Dem Einzelhandel geht es immer noch relativ gut

Trotz der Konjunktureintrübung hoben die Einzelhändler ihre Umsatzprognose für das laufende Jahr an.

Angesichts der bisherigen guten Geschäfte und der erhofft guten Weihnachtsverkäufe erwartet der Handelsverband Deutschland, dass der Umsatz nominal um 1,8% auf gut 459 Mrd € zulegen dürfte, statt nur um 1,5%, wie bisher erwartet.

Nach einer Umfrage wollen die Bundesbürger mit durchschnittlich 447 € so viel Geld für Weihnachtsgeschenke lockermachen wie nie zuvor – satte 50 € mehr als 2013.

Die Händler fokussieren sich immer stärker auch darauf, ihre eigenen Stärken auszuspielen: Das Erlebnis am Einkauf an sich. „Event-Shopping“ heißt das in der Fachsprache. Aggressiver expandiert der Online-Handel, dessen Verkäufe um fast ein Fünftel auf 39 Mrd € hochschnellen dürften.

Die Metro Gruppe generierte beispielsweise über das Internet über 30% mehr Umsatz als im Vorjahr. Carrefour erwirtschaftet über 70% seiner Umsätze in Europa und hatte dort einst auf besonders große „Hypermärkte“ gesetzt, was sich inzwischen aber als Problem erweist, da viele Kunden mittlerweile kleinere Geschäfte in ihrer Nähe und Internetangebote bevorzugen.

Der Einzelhandel geht online – Amazon wird stationär

Während die großen Einzelhandelsketten den Discountern mit einer verstärkten Internetpräsenz Paroli bieten, versucht Amazon den Einstieg in den stationären Handel. Gerüchte gab es schon vor 3 Jahren bezüglich eines Pilotgeschäfts, das in eine Filialkette münden könnte. Jetzt heißt es, dass Amazon noch vor Weihnachten ein Geschäft in New York eröffnen will.

Der Laden soll in der Nähe des Empire State Buildings eröffnen, zunächst mit einem Service-Konzept: Kleines Lager mit Produkten für die Auslieferung am gleichen Tag innerhalb New Yorks. Auch hier erwägt Amazon, das Konzept auf weitere Standorte in den USA auszudehnen.

In Deutschland setzte Amazon bislang auf Kooperationen mit großen Einzelhändlern, darunter mit den Metro- Ketten Saturn und Media Markt, der Apple-Spezialist Gravis und die Büromaterial-Kette Staples. So werden die Grenzen zwischen Internet und stationärem Handel immer mehr verschwimmen.

Es wird gewerkelt, als gäbe es kein Morgen

Der milde Frühling hat Hornbach geholfen, Umsatz und Gewinn deutlich zu steigern. Aber auch das Ende von Praktiker/Max Bahr half den Baumärkten. Sechs ehemalige Filialen von Praktiker/Max Bahr sind in der Hornbach- Kette aufgegangen, etwa 400 Mitarbeiter wurden dabei übernommen.

Weitere Märkte des ehemaligen Mitbewerbers will Hornbach nicht übernehmen. Im 1. Halbjahr eröffnete Hornbach insgesamt fünf neue Märkte, zwei wurden geschlossen. Neu ist dabei ein Kompaktformat mit nur 800 Quadratmetern Fläche am Standort Bad Bergzabern.

Die weltgrößte Baumarktkette Home Depot stellt sich nach überraschend starken Quartalszahlen auf weitere Belastungen durch den jüngsten Hackerangriff ein.

29. Dezember 2014

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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