Der Markt für Luxusgüter wächst weiter

Die Nachfrage nach Luxusartikeln und Glamour ist ungebrochen.

Trotz der konjunkturellen Schwierigkeiten in den USA und der Finanzkrise in Europa wächst der Markt von Luxusgütern 2013 voraussichtlich schneller als die Weltwirtschaft.

Die Vereinigung Altgamma, in der sich über 80 italienische Luxusunternehmen zusammengeschlossen haben, senkte aber ihre Wachstumsprognose. In Europa wird nur noch ein moderates Plus von 4% erwartet.

Dagegen entwickelte sich 2012 der Luxusgütermarkt in Nordamerika und Japan besser als gedacht. Dieser Trend soll sich auch künftig fortsetzen.

In Lateinamerika wird hingegen das stärkste Wachstum erwartet. Insbesondere die Volkswirtschaft Brasilien gewinnt zunehmend an Wohlstand. Dadurch wächst auch die Nachfrage nach Luxusartikeln.

Der Preis spielt keine Rolle

Glamour zahlt sich auch fürs Depot aus. LVMH und Swatch Group bestechen mit einer enormen Preissetzungsmacht. Die Wachstumsdynamik liegt dabei deutlich über dem Branchendurchschnitt. LVMH steigerte 2012 seinen Umsatz um satte 19%.

Die Schwellenländer setzten dabei starke Akzente. Selbst in Europa stand der Asien-Tourismus im Vordergrund.

Der heimische Nachfragerückgang konnte durch die exquisiten Ladenlokale an Flughäfen, größeren Bahnhöfen und Kreuzfahrtschiffen überkompensiert werden. Auch Swatch erzielte ein solides Umsatzplus von 15%.

Die marktbeherrschende Stellung ermöglichte es die Preise deutlich zu erhöhen. Der Gewinn legte überproportional um fast 27% zu. Zusätzlich ist der Konzern auch bilanziell hervorragend aufgestellt.

Die Übernahme der Uhren- und Schmuckmarke Harry Winston soll künftig weiteres Wachstum garantieren. Neben Luxusuhren erzielte Swatch auch mit seinen farbenfrohen Billig- Uhren weltweite Erfolge.

Es ist nicht alles Gold, was glänzt

Im Gegensatz zu anderen Luxusherstellern litt Tiffany unter der prekären Wirtschaftslage. Die Preise von Diamanten und Edelmetallen nahmen stetig zu.

Das belastete vor allem die operative Marge. Bei einem steigenden Umsatz von 4% ging der Gewinn um rund 5% zurück. Die anhaltenden schwachen Zahlen lassen erneut Übernahmegerüchte aufflammen.

Mögliche Interessenten sind neben LVMH, Richemont und Kering auch die Swatch Group. Letztere überzeugt mit einer robusten Bilanz und genügend freien Mitteln.

Allerdings gilt Tiffany als die Ikone in der Schmuckindustrie und ist Synonym für exklusive Halsketten, Ringe oder Armbänder. Die Akquisition würde daher sehr teuer werden und immense Dimensionen annehmen.

Allein der Markenname wird auf mehrere Milliarden Dollar geschätzt. Tiffany möchte allerdings die Probleme selbst in den Griff bekommen und hofft auf eine Belebung der Nachfrage in Europa und Japan.

In Nordamerika soll das stabile Wachstum gefestigt und die Verkaufspreise leicht erhöht werden. Noch ist der Konzern solide aufgestellt und kann weitere Rückschläge verkraften.

Sollte sich langfristig aber keine Trendwende im Schmuckgeschäft abzeichnen, ist eine Übernahme nicht ausgeschlossen.

4. Juli 2013

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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