Der Novemberjojo! Die 2 Gesichter des DAX!

DAX Logo RED_shutterstock_392120233_imagentle

Enstpannung an den Märkten, Anspannung an den Märkten! Wie geht es denn jetzt weiter? Das verrrät Ihnen Michael Sturm! (Foto: imagentle / shutterstock.com)

Der DAX hat es zurzeit wahrlich nicht leicht! Harter Brexit, Italien-Schulden und Handelsstreit USA/China sind einfach zu viel auf einmal!

Resultat: Nach gutem Novemberstart mit DAX-Ständen von bis zu 11.700 Punkten ging es wieder bergab bis auf 11.000 Punkte.

Dennoch ist in meinen Augen schon sehr viel in den tiefen Aktienkursen eingepreist. Wenn Sie die ganzen negativen Vorgaben einmal als eine gedachte Linie betrachten, dann sind von dort aus eher positive Überraschungen möglich als noch weitere negative Überraschungen. Ich möchte Ihnen damit lediglich vor Augen führen, dass die Latte schon sehr tief liegt!

Und sollte es zu tatsächlich zu der einen oder anderen positiven Wendung kommen, dann müssen sich viele Short-Positionierte schnell wieder eindecken, um hohe Verluste zu vermeiden. Das muss nicht zwingend so kommen, aber die Themen sind keine Crashthemen, sondern viele auf einen Haufen geknubbelte kleinere Brandherde.

Sie können den DAX auch noch weiter beschäftigen und zu tieferen Kursen führen, aber eine Crashgefahr sehe ich bei weitem nicht! Es gab noch nie einen Aktiencrash bei Null Prozent Zinsen! Das ist absurd!

Wie die aktuelle charttechnische Lage aussieht, dazu betrachten wir zunächst den kurzfristigen 1-Monatschart vom DAX-Index:

DAX-Chart 1 Monat (Stundenbalken)

11.000 getestet

Im kurzfristigen 1-Monats-Chartbild vom DAX-Index erkennen Sie den kurzfristigen Abwärtstrendkanal (roter Trendkanal) mit dem Jahrestief bei der 11.000 Punkte-Marke (grüne Linie).

Die Zwischenerholung zu Novemberbeginn wurde an der Widerstandszone 11.600 – 11.700 Punkten gestoppt (schwarz schraffierter Bereich). Sie ist ab sofort der Widerstands-Knackpunkt bei einem Weg nach oben. Erst nach Überwindung dieser Zone wäre der DAX-Index frei für eine Rally!

Auf der Unterseite hat die 11.000 einen psychologischen Wert. Sie wird aktuell zusätzlich durch die untere Begrenzung des kurzfristigen Abwärtstrendkanals gestützt. Dieser ist allerdings recht steil und schon in der nächsten Woche läge die untere Begrenzung bei 10.800 Punkten.

Um dem Trendkanal zu entfliehen, müsste die 11.250er Marke (schwarzer Kreis) überwunden werden. Aber auch diese läge in der nächsten Woche bereits bei nur noch etwa 11.000 Punkten. Das bedeutet, der steile Abwärtstrendkanal könnte schon bald überwunden werden! Ich rechne maximal mit 10.800 Punkten im Tief.

Betrachten wir das mittelfristige Chartbild vom DAX-Index:

DAX-Chart 1 Jahr (8-Stunden-Balken)

Mittelfristiger Abwärtstrend weiterhin intakt! DAX testet untere Begrenzung.

Sie erkennen im mittelfristigen 1-Jahres-Chartbild den Abwärtstrend, den der DAX-Index mustergültig befolgte (roter Trendkanal).

Dax30 – Es ist weiterhin möglich…

Dax30 – Es ist weiterhin möglich…Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe des Video-Newsletters „John Gossens Daily Dax.“ Täglich analysiere ich für Sie den Dax Index und einen Dax30 Einzeltitel. Ich bleibe dabei… Zum Wochenausklang gelang… › mehr lesen

Wie schon vor Wochen an dieser Stelle vermutet, ist der Abwärtssog an der Untergrenze dieses Abwärtstrendkanals zunächst gestoppt worden.

Kurzfristiges Erholungspotenzial besteht zunächst nur bis zum mittleren Widerstand (mittlere hellrote Linie). Er liegt aktuell bei etwa 11.500 bis 11.600 Punkten. Diese Zone reicht bis an den in der Kurzfristanalyse als schraffierte Zone erkennbaren Widerstandsbereich. So gesehen sollten Sie hier mit einem nennenswerten Gegendruck rechnen.

Musterwiederholung?

Ich habe Ihnen im mittelfristigen Chartbild das Konsolidierungsmuster bis zur ersten Zwischenrally eingezeichnet (dicke blaue Linien). Die aktuell ablaufende Bewegung passt wie Faust aufs Auge darauf!

Sollte sich dies wiederholen (das in der Historie nicht selten so abgelaufen), dann würde der DAX tatsächlich den ausgemachten Tiefpunkt bei 10.800 noch anlaufen, bevor dann eine ausgedehnte Rally startet, die ihn über die 12.000 Punkte treibt.

Katalysator für diese Bewegung könnte eine Beruhigung bei einer oder mehr der drei Problemfaktoren Brexit, Italien und USA/China sein. Achten Sie also auf die Nachrichtenlage!

Zum Abschluss noch der Blick auf das Langfristchartbild vom DAX-Index:

 

DAX-Chart 10 Jahre (Wochenbalken)

Aufwärtstrend immer noch intakt!

Im langfristig völlig intakten Bullenmarkt (übergeordneter dunkelblauer Trendkanal) erkennen Sie einen weiteren langen Innentrend (hellblaue Linien). Dieser hat seit 2011 mit nur einer einzigen Ausnahme Bestand. Das war die Übertreibung nach oben im 1. Quartal 2015 (schwarze Spitze). Ansonsten wurde jeweils bei Erreichen der Obergrenze wie auch der Untergrenze eine Trendumkehr eingeleitet und der hellblaue Trend 10 Jahre lang befolgt!

Die untere Begrenzung des hellblauen Trends hat in 2016 zweimal auf den Punkt die Wende vorhergesagt. Sollte es auch diesmal so sein?

Falls ja, dann können Sie mit einer Rally an die obere Begrenzung des mittelfristigen Abwärtstrendkanals (roter Trend) rechnen. Das bedeutet, noch in diesem Jahr sollten DAX-Stände von über 12.000 Punkten möglich sein. Danach muss beobachtet werden, ob sogar der mittelfristige Abwärtstrendkanal, der uns seit 2018 begleitet, endlich beiseitegelegt werden kann. Aber soweit ist es noch nicht…

FAZIT:

Im November zwei Gesichter! Das Umfeld hatte sich zunächst aufgehellt. Der DAX lief bis 11.700. Dann hatte sich das Umfeld wieder eingetrübt und der DAX fiel auf 11.000.

Nach unten sehe ich die 10.800 als mögliche Wendemarke! Die markanten Niveaus auf dem Weg nach oben sind 11.600/700 und 12.450.

Achten Sie auf die Nachrichtenlage in Bezug auf die 3 Probleme Brexit, Italien und USA/China.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Michael Sturm
Von: Michael Sturm. Über den Autor

Tauchen Sie ein in die neue Dimension des Handelns an der Börse. Mit seinen Börsendiensten 30-Prozent-Trader und 5-Minuten-Trader arbeiten mehr als 2 Jahrzehnte Erfahrung und geballte Leidenschaft für die Finanzmärkte für Ihr Depot. Seine ebenso ungewöhnlichen wie erfolgreichen Trading-Strategien sind dabei stets geprägt von Michael Sturms Motto: Gewinnen mit Verstand und ruhiger Hand!