Der DAX verliert 13 Prozent – doch die Small Caps legen zu

Die Talfahrt an den Börsen hält weiterhin an. Heute verlor der deutsche Leitindex DAX bereits den fünften Tag in Folge an Wert. Mittlerweile beläuft sich das Minus seit vergangener Woche Dienstag auf über 7 Prozent. Auch auf Jahressicht sieht es beim DAX mit einem Verlust um 13 Prozent düster aus.

Anders präsentiert sich jedoch der SDAX, der Auswahlindex für 50 kleinere Unternehmen („Small Caps“). Zwar verlor auch er in den vergangenen Tagen an Wert, im Jahresvergleich legte er aber um fast 5 Prozent deutlich zu.

Doch auch hier gilt es, genauer hinzuschauen. Während der Aktienkurs des Top-Performers Hypoport in den vergangenen 12 Monaten um über 240 Prozent zulegte, rangiert ganz am Ende der Indexliste das Papier von Gerry Weber. Hier müssen die Anleger ein Minus von knapp 45 Prozent verdauen.

Abwärtstrend hält an

Und der Abwärtstrend bei Gerry Weber hält weiter an. Heute präsentierte der Modekonzern schwache Zahlen zur Ende April abgelaufenen ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2015/2016. Der Gewinn fiel von 21,9 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum auf 3 Mio. Euro.

Der Umsatz stieg zwar um 2,5 Prozent auf 443,6 Mio. Euro – das liegt aber einzig am guten Abschneiden der übernommenen Tochter Hallhuber. Hingegen mussten die Kernmarken von Gerry Weber weitere Umsatzrückgänge sowohl in den eigenen Geschäften als auch in den Kaufhäusern hinnehmen.

Es wird immer deutlicher: Große Ketten wie Zara, Massimo Dutti oder H&M machen Gerry Weber das Leben schwer – gerade auch, weil das eigene Erscheinungsbild schon längst nicht mehr den Geschmack der Verbraucher trifft. Zwar läuft seit Februar ein umfangreiches Sparprogramm, doch ob das reicht, bleibt abzuwarten.

Prognose bestätigt

Bislang sind 21 von geplant 103 Läden geschlossen worden – die hierdurch anfallenden Abschreibungen drückten im ersten Halbjahr mit 2,3 Mio. Euro auf das operative Ergebnis. Dieses sank von 36,2 Mio. Euro im Vorjahr auf nun 8,4 Mio. Euro.

Was Hoffnung gibt: Gerry Weber bestätigte zumindest die Prognose für 2016. Der Umsatz soll sich bei 890 bis 920 Mio. Euro einpendeln – im Vorjahr lag er bei 920,8 Mio. Euro. Als operativer Gewinn werden 10 bis 20 Mio. Euro. angestrebt. Im Vorjahr waren es 79 Mio. Euro.

Sie sehen: Gerry Weber backt deutlich kleinere Brötchen. Angesichts des gewaltigen Gewinnrückgangs bleibt immerhin zu konstatieren, dass in diesem Jahr zumindest ein Verlust verhindert werden soll.

14. Juni 2016

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Philipp Ley
Von: Philipp Ley. Über den Autor

Philipp Ley ist ausgebildeter Wirtschaftsjournalist mit Stationen u. a. bei n-tv, Financial Times Deutschland, Rheinischen Post und der Aktien-Analyse. In den vergangenen zwölf Jahren hat er zudem als Kommunikations- und Investor-Relations-Berater zahlreiche Geschäftsberichte erstellt: für kleinere aufstrebende Unternehmen ebenso wie für Börsenschwergewichte.

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