Der Euro scheint über dem Berg / Bitcoin wird langweilig

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Das Währungspaar EUR/USD steigt wieder. Der Bitcoin dagegen bereitet sich auf den nächsten Ausbruch noch vor. (Foto: Wit Olszewski / shutterstock.com)

War es das schon? Der EUR/USD steigt seit dieser Woche wieder stabil an. Vor allem wurde die wichtige 20-Tagelinie nach oben durchbrochen. Das ist ein wichtiges Zeichen und sollte auf jeden Fall weitere Abwärtsbewegungen für die nächste Zeit verhindern.

Es ist zwar unwahrscheinlich, dass die Kurse jetzt auf dem Bereich 1,17 bis 1,20 EUR/USD ausbrechen, aber politisch ist die Sache noch nicht entschieden. Immer wieder können mit den – aus Anlegersicht – richtigen oder falschen Aussagen, die Währungen bewegt werden. Doch der grobe Horizont ist jetzt erst einmal zwischen 1,17 etwa auf der Unterseite. Dort verläuft die SMA-20.

Nach oben in ein kleiner Deckel drauf bei dem Mai-Hoch um 1,20. Doch das muss nicht lange halten. So stark ist der Widerstand dort nicht. Ob es reicht, dass die 1,20 eine so schöne runde Zahl ist, um die Kurse aufzuhalten? Nach unten gibt es definitiv mehr Hindernisse.

So wäre es auch denkbar, dass der EUR/USD im Juli sich schon wieder im Bereich zwischen 1,22 und 1,25 bewegt. Momentan ist jede Richtung möglich. Vielleicht testen wir auch noch einmal die 20-Tagelinie. Interessant ist allerdings, wenn wir uns das Ganze politisch betrachten: Italien hat zwar eine neue Regierung. Diese wird aber besonders bei den EU-Kritikern gefeiert. Dennoch steigt der Euro, obwohl nach „Brexit“ ein „Italeave“ sicher alles andere als positiv für die Gemeinschaftswährung wäre.

Insofern muss die neue Regierung tatsächlich auch erst einmal die Sachen umsetzen, die sie versprochen hat. Das beweisen uns die Wahlen jedes Mal: Zwischen Gesagtem und später Umgesetzten liegen Welten.

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Bitcoin pendelt sich ein

Und zwar seitwärts. Die Luft schein aktuell raus zu sein. Bitcoin war schon einmal wesentlich spannender. Spaßeshalber sehen Sie im folgenden Chart auch die 200-Tagelinie. Auf diese würde ich bei Kryptowährungen zwar nicht unbedingt setzen – zumindest noch nicht – aber interessanterweise, sind die Kurse im Frühjahr direkt unter dieser Linie verlaufen.

Vielleicht ist Bitcoin schon reif, für derartige Charttechniken. Neuere Kryptowährungen haben dagegen noch nicht ausreichend Daten geliefert und Handel abgeschlossen, um solche Durchschnitte bedeutungsvoll erscheinen zu lassen.

Unterm Strich können wir Bitcoin aktuell eher abschreiben. Auch wenn die Bandbreite der Bewegungen im Chart immer enger wird und es bald hoffentlich einen Ausbruch geben sollte, noch gibt es keine Anzeichen, wann genau das passieren sollte.

Die SMA-200 und vor allem die Hochs im April und Mai bei etwa 10.000 US-Dollar sprechen eine deutliche Sprache. Hier liegt aktuell ein massiver Widerstand. Doch derzeit sind die Kurse selbst davon über 2.300 US-Dollar entfernt! Die letzten Handelstage waren extrem schwankungsarm und könnten so interpretiert werden, dass bald etwas passiert. Ob das wirklich der Fall ist, oder ob Bitcoin einfach im Hype verpufft ist, werden wir in den kommenden Wochen und Monaten wissen.

Die positive Nachricht: Viel weiter fallen wird es derzeit vermutlich nicht mehr. Wer sich die Hände verbrannt hat, ist wohl nicht mehr investiert und der Rest kauft eventuell nach und hält. Es wird offenbar auf Nachrichten aus dem Krypto-Sektor gewartet, die wieder etwas Schwung hineinbringen.


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.