Der Stahlmarkt stabilisiert sich

Das anziehende Weltwirtschaftswachstum hilft der Stahlbranche aus ihrem Tief herauszukommen, die Stahlerzeugung zieht wieder an. (Foto: Stoyan Yotov / shutterstock.com)

Das anziehende Weltwirtschaftswachstum strahlt positiv auf die globale Stahlkonjunktur aus: 2017 nahm die Rohstahlerzeugung zu, und die weltweite Kapazitätsauslastung hat sich inzwischen von ihren Tiefpunkten erholt.

Ein wesentlicher Treiber für die verbesserten Perspektiven ist die aufwärtsgerichtete Stahlkonjunktur in China verbunden mit dem Ziel des Abbaus der dortigen Überkapazitäten. Auch auf dem EU-Stahlmarkt verlief die Entwicklung, wenn auch in den einzelnen Produktgruppen uneinheitlich, insgesamt jedoch erfreulicher als ursprünglich angenommen. Die anhaltende Nachfrageerholung ist mit Ausnahmen breit angelegt.

Ungeachtet dieses positiven Szenarios sind nach wie vor Störungen auf der Importseite und wachsender Protektionismus auf globaler Ebene das Hauptrisiko für die Stabilität des europäischen Stahlmarktes. Die konsequente Anwendung der bestehenden Handelsschutzinstrumente durch die EU-Kommission bleibt deshalb ohne Alternative. In Deutschland steht die Erholung angesichts einer robusten Verfassung der wichtigsten stahlverarbeitenden Branchen auf solidem Fundament. Die Auftragsbestände der deutschen Stahlindustrie befinden sich weiterhin auf einem zufriedenstellenden Niveau. Zudem hat sich das Preisumfeld für Stahlprodukte verbessert.

thyssenkrupp und Tata Steel können fusionieren

Die IG Metall hat Anfang Februar die Ergebnisse der Mitglieder-Abstimmung bekanntgegeben. 92% der Beschäftigten von thyssenkrupp, die in der IG Metall organisiert sind, haben dem Tarifvertrag Zukunft Stahl zugestimmt.

Metall/Stahl: Die Hamburger Kupferaktie gefällt mir am bestenDie beste Kupferaktie kommt von Aurubis. Doch nicht nur Kupfer profitiert vom Wirtschaftswachstun - auch Stahl vermeldet Gewinne. › mehr lesen

Dieser tritt in Kraft, wenn es zu dem geplanten Joint Venture kommt, in dem thyssenkrupp und Tata Steel ihre europäischen Stahlaktivitäten zusammenschließen wollen. Ziel des Joint Ventures ist es, einen führenden europäischen Flachstahlanbieter zu schaffen und diesen als Qualitäts- und Technologieführer zu positionieren. Das neue Unternehmen würde einen Umsatz von rund 15 Mrd. € erzielen und etwa 48.000 Mitarbeiter beschäftigen.

Aurubis hat eine Vision

2017 hat Aurubis seine Vision 2025 vorgestellt: Passion for metallurgy. Metals for progress. Together with you. Mit diesen Begriffen will Aurubis von seinen Geschäftspartnern künftig in Verbindung gebracht werden. Um das zu erreichen wurde das Transformationsprogramm ONE Aurubis auf den Weg gebracht. Es bündelt in 5 miteinander verzahnten Bereichen eine Vielzahl von Maßnahmen. Mit Aurubis verbinden viele Menschen bislang Kupfer.

Aber der Konzern kann mehr. Als Teil der Strategie wird die Produktionspalette an marktfähigen Metallen erweitert. Schon heute hat Aurubis zum Beispiel die Möglichkeit, neben Kupfer auch Gold, Silber und weitere Edelmetalle auszubringen. Kupfer ist und bleibt zwar das wichtigste Kernmetall, doch mit dem Geschäft mit weiteren wertvollen Metallen soll die Wettbewerbsposition deutlich ausgebaut werden. Dies ermöglicht Aurubis weiteres Wachstum. Dazu werden in den nächsten Jahren rund 320 Mio. € an den Standorten Hamburg und Olen/Belgien investiert.

Das Ziel: mehr komplexe Rohstoffe zu verarbeiten, Edelmetalle schneller auszubringen und ein optimiertes Ausbringen von weiteren Metallen zu ermöglichen.

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.