Den Crash mit Ansage gibt es nicht

„Solange die Medien den Crash herbeirufen, wird es ihn nicht geben“, stellt unser Börsenexperte Rainer Heißmann fest und belegt es. (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Aktuell hat Spiegel Online mal wieder einen Crash prophezeit. Ich habe dazu in den vorherigen Tagen schon kurz geschrieben. Bei Spiegel Online können Sie lesen:

„Aktienmärkte in den USA: An der Börse riecht es nach 1987: Droht an den Aktienmärkten ein Absturz wie einst 1987?

Die Parallelen sind vor allem in den USA frappierend – angefangen von der Sorglosigkeit der Anleger über die steigenden Zinsen bis hin zu übertriebenen Bewertungen.“

Damit reiht sich Spiegel Online in die permanent zu lesenden Crash-Ansagen ein. Klar, irgendwann einmal haben die Crash-Propheten Recht.

Nur: Wer bis dahin auf diese Berichte hört und entsprechend investiert, ist dann mehrfach pleite. Denn: Der Crash auf Ansage kommt nicht.

Ein weiterer Crash-Bericht

Lesen Sie mal, was ein anderer Crash-Prophet zu berichten weiß:

„…ich kann Sie nur immer wieder davor warnen auf die augenblicklichen Jubelmeldungen von Politik und Wirtschaft hereinzufallen. Viel zu sehr erinnert die aktuelle Propaganda an reinen Zweckoptimismus, …“

Ich frage:

„Würden Sie aufgrund solcher, anschließend logisch begründeter Argumente auf einen Crash setzen und Put-Optionen kaufen?“

Und ich füge sofort an: Vorsicht Falle, meine Frage ist eine Fangfrage. Denn: Das letzte Zitat ist aus einem kostenpflichtigen Börsendienst von Anfang August 2009 (!).

Zur Erinnerung:

Damals hatte der DAX den vorherigen Crash abgehakt und gerade wieder die 5.000 Punkte überwunden. Der kostenpflichtige (!) Börsendienst warnte Anfang August 2009 davor, denen zu glauben, die einen Dow Jones bei 15.000 Punkten prognostizierten.

Sie wissen:

Im derzeit laufenden Jahr hat der Dow Jones mit 15.658 Punkten ein neues Allzeithoch markiert. Und der DAX stand zwischenzeitlich 70% über dem Stand von 5.000 Punkten, als der zitierte Crash-Prophet warnte. (Er warnt übrigens immer noch.)

Am Rande:

Mich würde interessieren, wie die Performance dieses Ratgebers im Crashjahr 2008 ausgesehen hat. Im Optionen-Profi haben wir rund 30% plus gemacht obwohl der DAX in dem Crashjahr etwa 40% verlor.

2 Dinge, die mich ruhig schlafen lassen

1. Den Crash mit Ansage gibt es nicht

Depot-Absicherung: Lösung in unruhigen BörsenzeitenDer DAX hat innerhalb weniger Tage rund 1.000 Punkte verloren. Wie Sie Ihr Depot absichern können. › mehr lesen

Die Stimmung an den Märkten ist alles andere als euphorisch. Und das ist gut so. Denn bei Euphorie gehen bei mir die Warnlampen an. Solange die Medien über Crashs spekulieren und diese auch ankündigen, schlafe ich ruhig. Denn es ist Vorsicht im Markt.

2. Die richtige Strategie

Es gibt keine Sicherheit an den Börsen. Und es mag sein, dass die Kurse doch purzeln. Darauf muss man immer vorbereitet sein. Ich habe dafür die Strategie 4:1 Call-Optionen zu Put-Optionen entwickelt. Die ist ganz einfach, kein Geheimnis und enorm wirksam.

Ich empfehle für je 4.000 Euro, die in Call-Optionen investiert werden, für 1.000 Euro Put-Optionen auf den DAX, Dow Jones oder die Nasdaq zu kaufen.

Das Verhältnis 4:1 kann sich ändern und hat sich in der Vergangenheit auch schon geändert. Es wird im Optionen-Profi aber nie eine reine Investition nur in Call-Optionen oder nur in Put-Optionen geben.

Dass das Verhältnis 4:1 Call- zu Put-Optionen im Crash das Depot zu einem Gesamt-Gewinn führt, hat das Jahr 2008 bewiesen.

Es ist auch einfach nachzuvollziehen: Eine Call-Option kann maximal 100% verlieren; eine Put-Option kann aber 400%, 500% und fast endlos viel gewinnen.

Während der Spiegel und andere den Crash ausrufen, fahren wir im Optionen-Profi serienweise Gewinne mit Call-Optionen ein; abgesichert mit Put-Optionen. Das Jahr 2013 verspricht zum Rekordjahr zu werden.

Am Ende eine reine Spekulation und offene Frage: Kann es ein, dass diejenigen, die regelmäßig Crashs ankündigen, selbst kaufen wollen und deshalb versuchen, die Kurse zu drücken?

Zum guten Schluss: Heute genau vor 280 Jahren, also am 05.09.1733, kam der deutsche Schriftsteller Christoph Martin Wieland auf unsere Welt. Er wusste seinerzeit zu berichten:

„Wem nicht wenig genügt, den macht kein Reichtum satt.“

Ein guter Leitsatz für uns Börsianer. Er warnt, sich an der Börse von „Gier“ leiten zu lassen.

(Auch) um diese zu verhindern, nutze ich im Optionen-Profi die 100%-Ziel-Verkauf-Strategie. Bei +100% wird der Gewinn realisiert. (Neueinstieg nach gründlicher Analyse nicht ausgeschlossen.)

Ich wünsche Ihnen, dass Sie so viel haben, dass es Ihnen genug ist. Dann „dürfen“ Sie durchaus auch Reichtum haben oder anstreben, denn der macht dann auch „satt“.

© Rainer Heißmann – Weiterverbreitung nur mit Link auf den Originaltext gestattet

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Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen und Chefredakteur vom "Optionen-Profi". Außerdem ist er Autor des Buchs "Reich mit Optionen". Seine größte Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie auch dem Nicht-Fachmann verständlich und nachvollziehbar werden.

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