Der Kampf gegen das Bargeld artet aus

Durch die Abschaffung des Bargeldes werden Sie regelrecht gläsern. Und der Überwachungsstaat triumphiert. Warum, erfahren Sie hier. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Nun soll es endlich Realität werden: Das Bargeld soll verschwinden. Am besten ganz und gar und vor alle für immer.

So jedenfalls wollen es die cashfeindlichen Politiker und Ökonomen. Und keine Anstrengungen sind ihnen dafür zu groß.

Überflüssig und überholt

Wir haben Ihnen bereits aufgezeigt, dass für sie Bargeld als überflüssig und überholt gilt. Das soll Ihnen Glauben gemacht werden.

Dabei bedeutet das Ende des Cashs die Auflösung Ihrer bürgerlichen Freiheit.

Sie wären völlig abhängig vom Buchgeld der Banken und würden die Wertaufbewahrungsfunktion des Bargeldes verlieren.

Sie könnten Ihr Sparguthaben nicht mehr in sicheres physisches Bargeld umtauschen und hätten damit keine Chance mehr, einem drohenden Wertverfall auszuweichen (wie etwa Niedrig-, Null- oder gar Negativzinsen).

Das Ende Ihrer finanziellen Autonomie

Sie sehen also: Die Politiker, die die Abschaffung des Bargeldes vorantreiben, wenden sich damit gegen die Sparer, gegen die Bürger und Steuerzahler dieses Landes.

Durch, wir sagten es bereits, die Vernichtung der sicheren Wertaufbewahrungsfunktion. Und damit auch dem Entzug Ihrer finanziellen Autonomie.

Sie werden gläsern

Und nicht zu vergessen: Durch den Tod des Cash und damit der Ausweitung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs werden Sie geradezu gläsern.

Denn jede Ihrer Finanztransaktionen wird registriert.

Wenn Sie heute noch irgendwo ein Bier trinken oder beim Bäcker ein Brötchen kaufen, dann zahlen Sie bar und gut ist. In Zukunft wird all dies registriert. Man wird alles über Sie wissen: Ihre kompletten Gewohnheiten.

Aufgrund Ihrer Ausgaben – und natürlich auch Einnahmen –  sowie Ihrer (Kauf-)Vorlieben wiederum kann der Überwachungsstaat ein regelrechtes psychologisches Profil von Ihnen erstellen.

Anonymität ade

Sie würden keine Anonymität mehr besitzen. Bei nichts mehr. Ihr Geldverkehr – und damit Sie – würden komplett durchleuchtet und überwacht, sämtliche Daten umfangreich erhoben und gespeichert.

Damit wären Sie selbst gläsern. Ist das nicht ein Horror?

Durch die Abschaffung des Bargeldes würde der Überwachungsstaat triumphieren

Big Brother is watching you: Die fiktive Vision des britischen Schriftstellers George Orwell von einem Überwachungsstaat, die er in seinem weltberühmten Roman 1984 beschrieben hat, wäre Wirklichkeit.

Der mündige Bürger und Konsument würde endgültig der Vergangenheit angehören. Freiheitsrechte ade.

Ein bargeldloses Geldsystem wäre für Sie eine Katastrophe. Staat und Finanzdienstleister jedoch würden davon profitieren.

Letztlich ist Bargeld die einzige Möglichkeit für Sie, Ihre Ersparnisse vor dem Zugriff der Staaten und Banken und etwaiger Sonderabgaben oder Vermögenssteuern zu schützen.

Der Horror ist längst schon Realität

Bei unseren Nachbarländern Schweden und Dänemark wurden solche Horror-Pläne längst schon vorangetrieben. So will beispielsweise die dänische Zentralbank überhaupt kein Bargeld mehr drucken und ausgeben. Jetzt planen diese beiden Länder sogar, das Bargeld ganz abzuschaffen.

Barzahlungen sind in der EU ohnehin nur noch begrenzt erlaubt (z.B. in Italien bis 1.000 Euro, in Griechenland bis 1.500 Euro). Doch nun soll es noch schlimmer kommen.


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Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.