Der DAX wehrt sich

Die anhaltende Sorgen um die globale Konjunktur und der Abgas-Skandal um VW setzten dem deutschen Leitindex zuletzt mächtig zu. Am Dienstag markierte der DAX bei 9.325 Punkten sogar ein neues Jahrestief.

Damit hat der Index die schönen Gewinne des ersten Quartals komplett aufgezehrt und ist sogar unter seinen Stand zum Jahreswechsel gerutscht.

Da stellt sich für Sie als Anleger natürlich die Frage: Wie geht es weiter? Wie gestern bereits angekündigt, möchte ich heute für Sie die charttechnischen Perspektiven des DAX unter die Lupe nehmen.

Weltwirtschaft bleibt auf Wachstumskurs

Aus fundamentaler Sicht halte ich die massive Korrektur für überzogen. Es ist zwar unstrittig, dass sich das Wachstum in China abschwächt. Dennoch ist ein Wirtschaftswachstum von mindestens 6% weiterhin absolut realistisch. Die Börsen haben mit dem jüngsten Rückgang eine deutlich schwächere Entwicklung eingepreist.

Zudem fielen die jüngsten Konjunkturdaten aus den USA und Europa größtenteils erfreulich aus. Auch wenn dies an den Märkten derzeit leider völlig untergeht, bleibt die Weltwirtschaft auf Wachstumskurs.

VW-Affäre ist im DAX eingepreist

Das heißt allerdings nicht, dass der DAX nicht noch weiter fallen kann. Wie Sie wissen, kommt es an den Börsen immer wieder zu Übertreibungen – nach oben wie auch nach unten. Dabei hat es den Blue-Chip-Index aufgrund der starken Gewichtung der Automobilwerte besonders hart getroffen.

Die Autobauer und der Zulieferer Continental sind für fast ein Drittel der Gewinne der 30 DAX-Unternehmen verantwortlich. Doch auch die Tatsache, dass die VW-Affäre die Unternehmensgewinne der DAX-Konzerne schmälern wird, ist im aktuellen Index-Stand längst eingepreist.

Parallelen zum vergangenen Jahr

Im aktuellen Umfeld überwiegt jedoch die Verunsicherung. Gerade deshalb ist es ratsam, die Lage möglichst objektiv zu beurteilen. Keine Frage, durch den Fall unter die 200-Tage-Linie ist der DAX charttechnisch angeschlagen.

Eine ähnliche Phase gab es jedoch auch im vergangenen Jahr. Auch da sorgten übertriebene Konjunkturängste zeitweise für deutliche Abschläge.

Doch obwohl auch im Sommer und Herbst letzten Jahres die 200-Tage-Linie zeitweise klar unterschritten wurde, kam es nicht zu einem Bruch des übergeordneten Aufwärtstrends. Stattdessen setzte sich der Bullenmarkt fort und der DAX erreichte im Frühjahr bei knapp 12.400 Punkten sogar ein neues historisches Hoch.

Chance auf eine erfolgreiche Bodenbildung

Auf den Mini-Crash Ende August folgte zunächst eine Erholung bis auf gut 10.500 Zähler. Anschließend ging es mit den Kursen wieder bergab. Das ist jedoch nicht ungewöhnlich. Nach so einem heftigen Kursrutsch lässt sich häufig beobachten, dass viele Anleger eine erste Erholung zum Ausstieg nutzen.

Obwohl der DAX zuletzt wieder unter Druck stand, gibt es erste positive Signale. Am Dienstag markierte der Index bei 9.325 Punkten ein neues Jahrestief, drehte aber in der Nähe seines August-Tiefs (9.338) nach oben. Kann der DAX diese zentrale Haltezone weiter verteidigen, steigen die Chancen auf eine erfolgreiche Bodenbildung.

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Diese Hürden hat der DAX vor der Brust

Gestern öffnete der DAX ein Gap (eine Kurslücke) und legte kräftig zu. Nun gilt es, das Zwischenhoch vom vergangenen Freitag bei 9.746 Zählern zu überwinden. In diesem Fall rückt wieder die runde 10.000er-Marke in den Fokus. Wird diese übersprungen, steht ein Angriff auf das Erholungshoch von Anfang September (10.513) an.

Kann der DAX diese Marke überwinden, wäre eine Bodenformation komplett. Dann kann der Index wieder die bei rund 11.000 Punkten verlaufende 200-Tage-Linie ins Visier nehmen. Zugegeben, bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Kann der DAX den Fall auf neue Tiefs verhindern, wäre dies aber schon einmal ein erster kleiner Schritt in die richtige Richtung.


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1. Oktober 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Kelnberger. Über den Autor

Chefanalyst Michael Kelnberger ist der Experte für Aktien. Er setzt auf nachweislich erfolgreiche Anlage-Strategien: Die Trend-Strategie im Dienst Volltreffer Aktien und die mechanische Handlungsstrategie im Ranglisten Investor. So erzielt er für seine Leser beider Dienste stets überdurchschnittliche Renditen. Profitieren auch Sie von seinem Know-How.

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