Der DAX legt zu, doch vergessen Sie nicht attraktive Hinterbänkler!

Am Ende einer guten Börsenwoche, in der die wichtigsten Indizes allesamt ordentlich zulegen konnten, lohnt sich auch der Blick in hintere Börsenreihen.

Während nämlich die Schwergewichte aufgrund der allgemein guten Stimmung ganz automatisch Käufer anlocken, werden die Werte aus der dritten Börsenliga schnell einmal übersehen.

Hierzu zählt auch SinnerSchrader, einer der führenden Digital-Dienstleister Europas.

Seit Jahresbeginn konnte die Aktie um gut 4% zulegen – der deutsche Leitindex DAX verlor im selben Zeitraum über 6% an Wert. Heute musste die SinnerSchrader-Aktie aber um gut 2% Federn lassen.

Der Grund: Mit den heute veröffentlichten Zahlen zum 3. Geschäftsquartal 2015/2016 (1. März bis 31. Mai 2016) blieb das Unternehmen hinter den eigenen Erwartungen zurück.

Digitale Leadagentur von Audi

Dabei lesen sich die Zahlen durchaus gut: Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahres-Quartal um 18% auf 13,4 Mio. €.

Ohne Berücksichtigung des Next-Audience-Geschäfts, aus dem sich SinnerSchrader zurückgezogen hat, belief sich die Wachstumsrate sogar auf 24,5%.

Auch der operative Gewinn stieg deutlich und erreichte im Berichts-Quartal einen Wert von 1,4 Mio. € – im vergangenen Jahr waren es nur 0,6 Mio. €.

Zudem fällt die Gesamt-Betrachtung der ersten 9 Monate des laufenden Geschäftsjahres gut aus: Den Umsatz konnte SinnerSchrader um 11,3% – bzw. nach Bereinigung um den Next-Audience-Effekt um 17,5% – auf 38,2 Mio. € steigern.

Der operative Gewinn lag mit 2,75 Mio. € deutlich über dem Vergleichswert des Vorjahres von 0,9 Mio. €. Der Gewinn je Aktie beläuft sich auf knapp 0,17 €.

Was noch positiv ist: SinnerSchrader konnte sich in einem internationalen Ausschreibungs-Prozess als weltweite, digitale Leadagentur für den Auto-Hersteller Audi durchsetzen – die hier entstehenden Umsätze werden sich aber erst in den kommenden Monaten niederschlagen.

Attraktive Dividendenrendite

Die Investoren machten heute dennoch erst einmal Kasse. Daran änderte auch die Begründung für den nicht ganz wie geplant ausgefallenen Gewinn von SinnerSchrader nichts.

Das Unternehmen verwies auf den deutlich enger gewordenen Personalmarkt, der den Aufbau von eigenem Personal verhinderte und die Verpflichtung teurer Freelancer verursachte.

Da sich daran alsbald nicht ändern werde, rechnet SinnerSchrader für das Gesamtjahr bei einem Erreichen der Umsatzprognose von 50,5 Mio. € mit einem schwächer als bisher prognostizierten operativen Gewinn in Höhe von 4,5 Mio. €.

Angesichts des soliden Kurs-Gewinn-Verhältnisses (KGV) von 18 und einer attraktiven Dividendenrendite von 3,55% lässt sich diese leicht schwächere Prognose jedoch verschmerzen.

15. Juli 2016

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Philipp Ley
Von: Philipp Ley. Über den Autor

Philipp Ley ist ausgebildeter Wirtschaftsjournalist mit Stationen u. a. bei n-tv, Financial Times Deutschland, Rheinischen Post und der Aktien-Analyse. In den vergangenen zwölf Jahren hat er zudem als Kommunikations- und Investor-Relations-Berater zahlreiche Geschäftsberichte erstellt: für kleinere aufstrebende Unternehmen ebenso wie für Börsenschwergewichte.

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