Der klassische Brief wird zum Auslaufmodell

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Der klassische Brief wird verstärkt durch elektronische Post wie E-Mail und WhatsApp ersetzt und verliert zusehends an Bedeutung. (Foto: Joerg Huettenhoelscher / shutterstock.com)

Neben dem konjunkturellen Umfeld wird die Geschäftsentwicklung der Deutschen Post DHL und der Österreichischen Post von weiteren internationalen Trends beeinflusst, die Risiken, aber auch Chancen mit sich bringen: Im Briefbereich wird der klassische Brief verstärkt durch elektronische Post wie E-Mail und WhatsApp ersetzt. Die Rede ist von Rückgängen in der Größenordnung von 3 bis 5% pro Jahr.

Deshalb plant die ÖP verschiedene Initiativen, um allen gegenläufigen Trends des Postmarktes zu trotzen und wieder steigende Umsätze zu erwirtschaften. Als wichtige Voraussetzung dafür gilt es, die gesteckten Ziele bei Brief- und Werbesendungen, im Paketbereich aber auch bei Filial- und Finanzdienstleistungen zu erreichen. Im Zuge des Aufbaus des neuen Finanzdienstleistungsangebots werden Anlaufkosten in den Jahren 2020 und 2021 von rund 40 Mio € erwartet. Positive Ergebnisbeiträge aus diesem Geschäft sind ab 2023 vorgesehen.

KEP-Dienste profitieren vom Online- Shopping

Vom Online-Shopping profitieren die KEP-Dienste (Kurier, Express und Paketdienste). In Zeiten der Corona- Pandemie hat der Online-Handel sogar eine zentrale Versorgungsfunktion eingenommen. Die Menschen waren für den Kauf vieler Produkte auf das Internet angewiesen. Jeder Fünfte shoppt seither mehr im Internet. So profitierte bei der Österreichischen Post der Umsatz in der Sparte Paket & Logistik von einem positiven organischen Wachstum durch Online-Bestellungen sowie höhere Mengen aufgrund der Kooperation mit DHL. Auch die Deutsche Post profitierte von der Corona-Pandemie.

Im 2. Quartal stieg der Umsatz um 3,1%. Treiber war das starke Wachstum im Bereich E-Commerce. Gerade jetzt zahlt sich aus, dass die DP mit der Strategie 2025 den Fokus auf das profitable Logistik-Kerngeschäft und die digitale Transformation gelegt hat. Die Onlineeinkäufe haben UPS im 2. Quartal eine Flut von Aufträgen beschert. Der Umsatz legte um 13% zu. Gestiegene Sendungsmengen in Wohngebieten und der Transport von Medizin- und Pharmagütern wegen der Pandemie trieben das Geschäft an.

Im Heimatmarkt stieg das durchschnittliche tägliche Volumen um 22,8%. Im Paketbereich erwarten wir aufgrund der zunehmenden Bedeutung des Online-Shoppings steigende Volumina. Um zusätzliches rentables Wachstum zu erzielen, hat UPS umfangreiche neue Produkte und Dienstleistungen eingeführt.

Schwierigkeiten im Frachtverkehr

Während es bei den KEP-Diensten rund lief, hat Kühne & Nagel die Folgen der Corona-Krise deutlich zu spüren bekommen. Während die Luftfracht noch einigermaßen stabil geblieben ist, mussten die Sparten Seefracht, Landverkehre und Kontraktlogistik deutlich Federn lassen. Das Containervolumen sank um 11,7%.

Bei der HHLA ging der Containerumschlag um 11,3% auf 3.345 Tsd. TEU zurück. Der Rückgang ist vorwiegend auf die Hamburger Containerterminals zurückzuführen. Grund hierfür waren ausgefallene Schiffsabfahrten (Blank Sailings). Die Ausfälle verursachten einen Rückgang der Ladungsmengen aus Fernost. Bei Expeditors war davon allerdings wenig zu spüren. Umsatz und Gewinn sind im 2. Quartal gestiegen. Umsatzrückgänge in der Seefracht und Logistik wurden durch unerwartet hohe Luftfrachtumsätze überkompensiert.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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