Der Fahrplan für die kommende Achterbahnfahrt der Märkte

Vor ein paar Tagen habe ich Ihnen geschrieben, es könne einem Angst und Bange werden.

Da habe ich Ihnen diese mögliche Kurs-Entwicklung des DAX 30 aufgezeigt: DAX: 13.000 -> 14.000 -> 15.000 —–> dann: 5.000 Punkte.

Als ich das schrieb, zeigte sich schon, dass Banken bald wieder zocken dürfen. Sie wissen sicher schon, das ist der Sozialismus der Banken: Gewinne werden privatisiert, Verluste sozialisiert.

Schon Anfang dieses Jahres zeichnete sich ab, dass die Finanz-Branche in den USA weniger stark reguliert sein solle, um den Banken die Spekulation auf eigene Rechnung wieder verstärkt zu ermöglichen.

Wenn das so kommt, erwarte ich erst eine rasante Rally aufwärts und dann, wenn die ersten Banken pleite sind, einen Crash.

Diese Woche Freitag und Samstag: Weichenstellung

Ende dieser Woche, am Freitag und Samstag, trifft US-Finanzminister Steven Mnuchin im Rahmen des Finanzminister-Treffens der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) in Baden-Baden seine entsprechenden Kollegen.

Dort wird er der illustren Runde die Deregulierungs-Wünsche der US-Regierung vorstellen.

Riskanter Banken-Plan

Gestern griff das Handelsblatt dieses Thema auf und überschrieb es mit „riskanter Bankenplan“.

Wie eingangs geschrieben, ich habe das Thema vor einiger Zeit etwas weniger diplomatisch mit „da kann einem Angst und Bange werden“ überschrieben.

Kommt das Trennbanken-System?

Positiv bewerte ich, dass in den USA vom Trennbanken-System die Rede ist.

So, wie ich es mir vorstelle, müsste dann das private und gewerbliche Kunden-Geschäft (Einlagen und Kredite sowie Depot-Führungen im Auftrage und auf Rechnung von Kunden) rechtlich völlig von der Zockerbude der Bank getrennt werden.

Damit gäbe es kein „too big to fail“ mehr (too big to fail = zu groß, um in die Insolvenz zu gehen). Falls es so kommt, gäbe es die Sozialisierung der Verluste nicht mehr – gut so!

Crash?

Vor einiger Zeit wurde Finanzminister Wolfgang Schäuble so zitiert, als er zu dem Thema befragt wurde: „Jede freiheitliche Ordnung zerstört sich ohne Regeln und Grenzen.“

Jetzt gibt es aber auch diese Aussage von ihm: „Vergangene Entscheidungen auf den Prüfstand zu stellen, ist noch nichts Falsches.“

Das hört sich schon ganz anders an. Vermutlich will Schäuble damit vorsorgen, dass deutsche Banken ggf. mitzocken dürfen.

Trennbanken hin, Trennbanken her:

Wenn reine Investmentbanken insolvent werden und Milliarden den Bach runtergehen, führt das gleichwohl zu Turbulenzen am Aktienmarkt, die in einen veritablen Crash ausarten können.

DAX: 13.000 -> 14.000 -> 15.000 —–> dann: 5.000 Punkte

Unabhängig von möglichen Änderungen im Banken- und Finanzwesen bin ich von steigenden Aktien- und Call-Kursen überzeugt.

Kommt es zur Deregulierung, so wie es sich die US-Regierung wünscht, legen die Märkte den Turbogang ein. Dann sind die 15.000 Punkte im DAX 30 keine Utopie.

Aber je rasanter es aufwärts geht, desto größer wird die Crashgefahr und desto ausgeprägter wird der Crash.

Der Zeitraum dafür?

Es kann gut noch 1 bis 3 Jahre aufwärts gehen. Je länger es dauert und je stärker die Märkte zulegen, desto größer wird das Rückschlag-Potential.

Was tun?

Derzeit empfehle ich Ihnen, die kommende Rally mit Calls zu nutzen.

Immer (!) rate ich Ihnen dazu, Ihre Call-Optionen dringend durch den Kauf von Put-Optionen abzusichern.

Wenn die kommende Rally in den Übertreibungs-Modus geht, werde ich empfehlen, die Put-Seite im Depot stärker zu gewichten.

Denn mit ausreichend Puts im Depot ist ein Crash für Sie kein Risiko, sondern nur eine andere Richtung, um hohe Gewinne zu erzielen.

Zum guten Schluss sende ich posthum einen Dank an den portugiesischen Seefahrer Ferdinand Magellan. Er entdeckte am 16.03.1521, also heute vor 496 Jahren, die Philippinen.

Das führte letztlich dazu, dass ich in den 1970-er Jahren meine heutige Frau kennen lernte. Damit habe ich heute einen (für mich) guten Schluss gefunden. Ich wünsche auch Ihnen einen guten Schluss dieses Tages!

© Rainer Heißmann – Weiterverbreitung nur mit Link auf den Originaltext gestattet

16. März 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen und Chefredakteur vom "Optionen-Profi". Außerdem ist er Autor des Buchs "Reich mit Optionen". Seine größte Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie auch dem Nicht-Fachmann verständlich und nachvollziehbar werden.

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