Der klassische Einzelhandel stirbt aus

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Fernab von 1A-Lagen ist das Aussterben vieler kleiner Geschäfte zu beobachten. Der Trend zum Online-Shopping ist nicht mehr aufzuhalten. (Foto: PopTika / shutterstock.com)

Bereits seit vielen Jahren können Sie das Aussterben vieler kleiner Geschäfte in den Innenstädten kleiner und mittelgroßer Städte beobachten.

Dieser Trend macht auch vor den großen Ketten nicht Halt. Lediglich die absoluten 1A-Lagen versprechen noch gute Geschäfte für Einzelhändler. Online-Händler wie Amazon jagen den kleinen Anbietern immer mehr Marktanteile ab. Während viele Handelsunternehmen vor großen Herausforderungen im operativen Geschäft stehen, hat Amazon seinen Gewinn 2018 gerade mehr als verdreifacht. Wurde früher quasi jeder Cent wieder in Wachstum und neue Angebote investiert, ist jetzt die Erntezeit gekommen, in der Amazon von den Investitionen der Vergangenheit profitiert und seine einzigartige Marktstellung in Gewinne ummünzen kann.

Auch Starinvestor Warren Buffett hat den Wert von Amazon erkannt und im 1. Quartal erstmals Aktien des Unternehmens erworben. Mit seinen gigantischen Wachstumsraten hängt Amazon alle anderen Unternehmen der Branche locker ab.

Das Gegenmittel erfolgreicher Einzelhändler

Etablierte Handelskonzerne müssen sich überlegen, wie sie gegen die Online-Übermacht bestehen können. Dabei hat sich die enge Verzahnung von Ladengeschäften mit dem Online-Handel als Erfolgsrezept erwiesen. Die Unternehmen müssen das Erlebnis eines Einkaufs inklusive einer persönlichen Fachberatung mit der Bequemlichkeit von Online-Bestellungen verknüpfen, um erfolgreich zu sein.

Ein Unternehmen, dem dieser Schritt gelungen ist, ist TAKKT. Der B2B-Händler hat 2018 erstmals mehr als 50% des Umsatzes über digitale Kanäle generiert. Auch Hornbach versucht sich an der Integration von Online- und Offline-Angeboten und hat sich damit gemessen am Umsatz pro Quadratmeter zur erfolgreichsten Baumarktkette in Deutschland entwickelt. Wer die Digitalisierung hingegen verschläft, der kann langfristig am Markt nicht bestehen. So hat beispielsweise BB&B (2416) große operative Probleme zu bewältigen. Bisher spielt die Digitalisierung noch keine Rolle bei dem Unternehmen. Doch auch nicht jeder Online-Händler ist erfolgreich.

Bei zooplus sind Wachstumsraten und Kundenzufriedenheit zwar hoch, doch bleibt die Profitabilität auf der Strecke. Wenn dem Wachstumsdrang nicht bald auch die ökonomische Vernunft zur Seite gestellt wird, ist die Zukunft des Unternehmens gefährdet.

Sonderfall Lebensmittelhandel

Im Lebensmittelhandel ist die Digitalisierung noch nicht so weit vorgedrungen. Auch wenn immer mehr Lieferdienste auf den Markt kommen, kauft ein Großteil der Kunden immer noch direkt in den Filialen der großen Supermarktketten wie Carrefour, Ahold, Wal-Mart und Tesco. Doch auch diese Ketten stehen unter Druck.

Die wettbewerbserprobten deutschen Händler Lidl und Aldi drängen mit ihren Tiefpreisen und effizienten Strukturen in immer mehr Regionen der Welt und setzen die einheimischen Händler unter Druck. Tesco reagierte mit einer vertieften vertikalen Integration durch die Übernahme eines Lebensmittelgroßhändlers. Das Ausschalten von Zwischenstufen beim Handel soll die Profitabilität erhöhen.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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