Der Luxusgüter-Markt bleibt eine Wachstums-Branche

Die Experten von Bain und Altagamma kommen in ihrer jährlichen Studie zu dem Schluss, dass die Luxus-Branche bis 2020 ein jährliches Umsatz-Wachstum von 2 – 3% verzeichnen wird.

Die Ausgaben für Luxusgüter sind in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen und erreichen mittlerweile ein Niveau von knapp 250 Mrd. €.

Haupttreiber dieser Entwicklung ist die wachsende Mittelschicht in China: Chinesische Konsumenten sind bereits für 31% der Ausgaben verantwortlich, gefolgt von den USA (24%), Europa (18%) und Japan (10%).

2016 legt das Wachstum allerdings eine Verschnaufpause ein; der Markt stagniert und befindet sich in der schwächsten Phase seit der Krise 2008/2009.

Wie schlagen sich unsere Unternehmen?

  • Burberry kämpft weiterhin mit ungewohnt rückläufigen Umsätzen und Gewinn-Rückgängen. Ein neuer CEO und eine neue Strategie sollen das Ruder herumreißen.
  • LVMH hat seine Position als Branchen-Primus untermauert. Der Konzern ist gegen den Trend gewachsen und konnte Marktanteile gewinnen.
  • Swatch Group und Richemont verzeichneten im 1. Halbjahr hohe Gewinn-Rückgänge. Die Krise in der Uhren-Branche trifft beide Konzerne aufgrund ihrer hohen Abhängigkeit vom Uhren-Geschäft hart.
  • Kering liefert solide Ergebnisse.
  • Die Marken Gucci und Yves Saint Laurent sind in der Gunst der Kunden gestiegen.
  • Und von Puma kommen nach langer Zeit positive Nachrichten.
  • Coach findet langsam in die Erfolgsspur zurück. Für dieses Jahr wird eine deutliche Steigerung der Ertragskraft angestrebt. Die Verkäufe in den USA haben angezogen. Die Neupositionierung der Marke zahlt sich aus.
  • Bei Tiffany deutet sich eine leichte Erholung der Verkäufe an, die insbesondere durch die Region Festland China getragen wird. Für das Gesamtjahr prognostiziert der Konzern aber einen leichten Umsatz- und Gewinn-Rückgang.

Smartwatch – eine Gefahr für die Schweizer Luxusuhren-Industrie?

Die Krise in der Schweizer Uhren-Branche hat eine Reihe von Gründen, die eher als temporär einzustufen sind:

  • Terror-Anschläge,
  • die Franken-Stärke,
  • Börsen-Turbulenzen
  • und die Wirtschafts-Abschwächung des bedeutenden Marktes in China (inklusive Korruptions-Regulierungen)
  • haben Konsumenten zurückhaltend werden lassen.

Eine langfristigere Herausforderung, der sich die Branche aber stellen muss, sind Smartwatches.

Die Apple Watch wird in der Öffentlichkeit oft als Misserfolg bezeichnet. Mit einem geschätzten Verkaufs-Volumen von 5 – 11 Mio. Stück wäre Apple aber der zweitgrößte bzw. größte Uhren-Produzent der Schweiz.

Nach Ansicht von LVMHs Uhren-Chef Biver würde aber das Hochpreis-Segment der Luxusuhren durch die Smartwatch nicht bedroht werden.

Diese würden eher das Preissegment bis zu 2.000 SFr bedienen. 80% der Schweizer Uhren-Exporte stammen aber aus höherpreisigen Segmenten.

Nach Bivers Ansicht würden Marken wie Zenith, Patek Philippe und Hublot durch eine Smartwatch ihre Marke schädigen.

Kunden, die für 5.000 SFr und mehr eine Uhr kaufen, setzen auf ein Stück „Kultur, Kunst und Ewigkeit.“

Die mechanischen Werke unterliegen nicht dem technologischen Wandel. Die Ausstattungen von Smartwatches drohen hingegen innerhalb weniger Jahre obsolet zu werden.

27. Dezember 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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