Der aktuelle volatile Markt bietet Ihnen gute Kaufkurse

Die aktuelle Marktlage bietet genügend Zündstoff, um die Kurse deutlich ausschlagen zu lassen. Dabei bin ich von einem sich fortsetzenden Aufwärtstrend der Märkte überzeugt.

Denn zum einen marschieren die US-Indizes voran. Zum anderen sorgt die Politik des billigen Geldes dafür, dass es zur Anlage an den Aktienmärkten – und damit zu Call-Optionen – keine attraktive Alternative gibt.

Die für die nächste Sitzung der US-Notenbank (am 14.12.2016) erwartete Zins-Anhebung wird gegebenenfalls nur homöopathischen Charakter und deshalb keine nachhaltigen Auswirkungen auf die Märkte haben.

US-Aktienindizes auf Allzeithoch …

Die US-Aktienindizes Dow Jones, S&P 500, Nasdaq Composite und Russell 2000 notieren knapp unter ihrem jeweiligen Allzeit­hoch.

Das vor wenigen Tagen erreichte Allzeit­hoch des S&P 500 liegt nur um etwa 5% über den Notierungen von Anfang des Jahres 2015.

Große Gewinne hat es also in den letzten 2 Jahren auch hier nicht gegeben. Gleichwohl: Die Rekord­notierungen senden uns Kaufsignale.

… der DAX wird folgen

Der DAX steht mit 10.513 Punkten (Schlusskurs voriger Woche) jedoch ca. 18% unter seinem Allzeithoch. Er hat also eine Menge Nachholpotenzial gegenüber den Allzeithochs der US-Indizes.

Damit gleicht sich die Entwicklung der Märkte immer mehr der des Jahres 2014 an, mit dem ich die aktuelle Lage seit geraumer Zeit vergleiche.

Damals lief es zäh – so wie jetzt. Aber dann legten die US-Aktienindizes weiter zu und der DAX startete durch: Vom Tief im Herbst 2014 bis zum Hoch Anfang 2015 gewann er rund 40%.

Damit holte er die voraus gelaufenen US-Kurse nicht nur ein sondern übertraf sie klar. Genau das erwarte ich auch jetzt.

Abstimmung in Italien bremst

Am Sonntag gab es die Abstimmung in Italien zur Verfassungs-Änderung Auswirkungen auf die Märkte. Ministerpräsident Renzi hat die Abstimmung verloren.

Er hatte sein politisches Schicksal an das Ergebnis geknüpft und will seinen Rücktritt einreichen.

Zündstoff

Den ersten Kursen nach zu urteilen hat die Abstimmung in Italien hat keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Märkte. In 2 oder 3 Tagen sehen wir klarer, ob es doch zu Reaktionen führt.

Es gibt weitere Kriterien, die für volatile Kurse sorgen:

Hexensabbat wirft seine Schatten voraus

Die Krisen und Kriege in Nahost begleiten uns leider seit Jahren. Ebenso die Zinsdiskussion und die Politik des billigen Geldes. Griechenland ist ein Dauerthema, das derzeit wieder hoch kocht.

Brexit und Trump: In den letzten Wochen und Monaten sorgten der BrExit (Juni 2016) und die Trump-Wahl (November 2016) für weitere Unsicherheiten.

Österreich: Dazu kommt eine mögliche Veränderung der Politik in Österreich. Denn die Präsidentenwahl hat gezeigt, dass sich die Stimmung der Bürger verändert hat. Der Kandidat der FPÖ hat die Präsidentenwahl zwar verloren, aber ein Regierungswechsel ist bei den kommenden Wahlen trotzdem möglich.

Italien: Gestern – wie oben geschrieben – nun noch das Referendum in Italien: Der Rücktritt von Renzi und eine folgende neue Regierung werden weitere Unruhe in die EU bringen.

Frankreich: Schließlich ist auch ein Politikwechsel in Frankreich absehbar. Die kommende Präsident­schaftswahl wird aller Wahrscheinlichkeit nach einen Regierungswechsel herbeiführen.

Hexensabbat: Kurzfristig kommt als i-Tüpfelchen noch der Hexensabbat bzw. der 3-fache Verfallstag hinzu. Dieser ist an jedem 3. Freitag der Monate März, Juni, September und Dezember. An dem Termin verfallen an den wichtigen Terminbörsen dieser Welt Optionen und Futures auf Einzelwerte und Indizes.

Institutionelle Anleger versuchen im Vorfeld oft, die Notierungen der Aktien und Indizes auf gute Abrechnungskurse für ihre Positionen zu lenken. Durch diese – allein durch den Verfallstag motivierten – Käufe und Verkäufe kommt es im Vorfeld des Verfallstags oft zu großen Kurs­schwankungen.

Der nächste Hexensabbat ist am 17.12.2016, also Freitag kommender Woche. Auch dieser Termin wirft seine Schatten voraus.

Fazit (wie eingangs geschrieben): Die genannten Rahmenbedingungen bieten genügend Zündstoff, um die Kurse von Aktien und Optionen stark ausschlagen zu lassen. Ich bin von einem Aufwärtstrend der Märkte überzeugt.

Denn zum einen marschieren die US-Indizes voran. Zum anderen sorgt die Politik des billigen Geldes dafür, dass es zur Anlage an den Aktienmärkten – und damit zu Call-Optionen – keine attraktive Alternative gibt.

Eine mögliche Zins-Anhebung in den USA (nächste Sitzung am 14.12.2016) wird ggf. nur homöopathischen Charakter – und damit keine nachhaltigen Auswirkungen auf die Märkte – haben.

Messen Sie Kursausschlägen keine hohe Bedeutung bei

Ich empfehle Ihnen: Wenn Sie deutliche Kursbewegungen der Märkte sehen, beachten Sie die nicht sonderlich bzw. messen Sie diesen keine große Bedeutung bei. Die Gründe für diese Kursbewegungen habe ich Ihnen genannt.

Zum guten Schluss: Heute vor 115 Jahren, also am 05.12.1901, kam der deutsche Physiker und Nobelpreisträger Werner Karl Heisenberg zur Welt. Er schrieb seinerzeit mein heutiges Zitat des Tages:

„Ein Fachmann ist ein Mann, der einige der gröbsten Fehler kennt, die man in dem betreffenden Fach machen kann und der sie deshalb zu vermeiden versteht.“

Als Optionen-Profi bin ich Fachmann für Optionen. Ich hoffe, dass ich die gröbsten Fehler vermeide, weiß aber, dass ich nicht alle Fehler vermeiden kann. Im Bemühen, dass sich daraus ein insgesamt gutes Ergebnis ergibt, sende ich beste Grüße.

© Rainer Heißmann – Weiterverbreitung nur mit Link auf den Originaltext gestattet

5. Dezember 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen und Chefredakteur vom "Optionen-Profi". Außerdem ist er Autor des Buchs "Reich mit Optionen". Seine größte Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie auch dem Nicht-Fachmann verständlich und nachvollziehbar werden.

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