Der größte Deal aller Zeiten: So reagieren Gold und Rohöl

Gold Symbolbild Barren_shutterstock_343993928_Africa Studio

Der Handelsdeal ist unter Dach und Fach – wenn auch nur mündlich. Das sorgt dermaßen für Stabilität und Sicherheit, dass Gold weiter anzieht. Finden Sie den Fehler! (Foto: Africa Studio / shutterstock.com)

Jetzt haben wir ihn endlich: Der Handelsdeal ist da! Die USA und China konnten sich endlich einigen. Offiziell unterschrieben ist scheinbar immer noch nichts. Aber das ist der Börse egal. Wenn beide Parteien sagen, dass sie sich einig sind, dann braucht es nichts Schriftliches. Warum auch? Vor allem, wenn es trotzdem immer noch viele Widersprüche gibt. Beispiel gefällig?

Die USA behaupten, China wird Agrarprodukte im Wert von 50 Milliarden US-Dollar kaufen. China sagt, man werde Agrarprodukte nach Bedarf kaufen. Das waren bislang aber immer weniger als 10 Milliarden US-Dollar pro Jahr aus den USA. Die Strafzölle ab 15. Dezember 2019 bleiben. Andere werden von 15 auf 7 Prozent reduziert. Ein unglaublicher Deal. Und jetzt soll sogar schon die Phase 2 besprochen werden. Letzte Woche hieß es noch, das werde bis nach der Wahl im Herbst 2020 warten müssen. Jeden Tag weht die Fahne in einem anderen Wind. Es ist unglaublich.

Was macht der DAX?

Der DAX hat heute Nachmittag ein wenig zulegen können. Bis zu einem neuen Jahreshoch fehlten aber einige Punkte. Die gute Nachricht: Der Einkaufsmanagerindex in den USA konnte etwas zulegen. Sowohl Gesamtindex, als auch der Teil für Dienstleistungen liegt bei 52,2 Punkte.

Bekommt Gold im Dezember 2019 die Kurve?

Laut Saisonalität sollte Gold jetzt bis Ende Februar steigen. Der Chart unterstützt diese Theorie unter Vorbehalt. Sehen Sie selbst!

Es sieht schwer nach Bodenbildung beim Goldpreis aus. Das hatten wir im Oktober aber auch schon einmal. Also feiern Sie nicht zu früh. Außerdem befinden wir uns immer noch im Trendkanal und der ist weiterhin abwärts gerichtet. Solange wir hier nicht ausbrechen, sind die Bären am Drücker.

Was jedoch für die Bodenbildung spricht: Wir haben einen Widerstand bei 1.450 US-Dollar. Das sind die Hochs aus dem Juli. Hier gibt es also Gegenwehr der Bullen. Insofern wirkt dieser Versuch einen Boden zu bilden auf jeden Fall nachhaltiger als im Oktober.

Was wir jetzt brauchen, sind Kurse jenseits der 1.485 US-Dollar. Eine 1.490 US-Dollar am Ende der Woche wäre ein derartiges Signal. Dann kann die saisonale Rallye starten. Beim Silber sieht es ähnlich aus. Hier könnten wir einen Boden bei 16,50 US-Dollar sehen. Aber auch hier braucht es jetzt einen Impuls nach oben.

Sollte Gold nämlich erneut an der Oberkante des Trendkanals scheitern, wird es wohl auch in seiner sonst so starken Jahreszeit weiter nach unten gedrückt.

Rohöl weiter im Trend aufwärts

Ist bei 62 US-Dollar wieder Schluss? Der Trend hält auf jeden Fall weiterhin an. Die obere Kanalbegrenzung hat seit Herbst funktioniert. Gestern erneut. Wir müssen als keine großen Sprünge erwarten – eher ein konstantes Kriechen nach oben.

Spannend wird es dann erst wieder, wenn wir im Bereich von 62 US-Dollar sind. Mit einem kleinen Überschuss war dort im September Schluss. Aus Sicht der Weltwirtschaft ist es definitiv ein gutes Zeichen, dass Rohöl seit Oktober wieder anzieht. Im Sommer hatten schon einige Analysten gesagt, dass sie einen Preis um die 40 US-Dollar für 2020 erwarten. Danach sieht es aktuell nicht aus.

Wer Rohöl verfolgt, weiß aber, dass sich das auch schnell ändern kann. Im September ging es auch innerhalb kürzester Zeit 10 US-Dollar nach unten. Also scheint aktuell eher die Grenze auf der Oberseite zu bestehen. Behalten Sie den Preis im Auge, vor allem, wenn wir 62 US-Dollar erreichen!

Gold Symbolbild Barren_shutterstock_343993928_Africa Studio

Gold mit deutlichem Rücksetzer: Ende der Rallye?Während die Notenbanken die Währungen verwässern, ist es nur logisch, dass Gold im Preis klettert. › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.