Demokratische Republik Kongo will 400.000 Tonnen Kupfer produzieren

Der Kongo ist eines der rohstoffreichsten Länder der Welt. Doch hier zeigte sich in den letzten Jahren in besonders deutlicher […] (Foto: Djelen / Shutterstock.com)

Der Kongo ist eines der rohstoffreichsten Länder der Welt. Doch hier zeigte sich in den letzten Jahren in besonders deutlicher Weise, dass Rohstoffe ebenso Segen wie Fluch sein können. Das Land wurde von einem langjährigen Bürgerkrieg zerrissen. Finanziert wurden Waffen und Soldaten von beiden Seiten mit Einnahmen aus Rohstoffverkäufen. An den Rohstoffen, die aus dem Kongo kamen, klebte und klebt zum Teil noch immer Blut, was den Kauf dieser Rohstoffe so sehr sie auch benötigt werden aus ethischen Gesichtspunkten problematisch erscheinen lässt.

Besonders in den östlichen Landesteilen fernab der Hauptstadt sicherten sich Milizionäre die Kontrolle über Minen und Schürfgebiete. Hier sind es vor allem die Exporte von Tantal und Diamanten, die seit Jahren wegen der unhaltbaren Menschenrechtssituation in der Kritik stehen. An sich wäre es für die industriellen Abnehmer ein leichtes sicherzustellen, dass das von ihnen bezogene Tantalium nur aus ethisch unbedenklichen Quellen stammt. Doch die Industrie erweist sich in diesem Punkt als recht träge und ein massiver Druck seitens der Verbraucher, der ein Umdenken einleiten könnte, ist nicht in Sicht.

Bergbau als Chance für den Neuaufbau

Der Rohstoffreichtum könnte dem Kongo auf der anderen Seite aber auch dabei helfen schneller als andere von Bürgerkriegen zerrissene Staaten wieder auf die Beine zu kommen, denn mit den exportierten Erzen kommen Devisen ins Land, die, wenn sie gerecht verteilt werden, allen helfen. Entsprechend groß sind die Bemühungen der Regierung den am Boden liegenden Sektor zu fördern.

Für das Jahr 2010 rechnet die Regierung aufgrund verschiedener neuer Bergbauprojekte mit einem deutlichen Anstieg der Aktivität. Die Kupferproduktion soll auf 400.000 Tonnen steigen. Langfristig als Ziel anvisiert wird sogar eine Jahresproduktion von über 800.000 Tonnen im Jahr 2012. Als Grund für diese starken Anstiege werden die von Freeport McMoRan Copper & Gold Inc., Katanga Mining und Gecamines betriebenen Minen genannt.

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Freeport betreibt im Kongo die Tenke Fungurume Mine. Sie ist größte Kupfer-Kobalt-Mine des Landes und nahm im vergangenen Jahr den kommerziellen Betrieb auf. Experten gehen davon aus, das die Lagerstätte über die weltweit größten noch nicht ausgebeuteten Kupfer- und Kobalt-Reserven verfügt.

Minenproduktion auf dem Niveau der 80er Jahre

Es ist schon eine ganze Weile her, dass der Kongo mit derartigen Produktionszahlen aufwarten konnte. In den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts wurden zuletzt 400.000 Tonnen Kupfer pro Jahr produziert. Während des Bürgerkriegs lag der Sektor am Boden, weil die internationalen Konzerne das Land mieden und ihre Minen schlossen. Was übrig bleib war der unprofessionelle Abbau zur Kriegsfinanzierung.

Bis 2012 will das Land auch wieder über 90.000 Tonnen Kobalt pro Jahr produzieren. Für 2010 wird noch ein Minenausstoß von 30.000 Tonnen Kobalt erwartet. Für das Metall Kobalt ist der Kongo eine der wichtigsten Adressen, denn das Land verfügt über mehr als ein Drittel der weltweit bekannten Reserven.


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.