Der Renten-Irrweg und die Ideen der Politik dazu

Ihre Alters-Vorsorge ist so bedroht, wie nie zuvor. Das Renten-System ist marode und steht vor dem Kollaps.

Die Politik muss reagieren – zu Ihren Lasten.

So sollen Sie für Ihre Alters-Vorsorge steuerlich noch mehr geschröpft werden

Aufgrund des demografischen Rückganges der Rentenbeitrags-Zahler will die SPD hart dagegensteuern.

Sie müssen diese Pläne kennen, um zu wissen, ob Sie bei der Bundestagswahl 2017 bei den Sozialdemokraten ein Kreuzchen machen oder nicht.

So will die SPD die Beitragsbemessungs-Grenze abschaffen. Das heißt nichts anderes, als dass Sie für das gesamte Einkommen Sozialversicherungs-Beiträge zahlen sollen.

Sie wissen vielleicht: Die Höchstbeitrags-Grenze liegt im Westen Deutschlands bei 6.200 € monatlich, im Osten bei 5.400 €.

Darüber liegende Bezüge sind nicht beitragspflichtig, weil die Betroffenen ohnehin schon hohe Steuern zahlen.

Mit dieser Maßnahme soll verhindert werden, dass die nachwachsenden Generationen immer höhere Sozialversicherungs-Beiträge und Steuern zahlen sollen.

Dies wiederum würde die Kaufkraft der Konsumenten deutlich sinken lassen.

Weitere Lösung: Länger arbeiten

Darüber hinaus wird von der Politik nun auch eine etappenweise Anhebung des Renten-Eintrittsalters gefordert. Wir verraten Ihnen auch, wie diese aussehen soll:

bis 2029 auf 67 Jahre, bis 2060 auf 69 Jahre und bis 2080 auf 71 Jahre.

Dies wird dem Wähler als eine automatische Anpassung an die Lebenserwartung verkauft.

Bitte erinnern Sie sich daran, dass auch schon andere Forderungen kamen!

So plädierte beispielsweise Ulrich Grillo im Jahr 2015, Chef des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), künftig für ein Renten-Eintrittsalter von 85 Jahren.

Auch der CDU-Wirtschafts-Politiker Carsten Linnemann forderte, die Politik dürfe nicht bei der Rente mit 67 Halt machen.

Längerfristig müsste die längere Lebenserwartung der Menschen bei der Rente berücksichtigt werden.

Der 1. Schritt zum längeren Arbeiten: Die Flexi-Rente

Sicher haben Sie mitbekommen, was die Politik im Rahmen einer längeren Lebens-Arbeitszeit für die Rente für ein Signal gegeben hat:

Der Bundestag beschloss bereits das Flexi-Rentengesetz. Demnach kann das Arbeiten über das gesetzliche Renten-Eintrittsalter hinaus erleichtert werden.

Auf gut deutsch: Wenn Sie länger arbeiten, entsteht im Gegensatz zur bisherigen Regelung ein zusätzlicher Renten-Anspruch. Beziehern von Teilrente soll der Zusatz-Verdienst erleichtert werden.

Merkels Renten-Irrweg

Natürlich weiß auch Angela Merkel, dass ihr neben einem Flüchtlings-Wahlkampf auch ein Renten-Wahlkampf bevorsteht. Deshalb reagierte sie vor einigen Tagen:

So hielt sie im Bundestag ein Plädoyer für den Ausbau der betrieblichen Alters-Vorsorge. Doch diese Maßnahme erscheint Vielen als ein zahnloser Tiger – und zwar aus folgendem Grunde:

Nur die Hälfte der Arbeitnehmer besitzt überhaupt eine Betriebsrente.

Mit ein Grund: Zahlreiche Unternehmen wollen keine langfristige Verpflichtung zur Zahlung von Beiträgen und zur Absicherung von Leistungen.

So würde Merkels Maßnahme nur funktionieren, wenn die Politik die Betriebe verpflichten würde, Renten zu zahlen. Ohne eine dementsprechende Regelung bleibt das eine Luftnummer.

Das müssen Sie über die Betriebsrente wissen

Die betriebliche Alters-Vorsorge wird durch die Arbeitnehmer selbst durch einen Teil ihres Arbeits-Entgelts finanziert; Sie bekommen also weniger Lohn.

Der Staat fördert dies lediglich mit einer begrenzten Befreiung von Steuern und Sozial-Abgaben.

Und noch etwas: Die Betriebsrente ist grundsätzlich mit dem Schicksal der jeweiligen Firma verwoben.

1. Dezember 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.

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