Der Höhenflug des Euro ist vorerst beendet

Die Bundestagswahl am vergangenen Sonntag hatte auf den Aktienmarkt zum Wochenstart so gut wie keinen Einfluss:

Weder die Tatsache, dass die großen Volksparteien kräftig Federn lassen mussten, noch das gute Abschneiden der AfD konnte die Börsianer aus der Ruhe bringen.

Auswirkungen hatte der Wahlausgang dagegen auf den Euro:

Der gab zum Wochen-Auftakt deutlich nach und lieferte damit weitere Indizien für eine mögliche Trendwende oder zumindest eine weitere Korrektur.

1,20er-Marke bislang unüberwindbar

Vor knapp 3 Wochen war der Euro mit knapp 1,21 Dollar auf den höchsten Stand seit Januar 2015 gestiegen.

Gegenüber dem Stand zum Jahreswechsel bei 1,05 Dollar hatte er gegenüber dem US-Dollar damit um rund 15% aufgewertet.

Die runde Marke von 1,20 Dollar konnte aber bei bislang 3 Versuchen zwischen Anfang August und Mitte September jeweils nicht dauerhaft verteidigt werden.

Euro zeigt erstmals Schwäche

Ich hatte Ihnen an dieser Stelle bereits geschrieben, dass ich den Höhenflug des Euro aus fundamentaler Sicht für nicht gerechtfertigt halte.

Doch die jüngste Entwicklung hat einmal mehr unterstrichen, dass Trends an den Finanzmärkten oftmals weiter reichen, als man das gemeinhin erwarten würde.

Nach der Ankündigung der US-Notenbank, ihre Anleihekäufe zurückzufahren, gab der Euro in der vergangenen Woche bereits leicht nach.

Das Wahlergebnis der AfD versetzte der europäischen Gemeinschafts-Währung nun einen weiteren Dämpfer.

Schulter-Kopf-Schulter-Formation deutet auf weitere Korrektur hin

Ich möchte für Sie heute einen Blick auf die charttechnische Situation des Euro werfen. Denn hier zeichnet sich eine interessante Entwicklung ab.

Im Tages-Chart hat sich nämlich eine sogenannte Schulter-Kopf-Schulter-Formation ausgebildet. Diese Umkehr-Formation kündigt häufig eine bevorstehende Abwärts-Bewegung an.

euro-dollar

Am 29. August markierte der Euro bei 1,2070 Dollar ein 1. Hoch (die 1. Schulter).

Am 8. September erreichte er bei 1,2092 Dollar nochmals ein höheres Hoch (der Kopf) und am 20. September bei 1,2033 Dollar wieder ein tieferes Hoch (die 2. Schulter).

In dieser Woche wurde nun die sogenannte Nacken-Linie durchbrochen, die sich aus der Verbindung der beiden Tiefs zwischen den Hochpunkten ergibt.

Diese beiden Tiefs lagen bei 1,1823 Dollar (am 20. August) sowie bei 1,1839 Dollar (am 14. September). Zudem wurde die kurzfristige, seit April gültige Aufwärts-Trendlinie klar durchbrochen.

Weitere Korrektur ist wahrscheinlich

Der übergeordnete Aufwärtstrend des Euro gegenüber dem Dollar ist damit zwar noch nicht in Gefahr.

Einiges deutet jedoch darauf hin, dass sich die kürzlich eingeleitete Korrektur noch ein gutes Stück ausweiten kann. Das nächste Ziel ist jetzt das Zwischentief von Mitte August (1,1662 Dollar).

Unterhalb dieser Marke eröffnet sich weiteres Korrekturpotenzial bis in die Region zwischen 1,14 und 1,15 Dollar. Für uns deutsche Anleger ist das auf jeden Fall eine gute Nachricht.

Wenn Sie, wie ich, stark auf US-Aktien setzen, hat der Euro-Höhenflug Ihre Gewinne in diesem Jahr erheblich geschmälert.

Doch jetzt könnte sich Blatt wenden: Künftig winken für Sie bei US-Titeln neben möglichen Kurs-Aufschlägen auch noch zusätzliche Währungs-Gewinne.


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27. September 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Kelnberger. Über den Autor

Chefanalyst Michael Kelnberger ist der Experte für Aktien. Er setzt auf nachweislich erfolgreiche Anlage-Strategien: Die Trend-Strategie im Dienst Volltreffer Aktien und die mechanische Handlungsstrategie im Ranglisten Investor. So erzielt er für seine Leser beider Dienste stets überdurchschnittliche Renditen. Profitieren auch Sie von seinem Know-How.

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