Der DAX ist erst einmal aus der Spur

Seit Andreas Sommers „Kanal-Analyse“ verlor der DAX fast -5%. Wie tief kann der Leitindex nun noch fallen? – Hier verrät er es Ihnen: (Foto: imagentle / shutterstock.com)

Mit Wochen-Einbußen von rund -3% waren DAX & Co. zuletzt weltweit in der Spitzengruppe der Verlierer.

Zum Vergleich: Der Schweizer SMI Kurs-Index gab lediglich -1,4% nach, der österreichische ATX legte gar +1,6% zu!

An der Wall Street beschränkten sich die größeren Verluste ein weiteres Mal auf die Technologie-Aktien mit -2,7% im Nasdaq 100 und -2,0% im Nasdaq Composite:

Dow Jones und S&P 500 fielen -0,2% und -0,6% zurück.

Die Werte aus der zweiten Reihe hingegen zählten zu den Gewinnern: Der 2000 US-Werte umfassende Russell 2000 Index punktete mit einem Plus von +1,2%.

Wie geht es nun weiter mit dem DAX?

Was die geheimen Kanäle jetzt sagen

In Chartanalyse-Trends hatte ich seit Anfang Mai mehrfach auf den nach meiner Einschätzung überkauften Marktzustand des DAX hingewiesen.

Zuletzt traute ich dem deutschen Leitindex am 20. Juni kaum noch Aufwärts-Potenzial zu.

Meine Analyse stützte sich dabei auf die Zuhilfenahme der 200-Tage-Linie.

Bekanntlich repräsentiert  der Gleitende 200-Tage-Durchschnitt (GD) den langfristigen Trend eines Marktes:

Er bildet in etwa die zurückliegenden 10 Monate als gemittelte Linie ab.

Dieser Durchschnitt der jeweils letzten 200 Handelstage lässt sich in der Charttechnik aber auch noch anders einsetzen, anstatt der üblichen „Stand-Alone-Linie“:

Verschiebt man nun die 200-Tage-Linie nach oben und unten, dann lässt sich Erstaunliches feststellen:

Die Märkte tendieren dazu, an bestimmten prozentualen Abständen von der 200-Tage-Linie Widerstand oder Unterstützung zu finden.

DAX ist aus der Spur geraten

Schauen wir also noch einmal auf die Grafik, die ich Ihnen bereits vor 14 Tagen präsentierte:

dax_03-07-2017

DAX: Aus der Spur geraten

Für Sie gut zu erkennen: Seit Dezember 2016 bewegte sich der DAX wie auf Schienen zwischen den 200-Tage-Linien im Abstand von +9% und +13%.

Lediglich im April, kurz vor Wahl zum neuen französischen Präsidenten, sackte der deutsche Leitindex kurzzeitig in Richtung des +7%-Abstandes.

Die „Macron“-Rallye trieb den DAX dann sogar für rund 10 Tage über die 200-Tage-Linie im Abstand von +13% – ein Wert, der von mir als „überkauft“ bezeichnet wurde.

Die „Quittung“ bekam der DAX in den letzten 2 Wochen:

Vom neuen Allzeithoch bei 12.951 (witzigerweise übrigens am 20. Juni, also am Tag meiner Analyse) gingen bis Freitag 625 Punkte (-4,8%) verloren.

Wie Sie der Grafik indes auch unschwer entnehmen können, hat der Leitindex damit zugleich die Schiene zwischen +9% und +13% nach unten verlassen.

Damit hat sich der DAX nun einer Art „Auffangzone“ genähert:

Aufwärts-Kurslücke sollte zur Auffang-Zone werden

In die „Macron“-Rallye war der Index mit einer breiten Aufwärts-Kurslücke gestartet (blaues Rechteck):

Das Tief jenes Handelstages lag dabei signifikant über dem Vortageshoch, was sich im Chart dann als ein „Loch“ präsentiert.

Ganz nebenbei hat sich dabei wieder einmal die Aussagekraft einer Kurslücke bestätigt: Je größer die Lücke, desto höher das Potenzial in der entsprechenden Richtung.

Würde die Aufwärts-Kurslücke jetzt geschlossen, wäre das als negatives Signal zu werten: Dazu müsste der DAX unter 12.091 Punkte absinken.

Wahrscheinlicher ist indes, dass die laufende Abwärts-Bewegung irgendwo zwischen 12.091 und 12.289 zum Erliegen kommt.

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Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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