq Composite 2002: -78% Verlust

Nasdaq Composite von 2000 bis 2002: -78% Verlust

Nach der Ausbildung des eben gezeigten Kursmusters ging es im Nasdaq Composite weiter massiv bergab: Beim Endpunkt dieses Desasters im Oktober 2002 notierte der Index -78% unter seinem Rekordhoch aus dem Jahr 2000.

Nun haben Sie vielleicht eine bessere Vorstellung von dem, was dem Bitcoin noch bevorsteht!

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Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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