Der Konflikt der Sanktionen: Amerika gegen China

Der EU-Handelskrieg gegen China drückt die Stimmung der deutschen Wirtschaft. Und jetzt schlägt Peking auch noch zurück. (Foto: crystal51 / Shutterstock.com)

Wieder einmal werden Sie für dumm verkauft. Dieses Mal hinsichtlich der von US-Präsident Trump verhängten Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumlieferungen.

Auch wenn die EU, so wie es momentan aussieht, zunächst davon verschont bleibt.

Deutsche Politiker zünden Rauchbomben und Mainstreammedien hinterfragen nicht

Wir haben Ihnen diese Scheinheiligkeit der deutschen Politik und der ihr eifrig nachhechelnden Mainstream-Presse bereits aufzeigt: Schon längst gibt es einen Handelskrieg der EU gegen China. Allen voran Deutschland.

So werden protektionistische Maßnahmen (z.B. Strafzölle) gegen chinesische Konzerne erhoben, die durchschnittlich 46 Prozent betragen und bis zu 126 Prozent reichen. Das alles aus Angst vor einem weiteren unerwünschten Technologietransfer der Chinesen, der mittelfristig – und vor allem die hiesige -Exportwirtschaft benachteiligt.

Stimmung der deutschen Wirtschaft liegt am Boden

Wie bedeutend China für uns tatsächlich ist, zeigen diese Zahlen: Mit einem Handelsvolumen von rund 187 Milliarden Euro (2017) ist die Volksrepublik der größte Handelspartner Deutschlands. Und das noch vor den USA und Frankreich.

Dieser Handelskrieg drückt natürlich auch die Stimmung in der deutschen Wirtschaft. Experten sprechen bereits davon, dass der aktuelle wirtschaftliche Boom nicht nur langsam nachlässt, sondern sogar zu Ende geht

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Der Handelskrieg der Amerikaner gegen die Chinesen

Auch die USA leiteten jüngst Handelsmaßnahmen mit einem Volumen von 60 Milliarden Dollar gegen China ein. Trump forderte Peking dazu auf, den Handelsüberschuss um 100 Milliarden Dollar zu reduzieren. Denn das Handelsdefizit mit China sei außer Kontrolle geraten.

Genauso wie Deutschland befürchten die Vereinigten Staaten einen erzwungenen Technologietransfer durch die Chinesen. Deshalb sollen Zölle auf verschiedene Produkte aus der Volksrepublik erhoben werden.

Peking schlägt zurück

Peking will sich das nicht gefallen lassen und schlägt zurück. So kündigte China bereits an, Strafzölle in Höhe 25 Prozent und einem Volumen von drei Milliarden US-Dollar auf Importe aus den USA verhängen zu wollen. Etwa auf Produkte aus Stahl, Obst, Wein und Schweinefleisch.

Außerdem will China vor der Welthandelsorganisation WTO rechtliche Schritte gegen die USA einleiten. Dennoch signalisierten die Chinesen den Amerikanern, den Handelsstreit – ich bezeichne ihn als Handelskrieg – durch Dialog beizulegen.

Die Scheinheiligkeit der EU und Deutschlands

Wie scheinheilig wieder einmal die Aufregung und die mediale und politische Diskussion um die protektionistischen Maßnahmen der Amerikaner ist, obwohl die EU genau denselben Handelskrieg führt, haben wir Ihnen vor Augen geführt.

Nachdem Sie von diesen verschwiegenen Informationen erfahren haben, werden Sie sich selbst an den Kopf fassen.


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Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.