Der digitale Patient

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Die Corona-Krise soft für Unsicherheit, treibt aber die Digitalisierung in der Medizintechnik kräftig voran. (Foto: Production Perig / shutterstock.com)

Aufgrund von Corona ist die Digitalisierung ein wachsendes Thema in der Medizintechnik. Behandlungen über Chat oder Video sind für viele noch eine fremde Vorstellung, sparen jedoch Zeit und sorgen besonders bei kleineren Beschwerden für schnelle Aufklärung. Über die letzten Jahre waren hauptsächlich kleinere Start-ups damit beschäftigt, Online-Terminbuchungen zu vermitteln oder gar Online-Behandlungen durchzuführen. Mittlerweile investieren aber auch größere Firmen in diese Dienste.

Henry Schein bietet beispielsweise mit seinem Produkt Henry Schein One eine Software-Komplettlösung für Zahnarztpraxen an und erweitert diese mit „Teledentistik“, also Zahnarztberatungen über Video oder Chat. Auch die persönliche medizinische Beobachtung über Fitness-Tracker und Smartwatches wird immer größer: Die neuen Apple Watches 6 und SE und die neu angekündigte Amazon Halo bestätigen die Nachfrage dieser Produktgruppe.

Der Markt der sogenannten Wearables wurde 2019 mit 33 Mrd. $ bewertet und könnte sich bis 2027 verdreifachen. Die neuesten Generationen erlauben nicht nur Funktionen wie Schrittzähler und Schlafanalyse, sondern erweitern diese um Messung des Sauerstoffgehaltes im Blut oder des Pulses.

Amazon möchte mit der Halo-Smartwatch sogar ein Feature liefern, das die persönliche Stimmung anhand der Stimme aufzeigen kann. Diese Daten können vermehrt für medizinische Zwecke verwendet werden und womöglich in Zukunft automatische Diagnosen liefern oder Ungereimtheiten in der persönlichen Gesundheit feststellen.

Unsicherheiten durch Corona-Krise

Die Corona-Krise sorgt auch im Bereich der Medizintechnik für viele Unsicherheiten und in den Unternehmen für sehr unterschiedliche Auswirkungen, die stark vom jeweiligen Geschäftsfeld abhängig sind. Auf der einen Seite gibt es Unternehmen wie Dräger oder Sartorius, deren Produkte stärker gefragt sind. Sartorius hob sogar die Erwartungen beim Umsatz auf ein Wachstum von 22 bis 26% an. Das EBITDA soll um 28,5% steigen.

Für höhere Gewinnerwartungen sorgen bei Dräger speziell die Beatmungsgeräte. Zwar wurden nur 1.557 der 10.000 von der Bundesregierung bestellten Beatmungsgeräte ausgeliefert, die Auslieferung weiterer Geräte jedoch gestoppt. Dennoch wird Drägerwerk die Produktionskapazitäten nicht herunterfahren, zumal der Bedarf in anderen Ländern höher ist.

Auf der anderen Seite haben wir Unternehmen, deren Umsatz hauptsächlich an den persönlichen Besuch eines Krankenhauses oder einer Arztpraxis gebunden sind. Dort sind Zulieferer von Arztpraxen wie Straumann oder speziell Zahnarztpraxen wie Henry Schein von erheblichen Umsatzeinbußen betroffen. Auch der fehlende Patient in Krankenhäusern drückte die Geschäfte. Die Sparte Wund- und Hautversorgung bei Coloplast litt hier besonders stark. Viele Unternehmen erfahren mit steigender Reduzierung von Corona-Maßnahmen auch einen höheren Umsatz. Bei manchen Unternehmen ist sogar absehbar, dass die Einbußen der vergangenen Quartale wieder ausgeglichen werden können.

Jedoch zeigten sich einige Unternehmen unflexibel, indem sie die Produktionskosten nicht entsprechend reduzieren konnten. Ein Teil der Produktionskosten konnte durch Stellenabbau und Kurzarbeit reduziert werden, jedoch liefen andere Kostenfaktoren wie Kreditzahlungen und Wartung ungebremst weiter.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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