Goldskandal: Warum unser Gold ausgelagert ist

Anders als andere Länder verwahrt die Bundesbank das meiste Staatsgold nicht in der Zentrale, sondern hat es ausgelagert. Nach New York (1.500 Tonnen), sowie London und Paris (800 Tonnen).

Doch wie ich schon im 2. Teil dieses Unangreifbar Leben-Newsletter geschrieben habe, gab es keine regelmäßigen Kontrollen betreff der sachgemäßen und vollständigen Lagerung durch die Bundesbank in den ausländischen Tresoren!

Deutsche Politiker, die das Gold in Augenschein nehmen wollten, wurden abgewiesen! Es scheint, dass das deutsche Staatsgold irgendwie „verschwunden“ ist!

Der Gold-Skandal – 4. Akt

Natürlich werden Sie sich jetzt fragen, was die Verantwortlichen der Bundesbank zu diesem Skandal meinen. Ich verrate es Ihnen: Für die Lagerstellen würde es Barrenlisten geben mit Nummern des aktuellen Bestandes. Diese Bilanzierungsform würde so ausreichen.

Unglaublich! Aber es wird noch besser: Mit regelmäßigen Kontrollen fürchten die deutschen Bundesbanker ihre langjährigen Partner zu düpieren, weil Vertrauen zwischen den Notenbanken eine große Rolle spielt.

Sagen Sie das – natürlich im Kleinen und Privaten gesehen – mal Ihrem Finanzamt!

Der Goldskandal – 5. Akt

Natürlich stellt sich nun die Frage, nachdem eine in Augenscheinnahme des deutschen Goldes in den USA abgelehnt wurde, ob dieses überhaupt noch da ist?

Ich jedenfalls bezweifle dies längst! Und zwar aus folgendem Grund: Die Bundesbank fasst seit einigen Jahren in ihrer Bilanz „Gold und Goldforderungen“ zu einem einzigen Posten zusammen. Damit scheint klar, dass das physische Gold gar nicht mehr in ihrem Besitz ist, sondern nur noch die Schuldverschreibungen!

Natürlich bestreitet dies die Bundesbank und weist darauf hin, dass die Barren in den Safes der ausländischen Zentralbanken lagern. Doch warum darf man es dann nicht sehen?

Der Goldskandal – 6. Akt

Aber es gibt noch einen weiteren Beweis für meine Vermutung: Scheinbar aus logistischen Gründen wollte die Bundesbank im Dezember 2013 37 Tonnen Gold aus New York und Paris zurückholen.

Dabei sickerte durch, dass ein Teil der Goldbarren von einer Sicherheitsfirma umgeschmolzen worden war, weil sie 2013-Prägungen aufwiesen. Sprich: Es wurden neue Goldbarren hergestellt! Damit sind auch die alten Barrennummern der 1950er und 1960er Jahre physisch zerstört worden. Eine Nachkontrolle kann so nicht mehr stattfinden.

Dies ist ein Beleg dafür, dass mit dem ursprünglich in den USA gelagerten Gold gehandelt wurde, statt es passiv zu verwahren! Es war einfach nicht mehr da!

Das ist mehr als ein Skandal. Das merkte wohl auch die Bundesbank, denn sie dementierte ihre ersten Angaben wieder. Veröffentlichte dafür aber weder die alten noch die neuen Seriennummern des Staatsgoldes. Wie auch, wenn der größte Teil wohl „weg“ ist?

Dabei geht es um eine mögliche Veruntreuung von 133 Milliarden Euro Volksvermögen!

Der Goldskandal – 7. Akt

Höchstwahrscheinlich wurde das deutsche Gold in den vergangenen Jahren zu massiven Spekulationen be- und genutzt!

Das bestätigte zumindest Hedgefonds-Manager William Kaye. Der Ex-Goldman Sachs-Banker erklärte, dass Deutschland das Gold der Bundesbank nie wieder sehen würde. Zentralbanken hätten es an US-Banken verliehen. So sei das Gold auf den Markt bekommen, um den Goldpreis zu drücken. Die amerikanische Notenbank hätte dafür Verbriefungen erhalten!

16. Januar 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.

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