Der Konsum süßer Limonade sinkt

Coca Cola Flasche RED – shutterstock_196241660 M. Unal Ozmen

Zuckerhaltige Getränke liegen aufgrund der negativen gesundheitlichen Folgen immer weniger in der Gunst der Konsumenten. (Foto: M. Unal Ozmen / Shutterstock.com)

Zuckerhaltige Getränke von Coca-Cola und PepsiCo werden immer unbeliebter.

Auch der Gesetzgeber hat die negativen Folgen für die Gesundheit erkannt. Länder wie Großbritannien, Frankreich, Norwegen und Mexiko haben bereits eine spezielle Steuer auf zuckerhaltige Getränke eingeführt. Mit Erfolg: In Mexiko ging der Absatz bereits um 8% zurück. In Deutschland gibt es zwar noch keine Zuckersteuer, dennoch greifen immer weniger Konsumenten zu süßen Limonaden. Der Verbrauch sank 2017 um 6,5% auf 60,3 Liter pro Kopf.

Coca-Cola und PepsiCo haben längst auf diesen Trend reagiert und ihre Produktpalette um gesündere Getränke erweitert. Coca-Cola hat zuletzt die britische Kaffeehaus-Kette Costa übernommen und PepsiCo die israelische SodaStream. Ein Ausweg aus dem Limonaden-Dilemma könnte auch der Einstieg in das wachstumsstarke Geschäft mit Cannabis-Getränken sein, über den zumindest PepsiCo nachdenkt.

Bierabsatz trotz Fußball-WM enttäuschend

Grundsätzlich profitieren Brauereikonzerne von sportlichen Großereignissen wie Fußball-Weltmeisterschaften. Schon 2010 und 2014 wurden allein in Deutschland jeweils rund 4% mehr Bier verkauft. 2018 ist das Absatzwachstum aber wegen des frühen Ausscheidens der deutschen Nationalmannschaft deutlich geringer ausgefallen. Gutgetan hat den deutschen Bierbrauern zumindest das schöne Frühlings- und Sommerwetter. In den ersten 9 Monaten stieg der Bierabsatz um 0,8% auf 72,7 Mio. hl.

Bei Anheuser-Busch InBev, dem Hauptsponsor der Fußball-WM, ging der Bierabsatz im 2. Quartal und in den ersten 9 Monaten sogar zurück. Immerhin konnte der Konzern in den Stadien mehr Bier verkaufen als 2014. Besser hat dagegen Heineken abgeschnitten. Absatz, Umsatz und Gewinn sind im 1. Halbjahr gestiegen.

Insgesamt aber bleibt das Marktumfeld für die Branche schwierig. Seit 2012 stagniert der weltweite Bierausstoß bei knapp 2 Mrd. hl. Und für die vergangenen 12 Jahre errechnet sich ein Absatzwachstum von lediglich 1,5% pro Jahr. Verantwortlich sind Überkapazitäten und der harte Preiskampf. Zudem machen die kleinen Craft-Bier-Brauereien den Großen der Branche zu schaffen. Branchenexperten zufolge soll sich die Lage aber verbessern.

Bis 2022 soll der Bierabsatz jährlich um 2,5% steigen. Wachstumstreiber werden in erster Linie die Craft-Biere sein, die besonders bei jüngeren Konsumenten gut ankommen. Deren Anteil am weltweiten Bierausstoß soll im Zeitraum 2017 bis 2022 von 18,6 auf 21% steigen.

Winzer fahren Rekordernte ein

Das schöne Wetter im Sommer hat den deutschen Winzern die beste Ernte seit 1999 beschert. Die Weinmosternte stieg um 43% auf 10,7 Mio. hl. Noch erfreulicher: Die Qualitäten sind außerordentlich gut. Angesichts der hohen Erntemenge sind jedoch die Preise für Weinmost kräftig gefallen, beispielsweise für den Riesling- Most aus dem Mosel-Anbaugebiet von 150 € pro Hektoliter auf 90 bis 100 €. Andererseits sind die Kosten für Energie, Glas, Kartonage und Etiketten gestiegen.

Die Flasche Wein dürfte daher kaum billiger werden. Aber auch Preiserhöhungen sind nicht zu befürchten, weil sie nur schwer durchzusetzen sind. Denn die Deutschen sind nicht bereit, für Wein viel Geld auszugeben. Sie bevorzugen eher günstige Weiß- und Roséweine. Zudem stagniert der Konsum seit Jahren bei rund 21 Litern pro Kopf. Aber auch der globale Weinkonsum ist seit dem Jahr 2000 nur um 8% auf 226 Mio. hl gestiegen.

Fazit

Einen Branchenfavoriten habe ich nicht. Getränkekonzerne sind aber attraktive Defensivinvestments nicht nur in unruhigen Börsenzeiten, denn getrunken wird immer. Langfristanlegern gefällt vor allem die großzügige Dividendenpolitik.

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Die Deutschen trinken immer weniger BierDer weltweite Bierabsatz der deutschen Brauereien und Bierlager schrumpft. Alkoholfreie Biere sind dagegen ein Wachstumsmarkt. › mehr lesen


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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