Der Kampf gegen das Bargeld hat längst begonnen

Gold ist wahres Geld. Das wissen auch die Regierungen, deshalb bekämpfen sie es ebenso wie Bargeld. (Foto: optimarc / Shutterstock.com)

Indien ist zum Vorreiter für eine bargeldlose Gesellschaft geworden.

Sie wissen jetzt, dass Premierminister Narendra Modi eine Überraschungsreform durchführte.

Und zwar mit dem Ziel: die Teilabschaffung, also die Zwangsverknappung, des Bargelds, das daraufhin 86 Prozent seines Wertes verlor.

Mit staatlicher Willkür gegen Goldbesitzer

Das ist der erste Schritt zur Digitalisierung des Zahlungsverkehrs im Land. Ein anderer, die Sachwerte einzuschränken, um beispielsweise die Flucht ins Gold zu verhindern.

So wiesen Steuerbehörden Juweliere an, alle Kunden zu melden, die größere Beträge in das gelbe Edelmetall umtauschen wollten.

Wenn sie dieser Aufforderung nicht nachkommen wollten, drohte ihnen die Installation staatlicher Überwachungskameras, um ihre Geschäfte einzusehen und die entsprechenden Kunden identifizieren zu können.

Goldverkäufe nehmen kurzfristig zu

Doch das ist noch längst nicht alles in punkto Repressionen gegen das Gold und seine Besitzer. Es kommt noch dicker.

Im Juni 2017 vermeldete die Times of India, dass die Verkäufe von Gold und Goldschmuck in den vergangenen Wochen deutlich angestiegen sind. Viele Menschen decken sich mit dem gelben Edelmetall ein.

Und das aus gutem Grund.

Die indische Goldsteuer

Ab 1. Juli 2017 tritt in Indien eine Goldsteuer von drei Prozent in Kraft. Und zwar auf Goldmünzen und Goldbarren.

Für den Verkauf von Goldschmuck schlägt eine staatliche Abgabe von fünf Prozent zu Buche. Dies wurde kurzerhand von der Zentralregierung in Neu Delhi erlassen.

Und wissen Sie was? Der Staat plante sogar eine Steuer auf Goldprodukte von – sage und schreibe – 18 Prozent.

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Wie auch immer – die drei bzw. fünf-prozentige Goldsteuer wird von den Juwelieren als Zusatzkosten auf das Edelmetall aufgeschlagen. Damit wird Gold viel teurer.

Gerade in dem Riesenreich ist das ein großes Problem, denn bei den hinduistischen Hochzeiten spielt es traditionell eine große Rolle als Brautmitgift.

Rigorose Agenda für digitale Zahlungsmittel

Sie sehen also: Die Einführung einer Steuer auf den Handel mit physischem Gold ist ein weiterer Schritt zur Abschaffung des Bargelds und das Zunichtemachen der Flucht in Sachwerte.

Die indische Regierung verfolgt strikt die Agenda, das Land zukünftig auf digitalen Zahlungsmitteln aufzubauen.

Bargeld und Gold kann man dafür natürlich nicht gebrauchen.

Eine solche Goldsteuer ist auch in den westlichen Ländern, und damit auch bei uns in Europa, jederzeit denkbar. Selbst wenn Politiker dies (noch) heftig bestreiten.

Gold ist alles

Natürlich wissen die Regierungen, was Gold und Silber für die Besitzer, für Sie bedeutet.

Denn der relative Wert der Edelmetalle, der seit Tausenden von Jahren unverändert besteht, wurde schon im alten Babylon festgelegt.

Wussten Sie beispielsweise, dass Gold als Sinnbild der Sonne und Silber als das des Mondes galt? Ihr Wechselverhältnis setzten die babylonischen Priester auf 1 zu 13 1/3 fest, was den Umlaufzeiten der Himmelskörper entsprach.

Dieses Wertverhältnis wirkte während der ganzen Antike und noch weit ins Mittelalter und sogar in die Neuzeit hinein.

So wurde der Wert von Gold und Silber also gewissermaßen vom Himmel geholt.


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Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.