Der DAX notiert am Jahresende bei 13.414,47 Punkten

Am 29. Dezember (das ist der letzte Handelstag in 2017) wird der DAX bei 13.414,47 Punkten dieses Jahr beenden.

„Halt! Stop! Lieber Herr Sommer, haben Sie mir nicht vor wenigen Tagen noch geschrieben, Sie hielten ganz und gar nichts von punktgenauen Index-Vorhersagen??“

So oder ähnlich werden Sie vermutlich reagieren, nachdem Sie meinen Eingangssatz gelesen haben. Und ja: Sie haben natürlich vollkommen recht!

Ich mag derlei Prognosen nicht und werde daher auch keine weitergeben.

Der genannte Jahres-Endstand für den DAX 30 basiert allerdings auch nicht auf meinen Erwartungen oder charttechnischen Analysen:

Es ist schlicht und ergreifend Statistik!

Vielleicht wissen Sie, dass ich nicht nur ein Fan von Charttechnik, sondern auch von Statistiken bin.

So werte ich in meiner privaten Datenbank unter anderem die monatlichen DAX-Bewegungen (Hoch-, Tief- und Schlusskurs) der zurückliegenden 57 Jahren aus.

Richtig: Solange gibt es den DAX doch noch gar nicht?!

Die Daten vor der Einführung am 1. Juli 1988 sind deshalb zurückgerechnet: Der deutsche Leitindex setzte seinerzeit den Index der „Börsenzeitung“ fort, dessen Ermittlung bis ins Jahr 1959 zurückreicht.

Januar: Laut Statistik der drittbeste DAX-Monat des Jahres

In meiner Datenbank werte ich ganz unterschiedliche Entwicklungen aus.

So ermittle ich beispielsweise, wie sich der DAX im restlichen Kalenderjahr verhalten hat, wenn die ersten beiden Monate jeweils mit einem Minus oder die ersten 3 Monate jeweils mit einem Plus geendet sind.

Doch dazu vielleicht ein anderes Mal mehr. Kern meiner Auswertung ist die durchschnittliche Performance der einzelnen Kalendermonate eines Jahres sowie die mittlere Rendite der Jahre, die mit derselben Ziffer enden.

So kann ich Ihnen heute z. B. sagen, dass der Januar der drittbeste Monat des Jahres für den DAX ist:

  • In den vergangenen 57 Jahren endete der erste Monat des Jahres 36x im Plus und nur 21x im Minus.
  • Den größten Verlust erlitt der DAX im Januar 2008 mit -15,07%. Seinen größten Gewinn verbuchte der Leitindex im Januar 1971 mit +15,32%.
  • Im Durchschnitt liegen die erzielten Einbußen im Januar bei -4,41% und die Zuwächse bei -4,71%.
  • Daraus resultiert die statistische Erwartung eines Januar-Plus von +1,35%. Würde der DAX am 31. Januar also bei 11.636,05 Punkten schließen, dann hätte er exakt die statistische Vorgabe erfüllt.

Statistik erleichtert das Abwägen von Chancen und Risiken

So wird es natürlich kaum kommen. Im Januar 2016 verlor der deutsche Leitindex beispielsweise -8,80%.

Es geht es hier auch nicht wirklich um exakte Prognosen, sondern um die Abwägung von Chancen und Risiken:

Wenn der Januar aus statistischer Sicht der drittbeste Monat im Jahr ist, warum sollten Sie dann also nicht im DAX investiert sein?

Doch zurück zu der Aussage, die meinem heutigen Beitrag voransteht: Sie basiert auf der Auswertung der 5 Jahre, die seit 1960 mit einer „7“ endeten:

  • 1967 gewann der DAX +43,36% (Saldo der Monats-Veränderungen).
  • 1977 legte der DAX +8,16% zu.
  • 1987 gab es ein Minus von -31,00% (dank des Börsen-Crashs im Oktober).
  • 1997 verbuchte der DAX einen Zuwachs von +42,77%.
  • 2007 endete mit einem Plus von +20,92%.

Fazit & Empfehlung

Sie sehen: Mit Ausnahme von 1987 erbrachten alle auf 7 endenden Jahre für den DAX Gewinne: 3 der 5 Jahre endeten sogar mit enormen Zuwächsen zwischen 20,92% bis 43,36%.

Im Durchschnitt dürfen Sie also für das Jahr 2017 eine DAX-Rendite von +16,84% erwarten.

Wenn Sie dieses Plus zum Jahres-Endstand von 11.481,06 addieren, dann errechnet sich ein DAX zum Jahresende 2017 von 13.414,47 Punkten!

Wird es so kommen? – Wohl kaum! Es kann weniger werden, aber durchaus auch mehr.

Letzteres ist sogar wahrscheinlicher: Schließlich hatten wir in den vergangenen 57 Jahren 2 Jahrgänge mit DAX-Zuwächsen von mehr als +42%!

Was Sie jedoch aus all den Zahlen-Spielereien für sich mitnehmen sollten:

Immerhin bestätigt die Statistik meine charttechnische Einschätzung, dass der DAX in diesem Börsenjahr deutlich besser abschneiden wird als noch 2016!

Und noch wichtiger: In 2017 NICHT in (deutsche) Aktien investiert zu haben, wird sehr wahrscheinlich ein Fehler sein, den Sie in 12 Monaten bereuen werden.

3. Januar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

Regelmäßig Informationen über Marktanalysen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Andreas Sommer. Über 344.000 Leser können nicht irren.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt