Der Geschäftsbericht: Darauf müssen Sie achten

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Erfahren Sie jetzt, wie ein Geschäftsbericht eines Unternehmens aufgebaut ist und wann bei Ihnen die Alarmglocken läuten sollten. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Nachdem Sie gestern erfahren haben, was es mit der Eigenkapitalquote eines Unternehmens auf sich hat und wie Sie diese ermitteln können, lernen Sie heute die beiden Seiten einer Bilanz kennen und erfahren, wie ein Geschäftsbericht eines Unternehmens aufgebaut ist.

Der Geschäftsbericht enthält einen Lagebericht, in dem der Vorstand die Aktionäre über die Entwicklung des Unternehmens unterrichtet. Der Lagebericht bezieht sich auf den Zeitraum seit dem Bilanzstichtag (also zu dem Stichtag, zu dem die Bilanz aufgestellt wurde).

Er soll aber vor allem auch die absehbare Entwicklung im weiteren Verlauf des aktuellen Geschäftsjahres darstellen. Der Geschäftsbericht muss von einem Wirtschaftsprüfer durch dessen Unterschrift testiert werden (erinnern Sie sich in diesem Zusammenhang an meine Berichte über den deutschen Nebenwert Staramba, wo es in diesem Punkt große Probleme gab).

Dafür muss der Wirtschaftsprüfer zunächst prüfen, ob der Geschäftsbericht den gesetzlichen Anforderungen entspricht und ordnungsgemäß erstellt wurde. Sofern dies der Fall ist, erhält das Unternehmen die notwendige Unterschrift des Wirtschaftsprüfers.

In einem speziellen Fall ist Vorsicht geboten

Achtung: Wenn Sie erfahren, dass es Probleme bei der Abschlussprüfung gab oder noch immer gibt, ist das ein wichtiges Alarmsignal! Aber selbst ein positives Testat ist keine Erfolgs-Garantie.

Der Wirtschaftsprüfer bestätigt lediglich, dass die Buchführung des Unternehmens ordnungsgemäß ist. Der Geschäftsbericht enthält neben den eben genannten Pflichtinformationen im Regelfall weitere, nach Ansicht des Vorstands für die Leser interessante, Angaben, wie zum Beispiel Informationen über die Geschäftszweige, in denen das Unternehmen tätig ist und auch über die Aktie und gegebenenfalls über die Aktionärsstruktur.

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Abgerundet wird der Geschäftsbericht durch mehrjährige Übersichten und Informationen über den Beteiligungsbesitz der Aktiengesellschaft. Da ein Geschäftsbericht öffentlich zugänglich ist und somit auch von Konkurrenten gelesen wird, dürfen Sie darin keine vertraulichen Informationen erwarten.

Der Vorstand als derjenige, der für den Geschäftsbericht verantwortlich ist, wird die Entwicklung des Unternehmens aus seiner Sicht schildern. Dies sollten Sie bei der Lektüre stets berücksichtigen und daher auch versuchen, zwischen den Zeilen zu lesen, denn dort werden Sie noch am ehesten versteckte negative Hinweise finden.

Aktiv- und Passivseite einer Bilanz

Eine Bilanz ist eine auf einen Stichtag bezogene Gegenüberstellung. Auf der einen Seite dieser Gegenüberstellung werden die Vermögensgegenstände aufgeführt (Aktivseite) und auf der anderen Seite (Passivseite) wird die Herkunft der Mittel aufgeschlüsselt, mit denen die Vermögensgegenstände auf der Aktivseite erworben worden sind.

Per Definition müssen beide Seiten einer Bilanz stets gleich groß sein, denn jeder Vermögensgegenstand auf der Aktivseite muss durch Eigen- oder Fremdkapital auf der Passivseite finanziert sein. Mit gleich groß ist übrigens die Bilanzsumme gemeint. Wenn auf der Aktivseite unter dem Strich ein Betrag von 1 Mio. Euro steht, so muss auch auf der Passivseite unter dem Strich ein Betrag in gleicher Höhe stehen.

In den kommenden Tagen erhalten Sie hier im Schlussgong weitere Hinweise, wie Sie mit Halbjahreszahlen und Geschäftsberichten erfolgreich arbeiten können und qualitativ hochwertige Unternehmen und aussichtsreiche Aktien finden.


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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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