Denken Sie wie ein Investmentfonds-Manager

Fondsmanager müssen anders handeln als Privat-Anleger. Genau das ist für Sie ein unschätzbarer Vorteil! Hier erfahren Sie Näheres dazu: (Foto: pixinoo / Shutterstock.com)

Stellen Sie sich bitte für einen Moment einmal vor, Sie wären Manager/in eines großen Aktien-Investmentfonds und hätten ein Anlage-Volumen von mehreren Mrd. € oder US-Dollar zu verwalten!

Ich versetze Sie bewusst in diesen Zustand, weil es einen gewaltigen Unterschied zur Vorgehensweise beim Investieren als Privat-Anleger ausmacht.

Derart hohe Summen sind im Übrigen beileibe kein Einzelfall:

Denken wie ein Fondsmanager

Laut BVI (Verband für Kapitalverwaltungsgesellschaften und Fonds) verwalteten zum Stichtag 30. September 2017 deutsche Aktien-Investmentfonds ein Mittel-Aufkommen von insgesamt 380,5 Mrd. €!

Das in den USA betreute Fonds-Vermögen ist noch weit größer.

Stellen Sie sich nun weiter vor, Sie hielten in Ihrem Fonds eine bedeutende Position in einer Aktie wie beispielsweise Amazon, sagen wir einmal: 667.556 Anteile!

Zu Beginn dieses Jahres war diese Position gut 500 Mio. USD (667.556 x 749,87 USD) wert.

Als die Amazon-Aktie Ende Oktober 2017 nach Vorlage der Quartalszahlen erstmals über 1.100 USD kletterte, lag Ihre Position bei 734,3 Mio. USD – ein Wertzuwachs von +46,7% in gerade einmal 11 Monaten!

Daraufhin haben Sie beschlossen, die Hälfte Ihrer Amazon-Anteile zu verkaufen.

Schließlich müssen Sie in wenigen Wochen den Inhabern Ihrer Fonds-Anteile Rechenschaft über Ihre Investments im Börsenjahr 2017 ablegen.

Zum anderen ist die Amazon-Position in Ihrem Portfolio in Relation zu den anderen Aktien-Positionen inzwischen recht groß geworden.

Last not least ist „an Gewinn-Mitnahmen noch niemand gestorben“, wie der Volksmund sagt.

Handeln wie ein Fondsmanager

Wie gehen Sie also vor?

333.778 Amazon-Anteile sind ein großer Posten – insbesondere, wenn man bedenkt, dass im Durchschnitt der vergangenen 50 Tage börsentäglich 5,89 Mio. Amazon-Anteile den Besitzer wechseln.

Verkaufen Sie alle Anteile auf einen Schlag, könnten Sie damit einen Kursrutsch auslösen, da Ihr Handeln am Markt auch von der Konkurrenz beobachtet wird.

Denn Ihre Wettbewerber haben, wie Sie sich denken können, ebenfalls auf Amazon gesetzt und möchten keinesfalls den „richtigen“ Absprung verpassen.

Um Ihre Amazon-Anteile möglichst „lautlos“ loszuwerden, verkaufen Sie die Aktien in kleineren Paketen über mehrere Tage verteilt.

Da keine Eile geboten ist, suchen Sie sich dazu möglichst Handelstage mit geringen Kursschwankungen aus, um gute Preise zu erzielen.

Außer Ihnen dürften noch andere Fondsmanager eine ähnliche Idee haben.

Nun bekommen Sie eine Vorstellung davon, wie diese Kapitalverwalter „ticken“, wie sie am Aktienmarkt agieren.

Distributions-Tage: Ein weiterer Großinvestoren-Indikator

Häufen sich die Verkäufe dieser Großinvestoren, dann kommt es zu Distributions-Tagen.

Falls Sie mit dem Begriff nichts anzufangen wissen, können Sie die Details hier noch einmal nachlesen:

Am 26. Oktober 2017 stellte ich Ihnen die auf den Distributions-Tagen basierende Methode in meinem Beitrag „Steht die Wall Street vor einem Trend-Wechsel?“ vor.

Mi Hilfe dieser Analyse-Methode können Sie das Ende eines Aufwärtstrends in einem Aktienindex frühzeitig erkennen.

Bei meiner letzten Zählung am 16. November 2017 hatten wir für den Nasdaq Composite 6 Distributions-Tage in 4 Wochen ermittelt.

Das war eine ausreichende Anzahl (mind. 4 Distributions-Tage in 2 – 4 Wochen), um einen Trend-Wechsel zu erwarten. Schauen wir uns das in der Grafik noch einmal an:

nasdaq composite_05-12-2017

Nasdaq Composite: Warnsignal – 5 Distributions-Tage in 4 Wochen

Im Chart habe ich das Zeitfenster von Mitte November mit dem linken roten Rechteck markiert.

Doch Sie erkennen unschwer, dass der Technologie-Aktien-Index stattdessen weiter angestiegen ist.

Versagt die Distributions-Tage-Analyse-Methode?

Versagt also die Methode von Buchautor William J. O’Neill? – Ich denke nicht. Aber wir müssen wohl eines konstatieren:

In diesem Aktienmarkt war es für den Privat-Anleger bis dato stets richtig, schon bei kleineren Rücksetzern wieder einzusteigen.

Die prozentuale Tages-Veränderung in der Grafik (unten) dokumentiert, dass es seit Februar erst 2 Börsentage mit Index-Verlusten von mehr als -2,0% gab.

Warnsignal Nasdaq Composite: 5 Distributions-Tage in 4 Wochen

Im Chart sehen Sie weiterhin, dass es in den vergangenen 4 Wochen (rechtes rotes Rechteck) erneut zu 5 Distributions-Tagen gekommen ist.

Das ist 1 Distributions-Tag mehr als die erforderliche Mindestzahl. Schauen Sie nun bitte noch einmal etwas genauer auf die Umsätze!

Es wird Ihnen auffallen, dass die Umsätze an 4 der letzten 6 Handels-Tage signifikant über dem Durchschnitt der vergangenen 50 Tage lagen.

Fazit und Empfehlung

Die Gefahr eines Trend-Wechsels ist mithin keineswegs vorüber, sie ist sogar noch größer geworden. Es gab riesige Umsätze an den Tagen mit einem Minus im Index.

Hinzu kommt: Der Dezember ist laut Statistik einer der gewinnträchtigsten Monate im Kalenderjahr.

Die überwiegende Mehrheit der Anleger erwartet daher die Fortsetzung der Jahresend-Rallye.

Nach meiner mehr als 37 Jahre umfassenden Erfahrung an den Börsen macht der Aktienmarkt indes so gut wie nie das, was die Mehrheit der Marktteilnehmer erwartet.

Es könnte an der Wall Street daher in den kommenden Tagen und Wochen etwas ungemütlicher werden.

Falls Sie noch einen Beleg für meine Einschätzung haben möchten, dann schauen wir doch zum Abschluss noch auf den Amazon-Chart!

Zusätzlich habe ich hier das On-Balance-Volumen (OBV) eingeblendet, also den Indikator, der Ihnen das Verhalten der Großinvestoren widerspiegelt:

amazon_05-12-2017

Amazon: Die Großinvestoren haben tendenziell in die Rallye hinein verkauft.

Der OBV-Verlauf zeigt Ihnen: Als Manager eines großen Investmentfonds hätten Sie exakt so gehandelt, wie ich es eingangs beschrieben habe.

Ihre 333.778 Amazon-Anteile konnten Sie sogar noch besser als erhofft, nämlich zu Kursen zwischen 1.100 USD und 1.200 USD, verkaufen.

Respekt, Sie sind ein verdammt guter Investmentfonds-Manager!


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Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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