Depotbanken kassieren Gebühren – Fürs Nichtstun

„Kann es sein, dass meine Depotbank pro Monat 7,50 € für jede unausgeführte Stopp-Loss-Order kassiert?“, fragte mich letzte Woche ein Leser entsetzt.

Leider muss ich das bestätigen: Es kommt immer häufiger vor, dass die Broker auf diese Weise Geld fürs Nichtstun kassieren. Allerdings sind 7,50 € eine ungewöhnlich hohe Gebühr.

Depotbanken können leider abrechnen

Zum Hintergrund: Mit einer Stopp-Loss-Order können Sie die Verluste bei den Wertpapieren in Ihrem Depot begrenzen oder Ihre Gewinne absichern. Sie geben einfach eine Verkaufsorder auf und setzen dabei ein so genanntes Stopp-Loss-Limit.

Das heißt, Sie definieren einen Börsenkurs. Erreicht oder unterschreitet die Aktie diesen Börsenkurs, dann wird sie zur nächsten gültigen Kursnotierung automatisch verkauft. Sinnvoll ist meist eine Stopp-Loss-Marke von 10 bis 15% unter dem aktuellen Börsenkurs.

Depotbanken haben Vorteile aber auch gewissen Nachteile

Auf diese Weise sind Sie Ihre Aktien schnell los, wenn es je zu einem Kurssturz kommt. Fällt die Aktie nicht unter das Stopp-Loss-Limit, dann wird die Verkaufsorder auch nicht ausgeführt.

Die Crux ist: Einige Depotbanken berechnen Gebühren für unausgeführte Stopp-Loss-Orders. So verlangt etwa die Comdirect-Bank für jeden Monat, in dem eine Order bestehen bleibt 2,50 €.

Anderes wird ebenfalls in Rechnung gestellt

Die Löschung oder Änderung wird ebenfalls mit 2,50 € in Rechnung gestellt. Dabei bleibt etwa bei Maxblue, dem Direktbroker der Deutschen Bank, oder der Münchener DAB die Stopp-Loss-Order kostenfrei, solange sie nicht ausgeführt wird.

Allerdings ist auch hier die Änderung oder Löschung kostenpflichtig. 2,50 € müssen Sie bei der DAB-Bank berappen, 5,00 € bei Maxblue.

Bedenken Sie aber: Auch auf die Preise fürs Ändern oder Löschen sollten Sie achten. Denn bei steigenden Kursen wird es von Zeit zu Zeit nötig, den Stopp-Loss-Kurs nachzuziehen, also nach oben anzupassen.

Auch das sollte Sie dann kein Vermögen an Ordergebühren kosten.

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31. Juli 2009

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Dr. Erhard Liemen. Über den Autor

Dr. Erhard Liemen ist Chefredakteur verschiedener, international renommierter Informationsdienste. Seit 1996 betreut er den angesehenen und erfolgreichen Dienst "Der Deutsche Wirtschaftsbrief".

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