Der frühe Vogel fängt den Wurm

Denken Sie als Investor auch auf neuen Wegen oder verfolgen Sie lieber die ausgetretenen Pfade?

Unabhängig davon, ob eine Investment-Story interessant oder eher langweilig ist, kommt es an der Börse maßgeblich auf das Timing an.

Besonders an der Börse gilt: Wer zuerst handelt, hat einen Vorsprung.

Nach diesem Prinzip agieren seit einigen Tagen auch die Einzelhändler, die schon wieder Lebkuchen und süße Naschereien in die Regale räumen.

Doch egal ob das Weihnachts-Gebäck im Spätsommer Absatz findet oder nicht – die Zeit für Lebkuchen und Spekulatius wird kommen.

Grund genug, sich schon heute Gedanken über ein passendes Investment zu machen.

Lindt expandiert

Das 1845 gegründete Unternehmen gehört zu den führenden Herstellern von Schokoladen-Produkten und Spezialitäten der gehobenen Preiskategorie.

Zu den bekanntesten Produkten gehören Fioretto, Lindor sowie der Gold-Osterhase mit Glöckchen. Die Produktions- und Vertriebs-Firmen werden unter dem Dach einer Holding geführt.

Darüber hinaus vertreibt der Konzern sein Angebot über selbstständige Handels-Unternehmen.

Trotz gestiegener Preise für Kakaobohnen und -butter und eines schwachen Konsum-Klimas hat Lindt überzeugende Halbjahres-Zahlen präsentiert.

Der Umsatz stieg um 6,6% und der Gewinn um 12,2%. Die Zahlen haben bewiesen: Lindt hat die Kosten im Griff und kann in einem stagnierenden Markt für Schokolade Marktanteile gewinnen.

Wachstums-Treiber Nr. 1 mit einem Plus von 8,1% auf 738,5 Mio. SFr war Europa. Zwar hat der Einkaufs-Tourismus die Geschäfts-Entwicklung in der Schweiz gebremst.

Davon profitierten aber die Nachbarländer Frankreich und Deutschland, wo Lindt sehr gute Ergebnisse erzielt hat.

In Nordamerika wuchs der Konzern nur um 4,4% auf 561,1 Mio. SFr, weil die Produkt-Palette der Tochter Russell Stover bereinigt wurde.

Damit hat Lindt aber die Grundlage für profitables Wachstum geschaffen. In den anderen Regionen stieg der Umsatz um 7,1% auf 193,9 Mio. SFr. In Australien ist Lindt sogar 2-stellig gewachsen.

Im 2. Halbjahr rechnet Lindt mit einer Wachstums-Beschleunigung und auf Jahressicht mit einer Verbesserung der operativen Marge von 14,2% auf 14,4 bis 14,6%.

Ein Erfolgsgarant ist v. a. der eigene Einzelhandel. In diesem Jahr will Lindt 65 neue Filialen eröffnen und am Jahresende 400 Läden betreiben.

Schwellenländer bringen Fantasie

Bis 2020 will der Konzern zum weltweit größten Einzelhändler für Premium-Schokolade aufsteigen. Das Ziel ist realistisch.

Zum einen ist der Appetit der Amerikaner auf edle Schokolade längst noch nicht gestillt, zum anderen hat der Konzern gerade erst begonnen, die Marke Lindt in den Schwellenländern zu etablieren.

Die Aktie ist aussichtsreich – besser schon vor der Hochsaison für Süßes kaufen!

14. September 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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