Der Chemie-Markt konsolidiert auf allen Kontinenten

2 große Fusionen bewegen die Chemie-Branche: Bayer übernimmt Monsanto und Dow Chemical schließt sich mit DuPont zusammen. (Foto: josefkubes / shutterstock.com)

Die Chemie-Branche zählt zu den wichtigsten Märkten und Arbeitgebern in Deutschland.

Auch weltweit nimmt die Chemie-Industrie eine herausragende Stellung ein – kein Wunder also, dass der Wettbewerb hier besonders hoch ist.

Getrieben von Forschungs-Erfolgen, Rohstoff-Preisen und einer schwankenden Nachfrage brechen selbst einige der besten Konzerne in sich zusammen.

Einige Unternehmen treten aber auch die Flucht nach vorn an und schließen sich mit ehemaligen Konkurrenten zusammen.

Diese Konsolidierungs-Welle können wir in der Chemie-Branche hervorragend beobachten

Dabei kaufen nicht nur mittelgroße Firmen kleinere auf, sondern wir erleben Übernahme-Schlachten, die wir an den Börsen selten zu Gesicht bekommen haben.

Elefanten-Hochzeiten mit Monopol-Potenzial

Mit einem Paukenschlag hat Bayer den amerikanischen Agrarchemie-Konzern Monsanto übernommen.

Die Übernahme war heftig umstritten; bis zuletzt kämpften Umwelt-Aktivisten, Landwirte und Politiker gegen diese Akquisition.

Doch alle Bemühungen blieben ohne Erfolg; die Wettbewerbs-Behörden gaben grünes Licht.

Monsanto hat ein außerordentlich schlechtes Image: Der Konzern steht für genveränderte Produkte, gefährliche Pestizide und eine raubtierartige Unternehmens-Führung.

Deshalb setzt Bayer alles daran, dieses negative Image abzustreifen. Ob dies auch tatsächlich gelingen wird, ist indes noch völlig unklar…

Jedenfalls ist ein neuer Agrarchemie-Konzern entstanden, dem kaum einer das Wasser reichen kann.

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Im Gegenzug zu der Übernahme von Monsanto hat Bayer seine Kunststoff-Sparte Covestro abgespalten und als eigenständiges Unternehmen an die Börse gebracht.

Eine weitere große, aber nicht weniger umstrittene Fusion spielte sich in Amerika ab:

Dow Chemical und DuPont schlossen sich zusammen und schafften so den größten Chemie-Konzern der Welt.

Um die Machtposition etwas zu beschränken, muss dieser sofort nach der Fusion wieder in kleinere Firmen aufgespalten werden.

Da beide Betriebs-Strukturen aber bereits jetzt an ein vielschichtiges Konglomerat erinnern, ist die Auflage der Wettbewerbs-Behörden kein wirklicher Nachteil, sondern sogar betriebswirtschaftlich sinnvoll.

Asien ist der Zukunftsmarkt

Auch Asien blieb von der Konsolidierungs-Welle nicht verschont:

Der Schweizer Agrar-Konzern Syngenta wurde nach langen Verhandlungen von seinem Konkurrenten ChemChina übernommen, um so den Wachstumskurs in Asien stärker zu befeuern.

China und Indien zählen gerade in der Chemie-Branche zu den wichtigsten Zukunftsmärkten der nächsten Jahre.

FUCHS PETROLUB beweist: Es geht auch allein

Ganz ohne einen starken Partner kommt dagegen der Schmierstoff-Hersteller FUCHS PETROLUB aus:

Trotz der schwachen Weltkonjunktur hat FUCHS seinen Umsatz im Geschäftsjahr 2016 um 9% auf rund 2,3 Mrd. € gesteigert.

Geprägt wurde das starke Wachstum von 2 strategischen Akquisitionen: FUCHS hat die deutschen Pentosin-Werke und eine Tochter des norwegischen Öl-Konzerns Statoil übernommen.

Unterm Strich legte der Gewinn um rund 10% auf 259 Mio. € zu. Und ein Ende dieser Erfolgsgeschichte ist nicht in Sicht…


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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.