Der Krieg: Die Ausgeburt der Deflation

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Krieg und Deflation gehören in der Geschichte zusammen. Dabei steht die Deflation am Anfang. Der Krieg ist dann das finale Krisenereignis. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

In absehbarer Zukunft ist als Erstes eine Deflation zu erwarten. Aufgrund dieser Deflation und die hierdurch entstehende Armut wird der Nährboden für einen Krieg bereitet.

Der irische Dramaturg George Bernard Shaw (1856–1950) sagte einmal: »Ich habe zweimal in meinem Leben erlebt, dass der Zins unter zwei Prozent ging und jedes  Mal hat es Krieg gegeben.«

Der Krieg hebt mittels der florierenden Rüstungsindustrie den Zins an und lässt Investitionen wieder interessant erscheinen. Erst wenn es im Laufe von kriegerischen Auseinandersetzungen zu großen Zerstörungen und Vernichtung von Vermögen gekommen ist, kann es zu einer Inflation kommen. Die Abfolge in der Geschichte war stets so, dass zuerst die Deflation kam, dann der Krieg und danach die Inflation.

So gab es nach der schweren Depression im Jahr 1873 eine 40-jährige Deflation, mit ihrem Höhepunkt im Jahr 1912. Daraus entstand indirekt der Erste Weltkrieg, unter dem die Verschuldung massiv anstieg. Nach dem verlorenen Krieg kam es 1923 zur Hyperinflation in Deutschland.

Ähnlich verlief es später: Zuerst die Deflation von 1930, dann Krieg und Verschuldung, der dann 1948 der Währungsschnitt folgte. Eine Hyperinflation kommt niemals, wie oft behauptet wird, aus dem Nichts oder folgt gar einem Crash.

Immer kommt zuerst die Deflation und erst viel später kann sich daraus eine Hyperinflation entwickeln. Der Krieg spielt dabei im heutigen Systemmechanismus eine zentrale Rolle.

Klare Parallelen zwischen Krise und Krieg

Tatsächlich lassen sich deutliche Parallelen zwischen der damaligen Deflation in der Weltwirtschaftskrise und dem später folgenden Zweiten Weltkrieg zeigen.

Durch die Weltwirtschaftskrise kam es vor allem in Deutschland zu einer gewaltigen Massenarbeitslosigkeit. Zudem war das politische System nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg und den hohen Reparationsforderungen der Siegermächte äußerst instabil.

Die Bevölkerung verlor bald jede Hoffnung auf eine Besserung der immer schlimmer werdenden Lage, was den radikalen Parteien wie der NSDAP und den Kommunisten deutlichen Zuwachs bescherte. Sieht man sich den Stimmenerfolg der Nationalsozialisten an, so ist eine deutliche Parallele zur Entwicklung der Arbeitslosigkeit zu erkennen.

Die wirtschaftliche Entwicklung in den USA war ähnlich. Die Wirtschaftsleistung sank drastisch und die politischen Entscheidungsträger konnten die Deflation nicht bekämpfen. Nach einer kurzfristigen Verbesserung verschlimmerte sich die Lage bis Ende der 1930er-Jahre weiter.

USA: Der zweite Weltkrieg als Konjunkturmotor

Auffällig ist, dass die Wirtschaftskrise in den USA innerhalb weniger Monate endete. Im Jahr 1939 war die Krise plötzlich vorbei und es begann eine Hochkonjunktur.

Dies ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass schon vor dem eigentlichen Ausbruch des Zweiten Weltkrieges im September 1939 in den USA großangelegte Rüstungsprogramme hochrentable Investitionsmöglichkeiten für das Kapital schufen und dadurch die deflationäre Abwärtsspirale durchbrochen wurde.

Das würde allerdings im Umkehrschluss bedeuten, dass es die USA nur durch den Zweiten Weltkrieg und den Rüstungskonjunkturboom geschafft haben, wieder aus der Deflationskrise herauszukommen.

In der Tat bestätigen die Kriege der jüngsten Vergangenheit diese Annahme. Oftmals, wenn eine durch Schulden hergeleitete Wirtschaftskrise aufflammte, konnte diese durch einen Krieg, wie es zuletzt der Golfkrieg 1991 bewies, abgewendet werden.

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Günter Hannich
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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