Der klassische Brief – ein Auslaufmodell

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Der klassische Brief scheint in Zeiten von elektronischer Post wie E-Mail und WhatsApp ausgedient zu haben. (Foto: Joerg Huettenhoelscher / shutterstock.com)

Neben dem konjunkturellen Umfeld wird die Geschäftsentwicklung der Deutschen Post DHL und der Österreichischen Post von weiteren internationalen Trends beeinflusst, die Risiken, aber auch Chancen mit sich bringen: Im Briefbereich wird der klassische Brief verstärkt durch elektronische Post wie E-Mail und WhatsApp ersetzt.

Die Rede ist von Rückgängen in der Größenordnung von 3 bis 5% pro Jahr. Deshalb optimiert die Österreichische Post sowohl in der Brief- als auch in der Paketlogistik ihre Prozesse zur weiteren Kosteneinsparung und Effizienzsteigerung. Im Paketgeschäft profitiert die Österreichische Post vom Wachstum durch den Online-Shopping-Trend, wodurch die Paketmengen kontinuierlich steigen.

Um im boomenden grenzüberschreitenden E-Commerce- Geschäft profitables Wachstum zu schaffen, bauen die Deutsche Post DHL und die Österreichische Post ihre Kooperation im Bereich Paketzustellung in der Tschechischen Republik und der Slowakei aus. Zudem arbeitet die Österreichische Post mit Hochdruck an einer umfassenden Kapazitätserweiterung der Paketlogistik.

Die Deutsche Post wird klimaneutral

Vom Online-Shopping profitieren die KEP-Dienste (Kurier, Express und Paketdienste). Bei der Deutschen Post DHL ist der Umsatz der Sparte Express im 2. Quartal um 4,8% gestiegen. Die Sparte hat ihre Drehkreuze erweitert sowie die Flugzeugflotte modernisiert und vergrößert. Investiert wurde auch kräftig in den Ausbau der Paket-Infrastruktur und in die Produktion der Elektrofahrzeuge. Mit mehr als 9.000 Fahrzeugen in der Flotte ist der StreetScooter das am meisten verbreitete Elektroauto Deutschlands. Zukünftig wird der Konzern seine Aktivitäten noch stärker auf emissionsneutrale Konzepte ausrichten.

Bis 2050 sollen alle logistikbezogenen Emissionen auf Null reduziert werden. Bereits 70% der Zustellung und Abholung sollen bis 2025 sauber erfolgen, beispielsweise zu Fuß, per Fahrrad oder mit dem Elektroauto.

Paketdienste profitieren vom Online- Shopping

Auch bei UPS setzte sich das starke Wachstum im Business-to-Consumer-Bereich (B2C) dank des boomenden Online-Handels fort. Der Gewinn erhöhte sich im 2. Quartal um 13%. Das Paketvolumen verbesserte sich im Tagesdurchschnitt um 7%, wobei die UPS-Next Day Air um 30% zulegte. Im Paketbereich erwarten wir aufgrund der zunehmenden Bedeutung des Online- Shoppings steigende Volumina. Um zusätzliches rentables Wachstum zu erzielen, hat UPS umfangreiche neue Produkte und Dienstleistungen wie UPS My Choice for Business eingeführt. Das globale Netzwerk wurde seit Anfang des Jahres um 3 Hubs und mit 11 neuen Flugzeugen erweitert.

FedEx hat 2018 zwar Umsatz und Gewinn gesteigert. Dennoch litt der Konzern im 4. Quartal unter sinkenden Frachteinnahmen und höheren Kosten. Die Integration von TNT Express kommt FedEx teurer als erwartet. Zudem leidet der Paketdienstleister unter den aktuellen Handelskonflikten. Die Entwicklung des internationalen Paket- und Frachtgeschäfts ist wesentlich von der Konjunkturentwicklung, den internationalen Handelsströmen und der damit verbundenen Preisentwicklung abhängig. Wettbewerbsintensität und Preisdruck waren in diesem Bereich hoch.

Bei Expeditors war davon allerdings wenig zu spüren. Umsatz und Gewinn sind im 2. Quartal gestiegen.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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