Der Aufwärtstrend ist tot! Lang lebe der Crash!

Die US-Börsen drehen und die Welt steht Kopf. Kommt jetzt der Crash? Wie weit werden die Kurse fallen? Müssen Sie jetzt alles verkaufen? (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Ganz so dramatisch ist es nun auch wieder nicht. Selbst wenn Sie vermutlich vielerorts an der Börse hören werden, dass jetzt die Korrektur kommt. Eines vorweg: Die aktuelle Rückwärtsbewegung im DAX hatte ich Ihnen schon letzte Woche angekündigt. Es ist also keine Überraschung und schon gar kein Grund, um Panik zu schüren.

DAX: Wie weit geht der Rückwärtsgang?

Es ist letztlich entscheidend, wie weit wir jetzt noch ausholen, bevor die Kurse wieder nach oben laufen. Im folgenden Chart sehen Sie, dass wir noch auf der sicheren Seite sind und es ein paar Widerstände gibt, bevor die Kurse deutlich fallen müssten.

Eingezeichnet habe ich Ihnen verschiedene Durchschnittslinien. Die SMA 20, 50 und 100. Die 20-Tagelinie haben wie heute durchbrochen und befinden und jetzt kurz vor der 50-Tagelinie. Hier verläuft auch der kurzfristige Aufwärtstrend.

Wenn es also keinen sofortigen Crash gibt, werden die Kurse auf der blauen bzw. schwarzen Linie wieder nach oben drehen. Und selbst, wenn es noch ein paar Zentimeter weiter nach unten geht: Die letzten beiden Monate haben gezeigt, dass bei etwa 12.800 Schluss mit lustig ist.

Ganz unten im Bild mogelt sich auch noch die 200-Tagelinie hinein. Bis dahin wäre also auch noch Luft. Theoretisch könnten wir also in den nächsten Tagen und Wochen auf der SMA-200 aufsetzen – die liegt dann auch im Bereich um die 12.800. Das würde auch passen. Aber soweit muss es gar nicht kommen. Wie gesagt, nur weil fast alle von einer Korrektur oder lieber gleich Crash reden, muss das nicht sofort eintreten. Selten kommt der Crash mit Ansage. Das wäre zu einfach.

US-Dreifaltigkeit mit Knick im Chart

Die US-Börsen schreien es von den Dächern: Der Crash kommt. Auch hier ist das Bild eindeutig – die Kurse geben etwas nach. Wer in drei Monaten 10 Prozent Plus macht, darf zwischendurch auch einmal Luft holen. Hier sehen Sie den Verlauf der drei großen Indizes gegenübergestellt. Alle drei haben diese Woche nach unten gedreht.

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Ist das jetzt das Omen? Wenn hier alle drei gleichzeitig fallen, dann muss doch etwas im Busch sein! Machen wir einfach einmal halblang. Es ging so lange am Stück bergauf, dass wir derartige Korrekturen gar nicht mehr gewöhnt sind. Selbst diese Bezeichnung ist übertrieben. Ja, die US-Börsen sind tatsächlich einmal zwei Tage in Folge gefallen. Das darf vorkommen und ist eigentlich auch nicht der Rede wert. Sollten aus den zwei Tagen jetzt fünf Tage am Stück werden, wird die Sache ernster.

Nach dem mehr als soliden Anstieg haben die Indizes heute ein Gap nach unten gerissen. Doch danach kam nicht mehr viel Bewegung. Es könnte also durchaus sein, dass diese Kurslücke bereits bis Ende der Woche wieder geschlossen wird.

Lassen Sie sich von den roten Zahlen diese Woche nicht verunsichern. Wir haben den Markt im Auge. Wenn es eine gewöhnliche Korrektur mit anschließenden neuen Allzeithochs wird, dann machen wir diese gerne mit.

Der NASDAQ-100 hatte übrigens am Freitag die magischen 7.000 Punkte erreicht. Vielleicht wird auch deshalb einfach ein wenig Luft abgelassen. Bislang ist es letztlich noch viel Lärm um nichts. Denn noch sind keine Trends gebrochen. Noch notieren wir über den wichtigen Durchschnittslinien und noch haben die Indizes nur 1 Prozent Tagesverlust. Von Crash kann also keine Rede sein.

Mit den besten Grüßen

Michael Berkholz

Redaktion Michael Sturms Trading Strategien


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.