Den Autozulieferer ZF zieht es in den Süden der USA

„Make it big“ – ein Werbeslogan der jüngsten Vergangenheit drückt ein Lebensgefühl aus, das  sich bevorzugt in den USA breitgemacht hat.

Große Einkaufszentren, große Lebensmittelpackungen und große Autos stehen für ein Lebensgefühl der besonderen Art.

In Zeiten der Finanzkrise wurden schon mal kleine Brötchen gebacken, man gab sich bescheidener, kaufte weniger und verzichtete auf das neue Auto.

Doch nun geht es wieder aufwärts, die Konsumneigung der US-Bürger steigt wieder, der Konsumklimaindex der Universität Michigan kletterte nach den Erhebungen der letzten Woche auf den höchsten Stand seit sechs Jahren.

General Motors (GM) berichtete jüngst von steigenden Absatzzahlen auf dem amerikanischen Markt und auch Ford und Chrysler zeigt sich von den wachsenden Bestellungen erfreut.

Während sich die Autohäuser in Europa auf eine nochmals sinkende Nachfrage einstellen, machen sich die US-Bürger auf ins nächste Car-Center.

Und dort wird geordert, der neueste Dodge RAM, ein Chevrolet Silverado oder der Ford F-150. Egal welche Marke, nur „big“ muss es sein. Und die neueste Technik bieten.

USA als Vorreiter bei der Nachfrage

Die autoverliebten Amerikaner hängen die europäische Nachfrage ab.

Die deutschen Markenhersteller BMW, VW und Mercedes folgen dem Markt und haben in den vergangenen Monaten und Jahren neue Werke in South Carolina im Süden der USA errichtet.

Die im Vergleich zu Deutschland um 20% niedrigeren Lohnkosten und das Fehlen von Gewerkschaften sind neben der Nähe zum amerikanischen Markt Faktoren, die für die Standortwahl sprachen.

Auch die Zulieferbetriebe zieht es an den Ort des Geschehens, gerade in diesen Tagen eröffnete der nicht-börsennotierte Getriebehersteller ZF Friedrichshafen sein neues US-Werk in Gray Court, South Carolina, und schuf mit einer Investitionssumme von 500 Mio. Euro auch gleich 1.650 neue Arbeitsplätze.

Auf 95.000 m² Hallenfläche werden hier in Zukunft jährlich 1,2 Mio. neue Automatikgetriebe gebaut, die den Bedarf in den USA abdecken sollen.

Ein Signal für die Branche, denn trotz der jüngsten Erfolge der Autobauer in den USA, der Autoboom in den USA kommt gerade erst ins Laufen.

Und auch die im Moment darniederliegenden Absatzmärkte in Südamerika, die aus den Produktionen in den USA bedient werden, zeigen leichte Anzeichen einer Erholung.

Da Autos seit jeher eng mit den Emotionen von Menschen verknüpft sind, haben sich auch die Aktien-Investoren früh in den sich abzeichnenden zarten Aufschwung verliebt und die Kurse der Autohersteller und ihrer Zulieferbetriebe deutlich nach oben getrieben.

Folgen häufig die Kurse den guten Unternehmensmeldungen, ist es diesmal bei den Autowerten eher umgekehrt gewesen. Erst die Emotionen, dann die Fakten.

Der nachstehende Point&Figure-Chart des S&P500 Automobiles & Components zeigt den Aufschwung, der sich ab Mitte letzten Jahres abzeichnete.

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(anklicken zum Vergrößern)

Der Aufwärtstrend des Sektoren-Index, der neben der Wertentwicklung von General Motors und Ford auch die der fünf größten amerikanischen Automobilzulieferern misst, notiert in einem klaren Point&Figure-Kaufsignal, die 3 grünen  Kreise im Chart zeigen die Entstehung des Aufwärtstrends.

Eine Kurszielbestimmung für die Kaufsignale machen bei diesem Index keinen Sinn, er ist als solcher mit börsennotierten Finanzinstrumenten nicht handelbar.

Warum ich Ihnen diesen Chart aber dennoch zeige? Ganz einfach: ich möchte Sie darauf aufmerksam machen, dass in bestimmten Sektoren des S&P500 Kursgewinne möglich sind, die über die Erfolge des übergeordneten S&P500 hinausgehen.

Denn der S&P500 Automobiles & Components konnte in diesem Jahr bereits um +31% steigen. Während der S6P500 selbst „nur“ um +15,6% klettern konnte.

Ich gehe davon aus, dass sich, Rückschläge nicht ausgeschlossen, US-Autowerte und die ihrer Zulieferer weiter überproportional zum Gesamtmarkt entwickeln werden.

Deshalb habe den gestrigen Abend dazu genutzt, mir eine neue Beobachtungsliste mit US-Autozulieferer-Werten zusammen zustellen, die ich nun analysieren werde.

Sollte ich, davon gehe ich aus, hierunter empfehlenswerte Titel mit gutem und sehr gutem Kurspotential entdecken, werde ich diese meinen Lesern des Point&Figure Trader zum Kauf ans Herz legen.

29. Juli 2013

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Von: René Neukirch. Über den Autor

René Neukirch, Jahrgang 1963, ist Händler. Parketthändler. Zumindest nannte man es damals, vor über 26 Jahre so. Mit nur 22 Jahren hatte er sich schon vom einfachen Bankkaufmann hochgearbeitet zum Parketthändler und ist seitdem der Leidenschaft Börse verfallen.

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