Der deutsche Maschinenbau ist auf Talfahrt

Maschinenbau Zeichnung – shutterstock_247925119

Es geht ihm nicht gut, dem deutschen Maschinenbau. Auftragslage und Produktion haben sich im 1. Halbjahr deutlich abgeschwächt. (Foto: Shaiith / shutterstock.com)

Um den deutschen Maschinenbau ist es derzeit nicht gut bestellt. Auftragslage und Produktion haben sich im 1. Halbjahr deutlich abgeschwächt. Besserung ist nicht in Sicht, selbst eine leichte Konjunkturbelebung kann den Maschinenbau nicht mehr retten, weil sie die Branche erst zeitverzögert erreichen würde.

Vor diesem Hintergrund hat der VDMA Anfang Juli zum zweiten Mal seine Jahresprognose nach unten geschraubt. Ging man bisher noch von 1% Wachstum aus, erwartet der Branchenverband jetzt einen Produktionsrückgang um 2%.

Verantwortlich für den schwachen Ausblick sind etliche Faktoren: Der Handelsstreit zwischen den USA und China, der Brexit, die schlechte Haushaltslage in Italien, die Russland-Sanktionen sowie der Konflikt im Nahen Osten, der zu eskalieren droht. Hinzu kommt der Strukturwandel in der Autoindustrie, die zu den wichtigsten Kunden des Maschinenbaus gehört. Diesel-Problematik und Elektromobilität verunsichern die Autokäufer. Entsprechend halten sich auch die Autobauer mit Investitionen zurück.

Gewinnwarnungen auf breiter Front

Der Konjunkturabschwung hat auch viele der hier besprochenen Unternehmen erfasst. Zwar können einzelne Branchenvertreter noch hohe Auftragsbestände vorweisen und damit Auftragsrückgänge vorübergehend abfedern. Um das Jahr mit Wachstum abzuschließen, sind im weiteren Jahresverlauf aber deutlich bessere Zahlen erforderlich. Pfeiffer Vacuum, Heidelberger Druckmaschinen, Dürr, Krones, Technotrans, Dr. Hönle und Andritz haben bereits Umsatz- und/oder Gewinnwarnungen abgegeben. Auch DMG Mori hält eine Überarbeitung seiner Ziele für möglich.

Bewegung bei United Technologies und Kone; KUKA verlässt die Aktien-Analyse

United Technologies will sich künftig nur noch auf Luft- und Raumfahrt konzentrieren. Die Bereiche Aufzüge/Rolltreppen (Otis) und Klimaanlagen (Carrier) sollen ausgegliedert und im 1. Halbjahr 2020 an die Börse gebracht werden. Der Spin-off hat für deutsche Aktionäre steuerliche Nachteile. Setzen Sie sich mit ihrem Steuerberater in Verbindung. Gerüchten zufolge plant Kone die Übernahme der Aufzug-Sparte von thyssenkrupp. Allerdings ist mit Widerstand der Wettbewerbsbehörden zu rechnen.

Stift Kurse Geld – shutterstock_458336038 William Potter

Kone: Solides und profitables GeschäftsmodellMit seinem soliden und profitablen Geschäftsmodell ist Kone bestens als Langfrist-Investition geeignet. Hier erfahren Sie alles Weitere dazu: › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter von Volker Gelfarth. Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz