Der 500 Euro Schein: Petition fordert Abschaffung

Haben Sie schon mal einen 500 Euro Schein in der Hand gehalten? Vermutlich nicht! Woran das liegt erfahren Sie hier. (Foto: Marian Weyo / Shutterstock.com)

Der 500 Euro Schein: Ein Phantom

Haben Sie schon mal einen 500 Euro Schein in der Hand gehalten? Falls nein, dann gehören Sie nicht etwa zu einer aussterbenden Spezies, sondern befinden sich in allerbester Gesellschaft – dieser Schein ist in der freien Wildbahn kaum anzutreffen.

Kein Wunder, denn viele Geschäfte oder Tankstellen verweigern die Annahme dieser Geldscheine und auch Geldautomaten spucken keine 500er aus. Grund genug für einen aufgebrachten Bürger, per Petition die Abschaffung des 500 Euro Scheins zu fordern.

Während zu DM-Zeiten der 1000-Mark-Schein zwar ein äußerst seltener, aber zumindest hin und wieder gesehener Gast war, hat bislang kaum ein Bundesbürger jemals einen 500 Euro Schein in der Hand gehalten.

Lediglich am Bankschalter bei expliziter Nachfrage oder bei der Barabhebung großer Summen sind 500er erhältlich. Die notorische Abneigung zahlreicher Tankstellen und Supermärkte gegen den wertvollsten Euro-Schein sorgen ebenfalls dazu, dass der 500er ein absolutes Nischendasein führt.

Die Angst vor Blüten: Einen 500er will niemand

Der Grund für die Verweigerung ist oftmals die Angst, dass durch einen gefälschten 500-Euro-Schein viel Geld verloren wird, obwohl an nahezu jeder Kasse ein Gerät zum Entlarven von Blüten steht.

Doch das Vertrauen in die Technik scheint lediglich bis zum 100 Euro Schein zu reichen, denn auch 200 Euro Scheine werden häufig nicht akzeptiert, aber zumindest toleriert.

Volkhard Uetzs Petition gegen den 500 Euro Schein

Den 500 Euro Schein sollte man hingegen am liebsten sofort abschaffen, wenn es nach Volkhard Uetz geht: Uetz hat eine Petition ins Leben gerufen, die den Bundestag dazu auffordert, den 500-Euro-Schein abzuschaffen.

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Laut Uetz soll es auch nicht möglich sein, einen 500-Euro-Schein in bar bei einer Filiale der Deutschen Post einzuzahlen, weshalb der Geldschein aus seiner Sicht als Zahlungsmittel wertlos ist.

Seine ambitionierte Forderung dürfte jedoch kaum jemals wirklich in die Tat umgesetzt werden: Lediglich die Europäische Zentralbank könnte die Rücknahme von Banknoten durchführen – dazu wäre jedoch auch noch eine Änderung des EG-Vertrags notwendig, der alle EU-Länder zustimmen müssten.

In Spanien wurde auf den 500-Euro-Schein hingegen gleich ganz verzichtet. Er ist dort zwar gültig, muss aber nicht akzeptiert werden. Als Reisebegleiter im Portemonnaie ist der große Schein deshalb definitiv nicht angebracht, wenn nicht gerade Luxus-Shopping in Madrid auf dem Plan steht.

Die 1000 Euro Blüte: Der Große Bruder des 500er

Übrigens ist der 500-Euro-Schein nicht der einzige Geldschein, der bislang immer wieder für Ärger gesorgt hat: Als die Euro-Währung eingeführt wurde, hat übrigens ein waghalsiger Betrüger einen besonders dreisten Trick in einem Bordell erfolgreich ausprobiert.

Nach dem mehrstündigen Liebesspiel bezahlte er die Zeche mit einem 1000-Euro-Schein, den er zuvor in mühsamer Kleinarbeit am heimischen PC erstellt hatte.

Als die mit der neuen Währung noch nicht vertrauten Prostituierten bemerkten, was ihnen dort untergejubelt worden war, war der Mann bereits über alle Berge.


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Tino Hahn
Von: Tino Hahn.