Der Einzelhandel im Wandel

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E-Commerce als Vertriebskanal des Handels hat in den vergangenen Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. (Foto: FOTOimage Montreal / Shutterstock.com)

Diese Kurzformel zur Beschreibung des aktuellen Zustands der Branche war noch nie so passend wie jetzt.

Der Einzelhandel durchläuft einen tiefgreifenden Veränderungsprozess, der nicht zuletzt durch die zunehmende Digitalisierung der Gesellschaft maßgeblich beschleunigt wird. Denn E-Commerce als ein zunehmend wichtiger Vertriebskanal des Handels hat in den vergangenen Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Gemäß Veröffentlichungen des Handelsverbands Deutschland stiegen die

B2C-E-Commerce-Umsätze in Deutschland im Jahr 2017 um 10,2% auf rund 48,7 Mrd. €. 2018 wird eine Steigerung auf 53,4 Mrd. € prognostiziert.

Wal-Mart geht in die Offensive

Mit Blick auf die Vorteile des Onlinehandels gegenüber bestehenden stationären Handelskonzepten bezüglich Sortimentsvielfalt und Einkaufskomfort wird der Onlinehandel weiter wachsen. Amazon macht es dem Einzelhandel seit Jahren eindrucksvoll vor, wie es geht. In den vergangenen 10 Jahren steigerte der Onlinehändler seinen Umsatz durchschnittlich um 28,2% jährlich. Doch jetzt geht Wal-Mart in die Offensive und investiert in seine Onlineexpertise. Wal-Mart kauft kleinere Onlinehändler in hohem Tempo auf und baute einen Click-and Collect-Service auf und beliefert die Kunden mit Lebensmitteln.

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So verschafft Wal-Mart sich Zugang zu neuen Käuferschichten und E-Commerce- Know-how. Wal-Mart bietet Rabatte für den Online-Einkauf an, wenn die Kunden die Waren im Geschäft abholen. Darüber hinaus werden alle Einkäufe über 35 $ innerhalb von 2 Tagen kostenlos geliefert. Mit diesem Versprechen konnte Wal-Mart bei seinen Kunden punkten. Wie die Zahlen zum 1. Quartal zeigen, ist das Online-Geschäft zwischen Februar und April um ein Drittel gestiegen.

Auch sonst wussten die Kunden den besseren Service zu schätzen und haben den Umsatz stärker klettern lassen als erwartet. Die guten Zahlen von Wal-Mart überraschten. Viele US-Einzelhändler mussten bereits Insolvenz anmelden. Es werden nur die ganz großen überleben und solche, die im Online-Bereich die Konkurrenz auf Abstand halten können.

Bed Bath & Beyond hat die Macht des Onlinehandels zu spät erkannt und leidet seit 5 Jahren unter rückläufigen Gewinnen. Sears hat den Anschluss an den Onlinehandel verloren und leidet wie andere in die Jahre gekommene Branchengrößen – etwa Macy’s oder JC Penney – unter der Abwanderung der Kunden ins Netz.

Es gibt immer was zu tun

Es ist also kein Wunder, dass sich durch den Wandel auch die Branche der Bau- und Gartenmärkte im Umbruch befindet. Der Spruch „Es gibt immer was zu tun.“ gilt nicht nur für Hornbach. Auf die gesamte Do-it-yourself-Branche kommen in den nächsten Jahren einige Entwicklungstrends zu, die für Wachstumschancen stehen und gleichzeitig ihre Herausforderungen bergen. Hornbach hat sich frühzeitig auf die Herausforderungen im DIY-Handel eingestellt und daraus die richtigen Strategien abgeleitet. Die Baumarktkette betreibt den leistungsfähigsten virtuellen Baumarkt in Deutschland. In den USA kam der florierende Häusermarkt Home Depot zugute.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.