Pharmabranche: Heißer Wettbewerb

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Auslaufende Patente und fallende Preise erhöhen den Druck auf die Pharma-Unternehmen. Lösungswege sind beispielsweise Übernahmen oder die Bildung von Forschungsallianzen. (Foto: 360b / shutterstock.com)

Fresenius hat die Erwartungen erfüllt.

In den ersten 9 Monaten stiegen Umsatz und Gewinn jeweils um gut 11%. Im Gesamtjahr erwartet der Konzern ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 14 bis 16%. Tatsächlich dürften es 11 bis 13% werden. Unsere Gewinnschätzung lassen wir unverändert.

Wachstums- und Ergebnistreiber Nummer 1 waren die Helios-Krankenhäuser

Aufgrund der Konsolidierung der Rhön-Kliniken schoss der Umsatz um 53% auf 3,9 Mrd € nach oben und das operative Ergebnis (EBIT) um 41% auf 397 Mio €. Dagegen leidet die Tochter FMC immer noch darunter, dass die Vergütung für Dialyse-Behandlungen in den USA gekürzt wurde. Der Spartenumsatz wuchs zwar um 4% auf 8,46 Mrd €, das EBIT schrumpfte aber um 3% auf 1,17 Mrd €. Mit einem Sparprogramm will FMC jetzt gegensteuern.

Bei Kabi schwächelte das Geschäft mit der Infusionslösung HES, die nach einer EU-Anordnung nur noch eingeschränkt verabreicht werden darf. Bei einem Umsatz von 3,76 Mrd € auf Vorjahresniveau sank das EBIT um 9% auf 634 Mio €.

Mit dem Kauf der Sparte Medizinische Ernährung von Danone würde Fresenius die Tochter Kabi deutlich stärken. Vamed erreichte mit 655 Mio € ebenfalls nur den Vorjahreswert. Projektverzögerungen in Russland und der Ukraine bremsten die Geschäftsentwicklung.

Das EBIT verbesserte sich aber um 8% auf 27 Mio €. Vor kurzem hat ein Konsortium aus Vamed und dem Baukonzern BAM einen 1,7 Mrd € schweren Auftrag zur Sanierung und für die spätere Instandhaltung und den Betrieb der Uniklinik Kiel erhalten.

Die Aktie spielt gerade in unruhigen Börsenzeiten ihre Stärke aus.

Unternehmensporträt

Der Gesundheitskonzern Fresenius bietet Produkte, Therapien und Dienstleistungen für die Dialyse, das Krankenhaus und die ambulante medizinische Versorgung an. Zu Fresenius gehören vier Bereiche, die eigenverantwortlich wirtschaften und handeln: FMC Fresenius Medical Care, Kabi (Ernährungs-/Infusionstherapie), Helios (Krankenhaus-Betreiber) und Vamed (Krankenhaus-Dienstleistungen).

Novo Nordisk hat mit seinen Zahlen für die ersten 9 Monate nicht enttäuscht

Der Umsatz stieg um 3,8% und der Gewinn um 4,3%. Die operative Marge verbesserte sich von 39 auf 39,4%. Wachstumstreiber war erneut die Diabetes-Sparte, die um 4,8% auf 50,7 Mrd dkr wuchs und ihre operative Marge von 35,9 auf 37,8% verbesserte. Biopharmazeutika lagen mit 13,5 Mrd dkr auf Vorjahresniveau, gaben bei der Rentabilität aber von 50,3 auf 45,8% nach.

In den 9-Monats-Zahlen wird der zunehmende Preisdruck in den USA noch nicht deutlich.

Im 3. Quartal hat er Novo Nordisk aber erreicht: Das operative Ergebnis stieg langsamer als der Umsatz. Dennoch hält der Konzern an seinem mittelfristigen Margenziel von 40% fest.

Der Optimismus zeigt sich auch in der Jahresprognose, die sich etwas besser anhörte als im August: Der Umsatz soll um 5 bis 7% und das operative Ergebnis um 7% steigen. Unter Berücksichtigung eines erwarteten negativen Zinsergebnisses von 150 Mio dkr und einer Steuerquote von 22 bis 23% errechnet sich ein Nettogewinn von rund 26 Mrd dkr.

Langfristig wird sich an der starken Nachfrage nach Insulin nichts ändern. Denn die Zahl der Diabetiker steigt kontinuierlich. Novo Nordisk forscht aber nicht nur im Bereich Insulin, sondern entwickelt derzeit auch ein Medikament, das den Menschen beim Abnehmen helfen soll.

Ein wirklicher Durchbruch bei der Behandlung von Diabetes wäre eine Insulintablette. Der Konzern geht davon aus, frühestens in 10 Jahren eine Tablette auf den Markt bringen zu können.

Die dominante Marktposition rechtfertigt die hohe Bewertung.

Unternehmensporträt

Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk ist der weltweit führende Hersteller von Insulin zur Diabetes-Behandlung und von Injektions-Systemen. Der globale Marktanteil bei Insulinpräparaten beträgt 48%. Weitere Kernbereiche sind Herstellung und Vertrieb von Wachstumshormonen, Oestrogen- und Gestagen-Präparaten sowie Gerinnungsfaktoren.

Mylan wächst nach wie vor hoch profitabel

In den ersten 9 Monaten stieg der Umsatz um 10,5% und der Gewinn um zwei Drittel. Wachstumstreiber waren die Spezialitäten mit einem Plus von 14,8% auf 968 Mio $. Geholfen hat die starke Nachfrage nach dem Antiallergikum EpiPen. Mylan schätzt dessen Jahresumsatz auf 1 Mrd $. Die Generika-Sparte wuchs dank vieler neuer Produkte um 9,3% auf 4,68 Mrd $.

Angesichts der ausgezeichneten Gewinnentwicklung hat das Management die Jahresprognose angehoben. Statt eines Gewinns von 3,44 bis 3,54 $ werden jetzt auf bereinigter Basis 3,54 bis 3,60 $ pro Aktie erwartet.

Der tatsächliche Gewinn wird etwas geringer ausfallen. Wir rechnen mit 1,2 Mrd $. Beim Umsatz ist Mylan dagegen etwas vorsichtiger geworden. Die neue Zielbandbreite lautet 7,7 bis 7,8 Mrd $. Bisher ging der Konzern von 7,8 bis 8 Mrd $ aus.

Die weiteren Aussichten sind ebenfalls gut

Mylan übernimmt von Abbott Labs das Generika-Geschäft außerhalb der USA. Abgewickelt wird die 5,3 Mrd $ schwere Transaktion über ein noch zu gründendes Gemeinschaftsunternehmen, an dem Abbott zu 21% und Mylan zu 79% beteiligt sein wird.

Abbot bringt Medikamente mit einem Jahresumsatz von rund 2 Mrd $ in das Unternehmen ein. Nach der Transaktion, die im 1. Quartal 2015 abgeschlossen werden soll, verfügt Mylan über ein breit gefächertes und attraktives Generika-Portfolio und ist gleichzeitig im internationalen Geschäft besser aufgestellt.

Der Konzern geht jetzt davon aus, dass er sein Gewinnziel von bereinigt 6 $ pro Aktie früher als 2018 erreichen könnte.

Unternehmensporträt

Mylan ist der weltweit drittgrößte Generika-Hersteller und entwickelt über seine Tochtergesellschaften Mylan Pharmaceuticals, UDL Laboratories, Matrix Labs, Bertek Pharmaceuticals und Mylan Tech verschreibungspflichtige Generika. Das Produktportfolio umfasst mehr als 1.100 Generika, die in rund 140 Ländern vertrieben werden. Mylan wurde 1961 gegründet und ging 1973 an die Börse.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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