Der Nikolaus packt die Rute aus…

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Wenn es nach der Charfttechnik geht, dann....! Was damit gemeint ist, das verrrät Ihnen Michael Sturm! (Foto: imagentle / shutterstock.com)

Wahnsinn: Da schießt der DAX am Montag nach oben, als ob es bald keine Aktien mehr gäbe, und wird binnen 4 Tagen zusammengefaltet, als ob die Welt untergeht.

Die hohe Volatilität geht auf die unterschiedlichen Bewertungen des USA/China-Handelskonfliktes zurück. Zunächst wurde gejubelt, weil beide Handelsparteien sich abseits des G20-Gipfels angenähert hatten und zukünftige Strafzollmaßnahmen angeblich auf Halde gelegt haben. Dann wurden diese Aussagen teilweise nicht bestätigt und zuguterletzt wurde in Nordamerika die Huawei-Chefin verhaftet, weil sie gegen Handelssanktionen verstoßen haben soll. Letzteres wirft dann wieder ein negatives Licht auf die Handelsbeziehungen beider Nationen.

Zusätzlich belastet den DAX die nächste Woche Dienstag stattfindende Abstimmung in Sachen Brexit! Da möchte sich kein Investor aus dem Fenster lehnen, denn ein harter Brexit kann durchaus wirtschaftlichen Schaden anrichten.

Viele Unsicherheiten also und die Börse mag Unsicherheiten überhaupt nicht!

Der aktuell hohe Unsicherheitsfaktor schlägt direkt auf den kurzfristigen 1-Monatschart vom DAX-Index durch:

DAX-Chart 1 Monat (Stundenbalken)

Viele GAPs ! Hohe Volatilität !

Im kurzfristigen 1-Monats-Chartbild vom DAX-Index erkennen Sie zunächst den kurzfristigen Abwärtstrendkanal (roter Trendkanal), der vor etwa 2 Wochen nach oben überwunden wurde.

Das sah alles prima aus! Mit einem GAP (Kurslücke) wurde der Abwärtstrend geknackt und am Montag dieser Woche mit einem weiteren sehr großen GAP nach oben fortgeführt.

Doch die zarten Pflänzchen namens Hoffnung  wurden rasch brutal niedergetrampelt. Nach schneller GAP-Schließung folgten direkt zwei weitere Abwärts-GAPs.

Innerhalb von 2 Wochen kommen so 5 GAPs zustande (schwarze Ellipsen). Das ist schon sehr selten zu beobachten und drückt die aktuell herrschende deutliche Unsicherheit auf dem Börsenparkett aus!

Die 11.000er-Marke an der Unterseite (untere grüne Linie) ist im Kurzfristchartbild noch als Unterstützung erkennbar. Aber der mittelfristige Chart vom DAX ermöglicht noch etwas tiefere Kurse, bevor sich der Markt stabilisieren sollte.

Betrachten wir das mittelfristige Chartbild vom DAX-Index:

DAX-Chart 1 Jahr (8-Stunden-Balken)

10.800 noch denkbar. Konsolidierungsmuster intakt!

Sie erkennen im mittelfristigen 1-Jahres-Chartbild den Abwärtstrend, den der DAX-Index mustergültig befolgte (roter Trendkanal).

Charttechnische Musterwiederholung !

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Kommt der DAX bald wieder in die Spur?Die Ursache für das Auseinanderklaffen der Tendenz an der Wall Street und im DAX ist fundamentaler Natur. › mehr lesen

Ich hatte Ihnen hier an dieser Stelle bereits ein paarmal das auffällige Konsolidierungsmuster mit seinem Wiederholungscharakter eingezeichnet.

Und es wurde bisher fast schon unheimlich 1:1 deckungsgleich verfolgt. Es zeigt Ihnen aber auch, dass die 11.000 nicht die wichtige untere Umkehrmarke sein muss. Sondern es läuft auf etwa 10.800 Punkte hinaus.

Die möglichen Katalysatoren für die am Ende stehende Aufwärtsrally bleiben ebenfalls erhalten. Eine Beruhigung im USA/China-Handelsstreit und die Vermeidung eines harten Brexit!

Achten Sie also auf die Nachrichtenlage!

Zum Abschluss noch der Blick auf das Langfristchartbild vom DAX-Index:

 

DAX-Chart 10 Jahre (Wochenbalken)

Nichts Neues!

Im langfristig völlig intakten Bullenmarkt (übergeordneter dunkelblauer Trendkanal) erkennen Sie einen weiteren langen Innentrend (grüne Linien). Dieser hat seit 2011 mit nur einer einzigen Ausnahme Bestand. Das war die Übertreibung nach oben im 1. Quartal 2015 (schwarze Spitze). Ansonsten wurde jeweils bei Erreichen der Obergrenze wie auch der Untergrenze eine Trendumkehr eingeleitet und der grüne Trend 10 Jahre lang befolgt!

Die untere Begrenzung des grünen Trends hat in 2016 zweimal auf den Punkt die Wende vorhergesagt. Sollte es auch diesmal so sein?

Auch wenn im Chartbild die Unterseite leicht unterschritten wurde, ist es gut möglich, dass der Index hier eine Wende einleiten kann. In langfristigen Chartabbildungen sind einige Unschärfetoleranzen zu beachten. Da kann es auch mal um +-200 Punkte drüber oder drunter gehen, ohne dass die Langfristeinschätzung fehlinterpretiert werden muss.

Sollte die Wende kommen, dann können Sie mit einer Rally an die obere Begrenzung des mittelfristigen Abwärtstrendkanals (roter Trend) rechnen. Das bedeutet, noch in diesem Jahr sollten DAX-Stände von über 12.000 Punkten möglich sein.

Sollte die Untergrenze aber auch zum Wochenschluss deutlich unterschritten worden sein, dann muss neu bewertet werden.

Aber soweit ist es noch nicht…

FAZIT:

Der Handelskonflikt USA/China und der Brexit sind das vorherrschende Thema an den Börsen.

Das bedeutet, wieder einmal ist es nur die Politik, welche die Kurse bestimmt! Das mag man finden wie man will, aber wir müssen uns eben eingliedern.

Nach unten ist die 10.800 als mögliche Wendemarke immer noch nicht vom Tisch. Achten Sie auf die Nachrichtenlage in Bezug auf USA/China und Brexit.


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Michael Sturm
Von: Michael Sturm. Über den Autor

Tauchen Sie ein in die neue Dimension des Handelns an der Börse. Mit seinen Börsendiensten 30-Prozent-Trader und 5-Minuten-Trader arbeiten mehr als 2 Jahrzehnte Erfahrung und geballte Leidenschaft für die Finanzmärkte für Ihr Depot. Seine ebenso ungewöhnlichen wie erfolgreichen Trading-Strategien sind dabei stets geprägt von Michael Sturms Motto: Gewinnen mit Verstand und ruhiger Hand!