Der Goldmarkt sagt „Danke an Prinz Harry und Meghan Markle“

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Die royale Hochzeit des Jahres hat auch dem Goldmarkt neuen Schwung gebracht – das gilt eben vor allem für Gelbgold. (Foto: optimarc / Shutterstock.com)

Manchmal stoße ich auf Meldungen, die kann ich selbst kaum glauben. Heute geht‘s um solch eine Meldung aus dem Goldsektor. Ich bin mir nicht sicher, ob Sie vor knapp 2 Wochen die Hochzeit des Jahres verfolgt haben. Da heiratete der britische Prinz Harry seine US-amerikanische Prinzessinnen Meghan Markle. Geschätzte 3 Milliarden Menschen haben das Spektakel im Fernsehen oder Internet verfolgt.

Und Sie können davon ausgehen, dass jedes noch so kleine Detail dieser Hochzeit eine Rolle spielt auch tatsächlich in einschlägigen Foren und Publikationen genau diskutiert wurde. Genau da kommt jetzt das Thema Gold ins Spiel.

Die jetzt neu ernannte Prinzessin von Sussex gilt als ausgesprochene Liebhaberin von Gelbgold. Diese klassische Schmuckform war in den letzten Jahren etwas aus der Mode geraten. Weissgold oder auch Platin und Silber dominierten den Schmuckmarkt. Das galt vor allen Dingen für den wichtigen Schmuckmarkt in den USA. Als ein Modemetall ist dann zuletzt doch Rosé Gold in der Gunst der Käufer etwas nach vorne gekommen.

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Aber das hat sich doch in den 1. Monaten des Jahres 2018 deutlich verändert. So berichten Schmuckhändler aus den USA, dass im Zeitraum rund um die Verlobung im November die Verkäufe von Gelbgold deutlich angestiegen sind. Ein großer Schmuckhändler aus New York beziffert sogar den Zuwachs auf rund 30 % im ersten Quartal des laufenden Jahres.

Speziell in den USA: Käuferinnen schauen auf die Promis bei der Schmuckauswahl

Diesen Einfluss finde ich schon sehr erstaunlich, aber er kommt nicht überraschend. So hat beispielsweise das World Gold Council (WGC) schon im Jahr 2016 eine Umfrage gemacht zum Einfluss von Prominenten auf das Kaufverhalten von Schmuck. Das Ergebnis war eindeutig: Immerhin 22% der befragten Amerikanerinnen gaben an, bei ihrer Kaufentscheidung für Schmuck oder Luxusmode von Magazinen und Zeitschriften beeinflusst worden zu sein. Weitere 11 % gaben auch Prominenten einen klaren Einfluss auf ihre Kaufentscheidung. Und genau diesen Effekt sehen wir jetzt beim Schmuckmarkt in den USA.

Eins ist aber auch klar: So etwas ist nur ein kleiner Effekt auf einem sehr großen Weltmarkt. Aber die USA sind als Absatzmarkt im Schmucksektor immer noch extrem wichtig. Es ist immerhin noch die größte Volkswirtschaft der Welt. Und erst vor wenigen Wochen konnte ich auf der Hauptversammlung von Warren Buffett in Omaha beim dortigen Juwelier sehen, wie groß das Interesse an hochwertigen Schmuckstücken ist. Die Räume von Borshheims, eine von Warren Buffetts Beteiligungen, waren mehr als gut gefüllt und die Umsätze einmal mehr sehr gut.


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Heiko Böhmer
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.