Der Euro als Nachteil der Deutschen

Durch die EU- und Euro-Politik wird der deutsche Sparer immer mehr enteignet, der Steuerzahler muss immense Haftungen auf sich nehmen. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Die Zustände in der EU und in Deutschland sind längst nicht so rosig, wie sie hiesige Politiker und Medien zeichnen. Ganz im Gegenteil.

Die fatalen Fakten zur EU und zum Euro

  1. Dass der Euro ein historischer Fehler war.
  2. Dass der Euro nur zum Nachteil der Deutschen weiter überleben wird.
  3. Dass Deutschland der kranke Mann Europas ist.
  4. Dass Deutschlands Standort geschwächt wird.
  5. Dass die EZB die Staaten in ein Gläubiger-Schuldner-Verhältnis treibt.

Es gibt jedoch noch weitere Fakten, die Sie nicht gerade freudig stimmen werden.

  1. Der deutsche Sparer wird weiter enteignet

Durch die unsägliche Niedrig-Zins-Schulden-Politik wird der deutsche Sparer weiter heimlich enteignet.

Hinzukommt die Tatsache, dass die Schuldner in Südeuropa ihre Verbindlichkeiten nicht mehr zurückzahlen werden bzw. können.

Viele sehen deshalb die heimliche Enteignung durch die EZB-Inflations-Politik (Niedrig-, Negativzinsen etc.) als einen letzten Weg an, nicht nur die Krisenstaaten, sondern auch den Euro zu retten.

Und das – man kann es nicht oft genug wiederholen – hauptsächlich auf Ihre Kosten.

  1. Trotz Staats- und Bankenpleiten kein Konkurs

Hoffnungslos überschuldete EU-Krisenstaaten werden weiter durchgeschleppt. Es gibt normalerweise keine Konkursmöglichkeit, sprich einen Schuldenschnitt. Ein solcher ist in den EU-Verträgen nicht vorgesehen.

Gebe es jedoch die Möglichkeit des Konkurses einzelner Länder, würden Kreditgeber – wie in der freien Wirtschaft üblich – sehr zögerlich sein mit der Geldvergabe an unsolide wirtschaftende Empfänger.

Krisenherd Italien: Probleme sind schon lange bekannt – aber es wurde nichts getanDie Wirtschaft Italiens ist schwach und der Banken-Sektor steht am Abgrund – das sind Themen, die uns auch 2017 beschäftigen werden... › mehr lesen

Nur so könnte letztlich verhindert werden, dass Einzelstaaten auf Kosten der Union weiter in einem Schuldensumpf versinken.

Und Steuerzahler, wie etwa die deutschen, die die Hauptlast von Rettungsgeldern und Haftungen tragen, weiter belastet werden.

Der Ökonom Hans-Werner Sinn nennt hierfür ein gutes Beispiel aus den Vereinigten Staaten:  „Kalifornien steht am Rande der Pleite, die US-Notenbank kauft trotzdem kein einziges Staatspapier von dort. Die No-Bail-out-Regel ist der Garant der Stabilität dieser föderativen Staaten.“

Bedenken Sie: Würde beispielsweise Griechenland aus der Eurozone aussteigen, könnte es statt des harten Euro wieder die weiche Drachme einführen.

Und so könnte die heimische Wirtschaft mit einer billigen eigenen Währung die Produkte wieder viel günstiger anbieten.

  1. Das Desaster mit dem Euro-Rettungsschirm

Der Euro-Rettungsschirm war von Anfang an ein Unheil. Sie erinnern sich vielleicht: 2010 wurde der EFSF, der später vom ESM abgelöst wurde, ins Leben gerufen. Dabei handelt es sich um einen Fonds, aus dem klamme Staaten Kredithilfen zu Niedrigzinsen erhalten können.

Und genau darum waren diese Rettungsschirme so fatal: Denn durch sie werden Schulden sozusagen sozialisiert.

Und das wirkt sich so aus, dass die Risikoprämien der Anleihen der Krisen- und Schuldenstaaten weiter nach unten gedrückt werden. Sprich: diese können sich munter weiter verschulden.

Somit wird der von Bundeskanzlerin Angela Merkel so gefeierte Fiskalpakt zu einem sprichwörtlichen Rohrkrepierer.

Denn er hält den Hang zur Verschuldung keineswegs auf, sondern – wie voran gezeigt – fördert diesen noch. Und das alles zur Hauptlast der Deutschen, was wir nie vergessen dürfen.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.