Der Horror mit deutschen China-Aktien geht weiter

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Die Aktie des Armaturenherstellers Joyou verliert innerhalb von nur einer Woche fast 70% an Wert. Erfahren Sie jetzt die Details und Hintergründe. (Foto: aphotostory / Shutterstock.com)

Chinesische Aktien mit Börsennotitz in Deutschland sind zu einem absoluten Trauerspiel für Anleger geworden. Nachdem es bereits in der jüngeren Vergangenheit etliche Turbulenzen in diesem Zusammenhang gegeben hatte, erwischte es jetzt mit Joyou die nächste China-Aktie.

In dieser Woche erwischte der im Frankfurter Prime Standard notierte chinesische Armaturenhersteller den Markt mit der Nachricht auf dem falschen Fuß, dass sich „aufgrund jüngster Informationen zu Geschäftsvorfällen“ von Töchtern „die Notwendigkeit zur Überprüfung“ ergeben habe.

Der Aufsichtsrat will daher eine Sonderuntersuchung der Vorfälle in China durch Wirtschaftsprüfer und Anwälte durchführen lassen. Sie sollen unter die Lupe nehmen, ob Vermögens-, Finanz- und Ertragslage in der Vergangenheit zutreffend dargestellt wurden.

Die Joyou-Aktie verlor nach Veröffentlichung der Horrormeldung im Laufe dieser Woche insgesamt fast 70% an Wert.

Joyou hatte erst Ende März gute Zahlen gemeldet

Besonders bitter ist, dass Joyou erst Ende März dieses Jahres – also vor wenigen Wochen – gute 2014er-Zahlen gemeldet und für das laufende Jahr weiteres Wachstum in Aussicht gestellt hat, woraufhin die Aktie sehr gefragt war.

Die Joyou-Aktie notierte nach der positiven Meldung zunächst bei rund 14,80 Euro. Das bedeutet, dass einige Anleger erst kurz vor der Horrormeldung, die Anfang dieser Woche veröffentlicht wurde, eingestiegen sind und somit nur wenige Wochen nach ihrem Einstieg einen erheblichen Teil ihrer Investition verloren haben.

Aktueller Fall nur einer von vielen Skandalen

Der aktuelle Fall Joyou ist leider nur einer von vielen Skandalen in diesem Zusammenhang. Denn: Der tiefe Fall von Joyou erinnert an zahlreiche weitere Skandale anderer börsennotierter chinesischer Unternehmen hierzulande.

Erst Mitte März dieses Jahres wurden für Asian Bamboo, den Vorreiter aus dem Reich der Mitte an der Frankfurter Börse, Insolvenzanträge gestellt. Zuvor sorgten bereits der Schuhhersteller Ultrasonic, der Verpacker Youbisheng Green Paper sowie der Modeanbieter Kinghero für negative Schlagzeilen.

Unter den nahezu 25 chinesischen Unternehmen, die in Deutschland börsennotiert sind, galt Joyou bisher noch als eines von wenigen Positivbeispielen.

Weitere Negativbeispiele sind etwa China Speciality Glass und Ming Le Sports. Bei diesen beiden Unternehmen warten Anleger noch heute auf die Geschäftsberichte für das Jahr 2013. Zur Einordnung: Die meisten börsennotierten Unternehmen in Deutschland haben mittlerweile längst ihre 2014er-Geschäftsberichte veröffentlicht.

Fazit: Setzen Sie auf solidere Geldanlagen

Wie Sie gerade ausführlich erfahren konnten, mussten deutsche Anleger mit China-Aktien, die an deutschen Börsen gehandelt werden, sehr schmerzliche Erfahrungen machen. Daher empfehle ich Ihnen, nicht auf China-Aktien zu setzen und stattdessen auf den soliden deutschen Mittelstand zu vertrauen.

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Hörgeräte sind ein lohnendes GeschäftIm Geschäftsjahr 2019/2020 steigerte Sonova den Umsatz um 5,6% auf 2,92 Mrd. SFr. Das bereinigte organische Wachstum betrug 8,1%; auf Akquisitionen und Veräußerungen entfielen 1,0%. Negativ wirkten sich Wechselkursschwankungen aus. › mehr lesen


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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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